Alyonka

OT:  Alyonka  -  86 Minuten -  Komödie 
Alyonka
Kinostart: Unbekannt
DVD-Start: Unbekannt - Blu-ray-Start: Unbekannt
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Filmkritik zu Alyonka

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Ich gebe zu – ich bin Fan von Agitprop-Filmen aus Russland. Seien das nun die gefinkelten Filmexperimente eines Dziga Vertov oder so wunderbar utopisch-märchenhafte Genremischungen eines Gerbert Rappaport (dessen CHERYOMUSHKI ungelogen einer meiner liebsten Filme ist) – für die lebendige und getriebene Erzählweise dieser Filme habe ich einfach etwas übrig. Von daher war es schon fast meine Pflicht, mir ALYONKA bei der Schau DIE UTOPIE FILM im Filmmuseum anzusehen. Noch dazu, weil der Film bisher nicht auf DVD erschienen und auf VHS nur äußerst schwer zu bekommen ist.

ALYONKA ist im Prinzip ein simpler, episodenhafter Film: Er handelt von einer Menschengruppe, die auf der Ladefläche eines kleinen Lasters durch die russische Steppe düsen. Eine davon ist die kleine, aufgeweckte und titelgebende Alyonka/Alenka (Natalya Ovodova). Und so hat beinahe jeder eine kleine Geschichte zu erzählen: Eine junge naive Ärztin berichtet Amüsantes, Alyonka – auf der Suche nach ihrem Vater - lädt mit einer Geschichte aus ihrer Schule ebenfalls zum Lachen ein. Anders die Geschichten einer älteren Frau, deren Tochter unlängst gestorben ist und die eines Mannes, der sich von seiner Frau getrennt hat…

In diesen tragischen Geschichten offenbart sich, wenn man so möchte, die geistige Haltung des Films: Dem Pioniergeist dürfen ruhig Menschen zum Opfer fallen, Hauptsache, die Überlebenden arbeiten oder sind sonst wie in Bewegung. Derer gibt es reichlich im Film: Der Laster saust und braust (auch gerne mal in doppelter und dreifacher Geschwindigkeit) durchs Bild, die Kamera zeigt pulsierende und farbenprächtige Bilder und die Musik beschwingt die visuelle Ebene zusätzlich. Spätestens da wären wir wieder bei Vertov angelangt. Vieles an ALYONKA ist kindlich und komödiantisch – denn der Film richtet sich an ein möglichst breites Publikum. Aber Regisseur Boris Barnet, der eine „vergessene“ Größe des russischen Kinos ist, weiß seinen Film immer mit unerwarteten Ideen aufzupeppen. Alles das macht ALYONKA zum – wenn auch ideologisch überholten – bild- und tongewaltigen Vergnügen.

Fazit:

Boris Barnets vorletzter Film ist eine echte Empfehlung für Freunde russischer Kinokunst – ein poppiger, lebendiger und immer noch liebenswert-schrulliger Film für die ganze Familie, der so ganz nebenbei auch ein eindrucksvolles Portrait des russischen Zeitgeists liefert.

Wertung:
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Filmering.at
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