The Fighters

OT:  Never Back Down   -  113 Minuten -  Action 
The Fighters
Kinostart: 03.10.2008
DVD-Start: Unbekannt - Blu-ray-Start: Unbekannt
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Filmkritik zu The Fighters

Von am

Wenn die 80er Jahre die Zeit der „Männerfilme“ waren, was ist dann unsere heutige Zeit? Wenn es nach Hollywood geht, dann ist es wohl leider seit langem die „Teeniezeit“, Gott sie dank immer wieder aufgerüttelt durch Filmemacher die dies nicht akzeptieren wollen. Doch großteils werden Actionfilme leider verweichlicht, Komödien großteils auf Jugendliche zugeschnitten und der Teenie-Romantikfilm spukt quer durch die Genres beinahe überall mit. The Fighters reitet nun auch auf dieser Welle mit. Aus den Grundzutaten von Filmen wie Bloodsport, Rocky und Karate Kid wird ein großteils herzloses Teeniekonstrukt erschaffen, das aber überraschenderweise sogar besser unterhält als man befürchten könnte.

Jake (Sean Faris) hat sich als begabter Footballspieler einen Namen an seiner Schule gemacht, aber noch viel bekannter ist er durch seine Wutausbrüche. Nachdem er wieder einmal eine Schlägerei hatte beschließt seine Mutter einen Umzug nach Florida. Doch sein Ruf eilt Jake voraus und so gerät er schnell ins Visier des reichen Ryan (Cam Gigandet), der Free Fights organisiert. Ryan ist beliebt, hat genug Geld, ist der beste Kämpfer und hat die wunderschöne Baja (Amber Heard) als Freundin, doch er will den Neuling besiegen. Obwohl Jake zunächst kein Interesse zeigt schafft es Ryan dennoch ihn mit abfälligen Bemerkungen über Jakes verstorbenen Vater zu provozieren. Beim Kampf hat Jake dem durchtrainierten Ryan wenig entgegen zu setzen, und so versucht er nach seiner Niederlage seine Fähigkeiten in der Kampfschule von Jean Roqua (Djimoun Hounsou) zu verbessern…

Zugegeben: Nachdem der Film von den meisten völlig verrissen wurde, wurde ich doch besser unterhalten als befürchtet. Aber das war es auch schon mit dem Lob, denn natürlich kommen alle negativen Stimmen nicht von ungefähr. Denn obwohl The Fighters großteils kurzweilig bleibt leistet er sich doch so einige gravierende Patzer, die dem Filmgenuss einen gehörigen Dämpfer geben. Und auch muss man sich darauf einstellen das Gehirn an der Kasse abzugeben um überhaupt Freude am Film zu haben.

Das Grundrezept von The Fighters ist im Wesentlichen nur eine Ansammlung von Versatzstücken. Eine Prise Fight Club, ein großes Stück O.C. California, ein bisschen Rocky, ganz viel Karate Kid und auch noch ein wenig Bloodsport. Dann müssen nur mehr alle intelligenten Ansätze entfernt werden, alles politisch korrekt aufpoliert werden und noch die üblichen Teeniefilm Klischees eingebracht werden. Und fertig ist The Fighters, wobei allerdings noch nicht geklärt wurde warum der Originaltitel Never Back Down überhaupt verändert wurde, wenn man ohnehin keinen deutschen Titel finden konnte.

Das schlimmste am Film ist aber wohl, dass weder Protagonist, noch Antagonist wirklich überzeugen kann. Sean Faris fehlt schlicht das Charisma um den Film durchgehend zu tragen, aber zumindest schafft er es großteils das Interesse des Zusehers aufrecht zu halten. Teilweise wirklich peinlich ist allerdings Cam Gigandet, der sich für seine Performance sichtlich von Brad Pitts Verkörperung von Tyler Durden inspirieren hat lassen. Zum einen erinnert er teilweise optisch schon sehr an das große Vorbild zu Fight Club Zeiten, und zum anderen scheint er die Bewegungsabläufe genau studiert zu haben, und versucht sie zu kopieren. Doch mehr als ein billiger Abklatsch wird er dabei leider nie.

Wie man es aber mit dem mauen Drehbuch schaffen konnte den großartigen Djimoun Hounsou zu verpflichtet bleibt rätselhaft, aber zumindest spielt er seine Rolle locker und zufriedenstellend herunter, wenngleich er natürlich völlig verschenkt ist für einen solchen Film. Merkwürdig sind auch die Bezüge zur modernen Welt, vorwiegend durch Web 2.0 Anspielungen auf YouTube und Co.. Doch was man dabei bezweckt bleibt schleierhaft. Denn konsequent ist an diesem Film kaum etwas, sodass man wohl einfach nur cool wirken wollte.

Warum man The Fighters aber unbedingt einen moralischen Unterboden verpassen wollte, ist völlig fragwürdig. Auf der einen Seite zeigt man Leute die Spaß daran haben sich im Kampf zu messen, auf der anderen Seite lässt man Jean Roqua aber ständig warnen, dass man seine Kampfkünste nur im Gym spielen lassen sollte und verantwortlich sein soll. Gleichzeitig lässt man es sich aber natürlich auch nicht nehmen Hauptfigur Jake in einen fadenscheinig begründeten finalen Kampf gegen den Bösewicht zu schicken. Gut, das ganze schafft es dennoch auf niedrigem Niveau zu unterhalten, aber bei so vielen Fragezeichen und Fehlern sollte man sich den Kinobesuch schon überlegen.

Fazit:
The Fighters ist ein klassischer Teeniefilm vor leicht verändertem Hintergrund, der großteils kurzweilig ist und auch meistens unterhält. Doch im dumpfen Prinzip der, ausschließlich aus klischeehaften Versatzstücken bestehenden Story, haben sich leider viel zu viele Schwächen eingeschlichen um den Film wirklich weiterempfehlen zu können.

Wertung:

4/10 Punkte 

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