Tropic Thunder

OT:  Tropic Thunder   -  107 Minuten -  Komödie 
Tropic Thunder
Kinostart: 19.09.2008
DVD-Start: Unbekannt - Blu-ray-Start: Unbekannt
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Filmkritik zu Tropic Thunder

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Tropic Thunder, das ist der Film, der Christopher Nolans The Dark Knight vom Box-Office Thron geschubst hat und an seinem Startwochenende den Spitzenplatz der Charts erobern konnte. Es ist auch der Film, der noch vor seinem Start für Aufregung sorgte, da er sich anscheinend über Behinderte lustig macht. Vor allem aber ist es ein Film, der ein prächtig gelauntes Ensemble vereint, sie in den Dschungel steckt, und dort einfach ohne Grenzen herumblödeln lässt. Das Ergebnis ist dabei vielleicht nicht so saukomisch wie es der Trailer hoffen lässt, aber nichtsdestotrotz ist Tropic Thunder ganz einfach so dämlich lustig, dass man ihn sich nicht entgehen lassen sollte. Besonders, da es sich der Film traut einfach alles und jeden auf die Schippe zu nehmen.

Es soll der beste Kriegsfilm aller Zeiten werden: Basierend auf dem Buch des ehemaligen Vietnamveteranen Leaf Tayback (Nick Nolte) will ihn der Regisseur Damien Cockburn (Steve Coogan) mit einem ungleichen Starensemble im Dschungel drehen. Actionstar Tugg Speedman (Ben Stiller), Komiker Jeff Portnoy (Jack Black) und der fünffache Oscargewinner Kirk Lazarus (Robert Downey Jr.) sollen die Hauptrollen übernehmen. Letzterer hat sich sogar chirurgisch in einen Schwarzen verwandeln lassen, damit er die Rolle gut spielen kann. Doch natürlich laufen die Dreharbeiten völlig aus dem Ruder: Die Schauspieler erweisen sich als Zicken, die Kosten entgleiten dem Plan und Medienmogul Les Grossman (Tom Cruise) will den Film einstampfen. Also will man den Film im Guerilla Stil zu Ende drehen. Doch dann denken heimische Drogenbarone, dass die Eindringlinge im Dschungel echte Soldaten sind, während diese noch immer überzeugt sind, dass alles nur ein Film ist…

Liest sich völlig durchgeknallt? Ist es auch, und das ist erfrischend positiv gemeint. Denn die Komödien Hollywoods leiden zunehmend unter Qualitätsmangel und da ist Tropic Thunder, trotz seinen zweifellos vorhandenen Schwächen, eine wahre Freude. Es ist schön, dass sich ein Film traut einfach keine Rücksicht zu nehmen, sondern stattdessen einen Rundumschlag auf alles und jeden zu wagen. Denn dadurch dass wirklich alle ihr Fett wegbekommen muss sich eigentlich niemand speziell angegriffen fühlen, denn die Filmemacher nehmen ihren eigenen Berufsstand ja auch nicht aus.

Man muss sogar einwerfen, dass der Film, trotz aller wirklich dämlichen Komik und trotz allen etwas untergriffigen Witzen, vor allem eine scharfe Satire auf das moderne Hollywood ist. Ok, in letzter Instanz schlägt Tropic Thunder auch versöhnlichere Töne an, aber trotzdem erlaubt man sich bis zum Ende so manchen Frontalangriff auf die falsche Traumfabrik. Schauspieler werden als Weicheier mit Starallüren portraitiert, der Awardwahn Hollywoods wird kräftig aufs Korn genommen, der Agent-Starbeziehung wird auf den Zahn gefühlt, aber vor allem bekommen die übermächtigen Medienmogule ihr Fett weg.

Und hier ist es besonders überraschend wie großartig Tom Cruise in seiner Rolle agiert. Eigentlich als falscher Dauergrinser mit übergroßem Ego bekannt legt er in Tropic Thunder eine dermaßen flotte Nummer aufs Parkett, dass man ihm alle Ausrutscher der Vergangenheit vergeben möchte. Mit Mut zur Hässlichkeit (so mancher wird den Star wohl gar nicht erkennen), aber auch mit Hang zur Selbstironie (schließlich ist Herr Cruise ja selbst Produzent) reißt er jede Szene in der er auftritt an sich und sorgt durch sein zum Brüllen komisches Portrait und wandelndes Stereotyp eines Hollywoodmagnaten für Lacher am laufenden Band.

Doch nicht nur Cruise, sondern auch die Kerntruppe selbst kann überzeugen. Ben Stiller, der auch Regie führte, spielt auf seinem gewohnten Niveau, Jack Black hat leider mit seiner Rolle zu kämpfen, die sich als uninteressanteste von allen entpuppt und Robert Downey Jr. läuft zur grandiosen Hochform auf. Gemeinsam mit Tom Cruise ist er mit Sicherheit das unbestrittene Highlight des Films. Schlussendlich bleiben noch zahlreiche Cameos (insbesondere der Auftritt von Tobey Maguire in einem der drei Fake-Trailer die vor dem Film gezeigt werden, ist göttlich), und auch noch unterhaltsame Nebenrollen. Das wichtigste ist jedoch, dass man allen den Spaß am Spielen anmerken kann, und vor allem dass sie es schaffen den Zuseher mit ihrer Freude anzustecken.

Doch leider ist auch bei Tropic Thunder nicht alles Gold was glänzt. Zum einen liegt es daran, dass schon so manches im Trailer verraten wird, sodass diejenigen die den Trailer zu oft gesehen haben, wohl um so manchen Lacher gebracht werden. Auch gehen manche Gags schlicht nach hinten los, zünden nicht richtig und ziehen den Film somit in die Länge. Das größte Problem ist allerdings, dass Tropic Thunder zwar über wirklich witzige Einzelsituationen verfügt, aber die „Story“ reichlich abgestanden ist, sodass der Film nicht die durchgängige Spaßbombe ist, die man sich nach dem Trailer hätte erwartet können. Da der Spaßfaktor allerdings trotzdem recht hoch ist, und sich der Film mit seiner köstlichen Dämlichkeit einfach perfekt als Partygranate eignet, sollte man ihn sich trotz seinen Schwächen nicht entgehen lassen.

Fazit:

In seinen besten Momenten ist Tropic Thunder eine herrliche Satire auf das moderne Hollywood, eine köstliche Partygranate und einfach ein höchst unterhaltsames Erlebnis gespickt mit gut aufgelegten Stars. Doch so mancher Gag sitzt nicht richtig und vor allem die etwas lahme Story sorgt dafür, dass Tropic Thunder zwar über grandiose Einzelmomente verfügt, aber sich stellenweise auch etwas langatmig und weniger prickelnd anfühlt. Da der Spaßfaktor aber dennoch ziemlich hoch ist, und köstliche Unterhaltung garantiert ist, sollte man sich den Film trotz mancher Schwächen nicht entgehen lassen. Auch wenn so manche Szene mit der Grenze des guten Geschmacks hantiert und so manche Splatterszene nicht allen gefallen wird. Wer sich drauf einlässt, bekommt schräge Unterhaltung gepaart mit einem richtig bösen Blick auf das moderne Hollywood.


Wertung:

7/10 Punkte 

Filmering.at
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Liste von mausmaus
Erstellt: 11.11.2013