Eagle Eye - Außer Kontrolle (2008)

OT: Eagle Eye - xx Minuten - Thriller
Eagle Eye - Außer Kontrolle (2008)
Kinostart: 10.10.2008
DVD-Start: Unbekannt - Blu-ray-Start: Unbekannt
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Filmkritik zu Eagle Eye - Außer Kontrolle

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Fühlen wir uns nicht alle manchmal beobachtet? In welchem Maße ist es der Regierung (in diesem Fall speziell der amerikanischen Regierung) tatsächlich möglich ihre Bürger zu bespitzeln, zu beobachten und in orwellschen Ausmaßen zu überwachen? Wer Eagle Eye gesehen hat, den hätten solche Fragen tatsächlich beschäftigen können. Aber nur wenn man den Film anders angelegt hätte, denn so wie er ist, sorgt er lediglich für eine schön glatte Actionhatz, mit einigen schmerzlichen Dämlichkeiten versehen, die sich entfalten sobald das große Geheimnis des Films gelüftet ist.

Der Verteidigungsminister der USA Geoff Callister (Michael Chiklis) sieht sich mit den neusten Aufnahmen, seiner streng geheimen Überwachungszentrale konfrontiert: Die Bilder aus Afghanistan zeigen entweder das Treffen von Terroristen oder eine ganz normale Beerdigung. Was soll also geschehen? Während der Minister noch überlegt, meldet sich auch schon der Präsident persönlich. Doch obwohl sein Verteidigungsminister ihm von einem Angriff abrät, beschließt dieser Raketen abzufeuern. Wie sich später noch zeigen soll wird dies für alle ungeahnte Konsequenzen haben.

Währenddessen schlägt sich Jerry Shaw (Shia LaBeouf) mit seinen ganz persönlichen Problemen herum. Er arbeitet als Kopierjunge im Copy Cabana, hat prinzipiell Geldsorgen, genießt aber das einfache Leben. Sein Leben gerät allerdings aus den Fugen als ihm die Nachricht ereilt, dass sein Zwillingsbruder gestorben ist. Als Jerry nach der Beerdigung nach Haus kommt, ist seine Wohnung voll mit Waffen, und eine merkwürdige Frauenstimme informiert ihn über sein Handy, dass er fliehen soll, da das FBI bei ihm eindringen wird. Doch Jerry reagiert nicht schnell genug und ehe er sich versieht wird er verhaftet. Doch auf mysteriöse Weise wird er befreit, und mit Rachel Holloman (Michelle Monaghan) zusammengebracht. Diese wird von derselben weiblichen Stimme geleitet, die damit droht bei Widerwort ihren Sohn zu töten. Doch was wird eigentlich gespielt, und wer sind die mysteriösen Drahtzieher?

Die Idee zu Eagle Eye stammt von niemand geringeres als von Hollywood Regielegende Steven Spielberg, und man muss auch anerkennen, dass die Grundidee durchaus interessant ist. Nur leider fängt das Konzept schon bald zu bröckeln an, entwickelt sich in eine abstruse und abwegige Richtung und bricht schließlich völlig auseinander. Dies ist allerdings lediglich den Drehbuchautoren zuzuschreiben, die leider völlig abwegige Vorstellungen in den Film integriert haben, und somit freiwillig auf jede Glaubwürdigkeit verzichten. Regisseur D.J. Caruso und sein Team geben sich in Folge reichlich Mühe und schaffen es den Film zumindest seinen Unterhaltungswert zu erhalten.

Der Auftakt erweist sich dabei noch als überaus stimmig. Shia LaBeouf wurde erneut als sympathischer Looser von Nebenan gecastet, und wie man es von ihm gewohnt ist meistert er die Rolle mit Leichtigkeit und bleibt dabei immer eine sympathische Identifikationsfigur für das Publikum. Und besonders wenn dann die Geschichte in die Gänge kommt, erweist sich das Potential, das in Eagle Eye vorhanden wäre. Denn der Film schafft es tatsächlich eine Atmosphäre des Ungewissen herbeizuführen, den Zuseher für die Story zu begeistern und gleichzeitig durch Referenzen auf den allgegenwärtigen Terrorismus zu punkten.

Wer steckt hinter allem und woher kommt diese Allmacht um alles zu kontrollieren? Zugegeben, das Setting ist bereits hier sehr unglaubwürdig, aber man hegt noch die Hoffnung auf eine zufriedenstellende Auflösung, und vor allem schafft es das immens hohe Tempo und die gut gemachte Action die Schwächen des Films zu kaschieren. Zu diesem Zeitpunkt wirkt Eagle Eye wie die Web 2.0 Version von Der Staatsfeind Nummer 1 auf Speed. Doch leider wird sich später entpuppen, dass dieser Beginn, der noch über den Bonus des Ungewissen verfügt, die mit Abstand stärkste Phase von Eagle Eye ist.

Wenn dann nämlich immer mehr Storyfetzen preisgegeben werden, und schließlich auch das große Geheimnis des Films gelüftet wird (das hier nicht verraten werden soll, weswegen meine Kritikpunkte nicht ins Detail gehen, damit dem Zuseher nicht der Spaß geraubt wird), ist dies zunächst wie ein Schlag in den Magen. Denn bei genauerem Überlegen entpuppt sich Eagle Eye als reiner Science-Fiction Film, der weit an der Realität vorbeirast, es somit versäumt Bezüge zu aktuellen Themen glaubwürdig zu übermitteln, und im Endeffekt völlig unglaubwürdig und stellenweise richtig dämlich wird. Da helfen auch die zahlreichen Anspielungen auf andere Filme (besonders aufdringlich an ein gewisses Werk von Stanley Kubrick) nichts.

Denn über die zahlreichen Plotholes, die abstruse Wendungen und den deplatzierten Storyverlauf können weder die guten Darsteller, noch die fein inszenierte Action von D.J. Caruso hinwegtrösten. Als einzige Lösung bleibt somit eigentlich das Gehirn auszuschalten und zu versuchen Eagle Eye trotz seinen Schwächen zu genießen. Möglich ist dies durchaus, hat der Film doch einen recht hohen Unterhaltungswert, aber wie gesagt sollte man es vermeiden zu sehr über das Gezeigte nachzudenken. Denn dann zerfällt der Film völlig in seine Einzelteile und lässt doch einen sehr dämlichen Eindruck zurück.

Fazit:
Eagle Eye beginnt äußerst vielversprechend. Das Tempo ist, genau wie der Unterhaltungswert, sehr hoch und die Story ist zunächst noch faszinierend. Doch sobald das große Geheimnis des Films gelüftet ist, ist die Faszination dahin. Denn der Film nimmt eine haarsträubend dämliche und realitätsfremde Wendung, sodass man am besten das Gehirn abschaltet und versucht den Unterhaltungswert zu genießen. Manchen wird das gelingen, manchen nicht. Wie dem auch sei, Eagle Eye verschenkt einige Möglichkeiten, bleibt aber zumindest unterhaltsam.

Wertung:

6/10 Punkte

Filmering.at
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Ø Wertung: 6.8/10 | Kritiken: 1 | Wertungen: 8
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