![]() ![]() Encounters at the End of the World OT: Encounters at the End of the World Regie: Werner Herzog Drehbuch: Werner Herzog Darsteller: Dokumentation Filmstart: xx.xx.2008 | Laufzeit: | Dokumentation |
Die National Science Foundation hat Herzog eingeladen um eine Zeit lang in der McMurdo-Forschungsstation auf Ross Island in der Antarktis zu leben, und einen Film zu drehen. Herzog nahm unter einer Bedingung an: Er wollte nicht noch einen weiteren Film über Pinguine drehen müssen. Doch jeder, der Herzog kennt, sollte wissen, dass dies ohnehin das letzte ist, was man von diesem Filmemacher erwarten könnte. Stattdessen sind es die vielen Charaktere, die im ewigen Eis am Ende der Welt leben, für die er sich begeistert. Und Encounters at the End of the World ist in erster Linie eine Ansammlung ihrer Geschichten, eingebettet in eine poetische Vision von Werner Herzog…
Die Antarktis scheint nun der ideale Spielplatz für Herzog zu sein. Wie es die ortsansässigen selbst beschreiben, fallen alle die sich nicht anschnallen irgendwann auf den Grund der Erde und sammeln sich dort. Und die hoch interessanten Charaktere auf die man dort trifft könnten auch aus der Feder Hezogs entstammen, so eigenwillig und schrullig wie sie sind. Und man kann Werner Herzog, der den Film wie man es von ihn kennt mit seinem herrlichen Off-Kommentar begleitet, deutlich anmerken, dass es ihm eine reine Freude ist diesen Kontinent zu erforschen.
Encounters at the End of the World ist voll gestopft mit kleinen und großen Entdeckungen, die der Zuseher erforschen kann. Denn Werner Herzog selbst ist im Film auch nichts anderes als ein scharfsinniger Entdecker, der diesen ungewöhnlichen Ort untersucht, und dabei seine Beobachtungen anstellt. Doch obwohl es primär um die Menschen geht, ist es natürlich unmöglich die Antarktis zu bereisen und nicht auch die wunderbare Natur einzufangen. Dass Herzog dabei nicht interessiert ist die Postkarten-Antarktis einzufangen, wird bereits klar, wenn er in McMurdo ankommt, und sich von der schmutzigen Containersiedlung sichtlich schockiert zeigt.
Ein Ereignis für sich sind dabei schon die Vorbereitungen der Taucher, bevor sie in die Welt unter dem Eis eintauchen. Sie haben ihre eigenen Riten, doch interessanterweise sprechen sie während den Vorbereitungen kein einziges Wort. Herzog vergleicht sie mit Priester, bevor sie in die Kathedrale gehen, und tatsächlich erinnert die schräge Unterwasserwelt an eine wirre Kathedrale. Dabei verzichten die Taucher auf ein Seil, dass sie zur Öffnung im Eis zurücklotsen könnte, damit sie mehr Bewegungsfreiheit haben, und da sie sich am Südpol auf keinen Kompass verlassen können, sind sie alleine auf ihren Orientierungssinn angewiesen.
Die Zusammenwirkung aus den imposanten Naturaufnahmen, und den zahlreichen faszinierenden Menschen, erzeugt ein höchst akkurates Bild, in das sich der geneigte Zuseher gerne verlieren wird. Werner Herzog beweist viel Gespür für die Menschen und die Landschaft und entführt den Zuseher in eine andere Welt. Ob ein Mainstreampublikum allerdings seine Freude am Film hat ist wieder eine andere Geschichte, denn Herzogs entwirft sein Bild mit Subtilität und Intelligenz, und nicht unbedingt so, wie es ein Publikum von einer Antarktisdoku erwartet. Denn Herzog liebt die Extreme, und sein Film beweist ein unglaubliches Gespür für die Geschichten der örtlichen Menschen.
Fazit:
Encounters at the End of the World zeigt Werner Herzog in Bestform. Vielleicht ist der Film nicht ganz so mitreissend wie Grizzly Man, aber nichtsdestotrotz hält er die hohe Qualität der jüngsten Herzog Dokus und zeichnet ein faszinierendes und eindringliches Bild der Antarktis. Wer die Gelegenheit hat den Film zu sehen, sollte keine Sekunde überlegen und sofort ins Kino pilgern.
Wertung:
9/10 Punkte

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