Ossi's Eleven

OT:  Ossi's Eleven   -  90 Minuten -  Komödie 
Ossi
Kinostart: 05.09.2008
DVD-Start: Unbekannt - Blu-ray-Start: Unbekannt
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Beim Filmtitel schlagen die Glocken Alarm, der Magen beginnt zu rebellieren und der Verstand sagt einfach nein: Kündigt sich hier tatsächlich eine (ost)deutsche Parodie auf die mittlerweile zur Trilogie avancierten Hollywoodglamourraubzüge OCEAN’S ELEVEN an? Und vor allem: Kann das gut gehen? Nur so viel vorweg: Die Abwehrmechanismen von Körper und Geist sind eigentlich unbegründet – OSSI’S ELEVEN hätte weitaus peinlicher werden können, als es der Titel suggeriert.

Oswald „Ossi“ ist gerade aus dem Knast entlassen worden und auf der Suche nach einem Job. So ganz kann er das Verbrechen dann aber auch nicht lassen und mit seinem besten Kumpel Karl plant er einen ganz großen Coup: Einen Haufen alter DM-Münzen, die eingeschmolzen werden sollen, zu stehlen und gegen neue Euros umzutauschen. Ein genialer Plan, doch damit auch bei der Umsetzung nichts schief geht, sucht Ossi auch noch ein „paar“ Mitarbeiter: Bald schon steht Ossis „Elf“ bereit: Zwei ehemalige Spitzensportler und jetzige Würstelbudenbesitzer, zwei rachsüchtige Sicherheitsbeamtinnen, ein Elvis-lookalike Küchenjunge mit belesenem Großvater, ein kauziger Bayer, ein nicht deutsch sprechender Pole und ein ehemaliger Stasi-Spitzel sollen den Coup ihres Lebens durchführen. Hals- und Beinbruch!

Regisseur und Drehbuchautor Oliver Mielke (bis jetzt allerhöchstens durch seine Mitarbeit an ein paar Episoden der BULLYPARADE aufgefallen) stopft die gängigen Klischees über verschiedene Personengruppen in Deutschland in den Mixer, rührt gut durch und fertig ist sein erster Langfilm. Die Rollen besetzt er dann – standesüblich – mit bekannten oder weniger bekannten Gesichtern aus der deutschen Kino- und Fernsehlandschaft: Fast alle haben in irgendwelchen Tatorts, SOKOS, Pfarrer Brauns oder was auch immer mitgespielt. Mit Popstar Sasha und Viva-Host Collien Fernandes sollen schließlich auch jüngere Semester angesprochen werden. Ersterer gibt einen unglücklichen Elvis-Verschnitt ab, letztere hat nichts zu tun, außer schön dazusitzen und sich in einer Szene die Bluse aufzureißen. Wie auch Eva Habermann in einer weiteren Nebenrolle müssen die beiden hübschen Frauen lediglich mit ihren körperlichen Reizen aufwarten. Andreas Giebel als bayerischer Grantler ist ebenfalls bloß nach seinem Typ besetzt.

Trotz all dieser Oberflächlichkeit trifft OSSIS ELEVEN doch recht passend den Kern des US-Vorbilds. Etwas überladen, etwas zu sinnfrei, aber im Endeffekt doch unterhaltsam. Positiv sticht in jedem Fall der Humor, den Mielke und sein Co-Autor Philip Kaetner ins Script einfließen haben lassen, hervor. Die meisten Gags zünden, sind selten unter der Gürtellinie und wirken auch nicht deplatziert. Dieses „Experiment“ hätte ja – wie zahlreiche Exemplare aus der Vergangenheit beweisen – leicht ins Auge gehen können. Somit ist hier durchaus Lob angebracht für die ausgewogene Mischung der komischen Elemente.

Fazit:
Tiefgang oder gar ehrliche Auseinandersetzung mit den Problemen und (Vor-)Urteilen zwischen Ost und Westdeutschland sollte hier niemand suchen. Stattdessen bekommt der geneigte Zuschauer eine – immerhin anständig – aufgewärmte und stellenweise sogar recht gut gelungene Comedy-Adaption mit elf Schmalspurganoven auf der Suche nach der großen Kohle. Seichte Filmunterhaltung im Fernsehformat – weitaus weniger blamabel als befürchtet, sondern ganz ordentlich gemacht!


Bewertung:

5/10 Punkte

Filmering.at
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