Charlie Bartlett

OT:  Charlie Bartlett   -  97 Minuten -  Komödie 
Charlie Bartlett
Kinostart: 29.08.2008
DVD-Start: Unbekannt - Blu-ray-Start: Unbekannt
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Eine weitere Highschool Komödie, in der es um Popularität, Anerkennung und wahre Freundschaft geht. Der aus reichen Familienverhältnissen stammende, und Titelspendende, Charlie Bartlett (Anton Yelchin), wird von der Privatschule verwiesen und muss eine öffentliche Schule besuchen. Nach erheblichen anfänglichen Integrationsschwierigkeiten, wird er, mit Hilfe von erschwindelten, verschreibungspflichtigen Medikamenten und einem stets offenen Ohr für seine Mitschüler, zu einem der beliebtesten und einflussreichsten Schüler, der bald mehr Respekt und Ansehen genießt als der Direktor der Schule Nathan Gardner (Robert Downey Jr.). Die Konfrontation zwischen diesen beiden Enden des Spektrums ist unausweichlich. Und spätestens ab dem Zeitpunkt, als Charlie und Susan Gardner (Kat Dennings), die Tochter des Schulleiters, ein Paar sind, zudem noch eine höchst persönliche Auseinandersetzung. Zumindest für Nathan, der Angst davor hat, die Liebe seiner Tochter endgültig zu verlieren.

Es sind allen voran die gut aufgelegten Schauspieler, die dem Film seinen Witz verleihen und dafür sorgen, dass die Geschichte funktioniert und den Zuschauer packt. Anton Yelchin versteht es gekonnt, die nach außen hin stets fröhliche und sympathische Figur des Charlie Bartlett, mit einer tiefen inneren Furcht und Zerrissenheit auszustatten, die einem fühlen lässt, dass es sich dabei um einen Jungen handelt, der zwar so tut, als wüsste er alles, aber in Wirklichkeit selbst nach seinem Platz im Leben sucht. Er zeigt, vor allem durch seine subtileren Gesten und Momente, dass Charlie ein Kind ist, dass zu früh ein Erwachsener sein musste und deshalb nie wirklich ein Kind sein konnte. Daneben agiert ein routinierter Robert Downey Jr. in seiner gewohnten Rolle, als teils besoffener Halbversager, der den Gegenpol zu Charlie bildet und einen Mann darstellt, der seine Tochter liebt, aber nicht in der Lage ist, sie diese Zuneigung auch spüren zu lassen und sie dadurch immer mehr zu verlieren droht.

In gewissem Sinne, stellen diese beiden Charaktere eine Grundthematik des Films dar. Charlie, der ohne Vater aufwuchs, und Nathan, der zwar anwesend ist, aber mit der Aufgabe seine Tochter Susan zu erziehen, vollkommen überfordert ist. Dabei rückt diese Verschiedenheit, neben dem oberflächlichen Suchen nach Anerkennung und Popularität, vor allem das Fehlen der Vaterfigur in Charlies Leben in den Mittelpunkt und es stellt sich die Frage, was besser für ein Kind ist. Charlies Vaterlosigkeit oder Susans unfähiger Vater. Jeder findet, dass der jeweils andere besser dran ist und es wird schnell klar, dass Charlie nicht so sehr die Anerkennung und Freundschaft zu seinen Mitschülern sucht, als viel mehr das väterliche Schulterklopfen von Susans Vater.

Zu all dem gesellt sich noch eine herzhafte Teenagerliebesgeschichte zwischen Charlie und Susan, die zwar stellenweise ein wenig klischeehaft rüberkommt, aber großteils durchaus in der Lage ist zu überzeugen. Daneben gibt es dann noch eine ganze Reihe leicht übertriebener, aber stets auf einer gewissen Wahrhaftigkeit basierender Nebenfiguren, die zum einen die Hauptfiguren hervorheben und einen schönen Kontrast zu ihnen bilden, und zum anderen ihre ganz eigenen Geschichten und Probleme haben. Dabei verliert der Film aber nie seinen Fokus aus den Augen, erfährt man doch alles dargestellte stets aus dem Blickwinkel von Charlie selbst.

Leider bleibt der Film aber, bei aller Herzhaftigkeit und Sympathie, nicht ganz frei von Klischees. Oftmals gleitet die Handlung und leider auch manche Figuren, in allzu bekannte Schemata ab, daher ist Charlie Bartlett sehr leicht vorhersehbar. Der Film bietet demnach keine nennenswerten Wendungen und Überraschungen, präsentiert er dem Publikum nämlich nichts neues. Alles ist hinlänglich bekannt und wurde in anderen Filmen bereits gesehen. Deshalb versagt der Film leider darin, dem Publikum etwas wirklich Abwechslungsreiches zu bieten, da die Szenerie, Handlung und Figuren einfach viel zu vertraut wirken, um für wirkliche Überraschungen, innerhalb des vorgegebenen Rahmens, zu sorgen.

Dennoch schafft es der Film, sein Publikum zu unterhalten, und das auf eine charmante Art und Weise, die zu gefallen weiß. So gesehen ist Charlie Bartlett durchaus als ein erfolgreiches Werk zu bezeichnen, auch wenn er so seine Schwächen und Fehler hat. Aber vielleicht tragen auch gerade jene Mängel dazu bei, dass er so unterhaltsam ist, denn wir lernen durch den Film auch unter anderem, dass jeder Fehler macht, aber man deshalb nicht auf Ewig nachtragend sein darf. Was sich vor allem in Bezug auf die Hauptfigur als eine wichtige Lektion entpuppt, die es im Verlaufe der Geschichte für Charlie zu erlernen gilt. Dabei handelt es sich aber keinesfalls um die einzige Lektion, die der jungen Hauptfigur beigebracht wird, denn Charlie Bartlett ist ohne weiteres als ein Reifungsplot zu bezeichnen, der mit einer gehörigen Portion eigenwilligem Humor angereichert ist.

Fazit:
Charlie Bartlett ist ein Film, den man sich bedenkenlos anschauen kann und es ohne weiteres versteht, sein Publikum zu unterhalten. Auch wenn der Film so seine Fehler hat, verzeiht man ihm die durchaus und beschließt ein Auge zu zudrücken. Dennoch reicht es deshalb nicht für eine höhere Wertung, aber das tut dem Filmvergnügen keinen Abbruch. Allen voran wegen den herrlich amüsanten Darstellern, die ihre Rollen gut auszufüllen wissen und die eine oder andere Figur charmant schrullig anlegen, unterhält der Film auf voller Länge und lässt keinen langweiligen Moment aufkommen. Charlie Bartlett ist ein unbedenkliches Vergnügen, hinterlässt wie die Schule kaum tiefe Spuren beim Zuschauer, aber bietet dafür ein rundum unterhaltsames Kinoerlebnis. Ein sehr guter Film, der neben Humor und Herz, auch Tiefgang hat, aber leider nichts neues bietet und keine erwähnenswerten Wendungen parat hält.

Bewertung:

7/10 Punkte

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