Little Miss Sunshine

OT: -  101 Minuten -  Komödie
Little Miss Sunshine
Kinostart: 30.11.2006
DVD-Start: 03.05.2013 - Blu-ray-Start: 03.05.2013
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Filmkritik zu Little Miss Sunshine

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Für viele Kritiker in Amerika ist Little Miss Sunshine der beste Film des Jahres. Der Indie-Comedy Hit gilt als der Sideways des Jahres 2006. Ob dem Film ein ähnlich düsteres Oscarergebnis blüht, wird sich zeigen, aber auffällig ist auf jedenfall dass man überraschend wenig negatives über den Film zu hören bekommt. Es dürften sich alle einig sein dass Little Miss Sunshine ein großartiger Film geworden ist und nach dem Sehen weiß man dann auch woher dieses ungeteilte einhellige Lob über den Film kommt: Little Miss Sunshine ist einfach ein von Anfang an sympathisches Werk das trotz schwierigen Themen immer den richtigen Ton trifft und sich mit Charme ins Herz des Zusehers arbeitet. Man muss diesen Film einfach lieben!

 

Frank (Steve Carell), der Bruder von Sheryl (Toni Collette) wird einige Zeit bei ihr und ihrer Familie wohnen. Doch dabei handelt es sich nicht um einen kleinen Familienurlaub, denn Frank hat einen misslungenen Selbstmordversuch hinter sich und muss nun unter Beobachtung bleiben. Während sich der obszöne Großvater (Alan Arkin) der Familie seinen Drogen hingibt und der Sohn Dwayne (Paul Dano) seit 9 Monaten kein Wort mehr gesprochen hat, versucht Vater Richard (Greg Kinnear) sein Motivationsprogramm zu verkaufen. Genau in diesem Augenblick ergibt sich für die sechsjährige Tochter des Hauses Olive (Abigail Breslin), die Möglichkeit beim Little Miss Sunshine Schönheitswettbewerb in Californien mitzumachen. Da man zu wenig Geld hat um zu fliegen und auch keinen der Familie alleine lassen kann, mietet man sich einen alten Bus und beschließt gemeinsam zu fahren...

 

Little Miss Sunshine ist einer dieser magischen Filme, der den Zuseher wie durch Zauberhand auf seine Seite zieht und ihn von Anfang an in seinem Bann hat. Vor allem ist der Film ein sehr sympathisches Familienportrait, dass von seinen grandios entworfenen Charakteren lebt und sich dann zu einem waschechten Roadmovie entwickelt. Little Miss Sunshine ist ein intelligenter Ensemblefilm, mit viel Herz und Humor. Für einen unterhaltsamen Abend mit Niveau definitiv die richtige Wahl. Skurile Einfälle, Situationen und Witze reihen sich am laufenden Band und der Film vergeht wie im Fluge.

 

Das Herz des Films sind zweifellos seine wundervollen Charaktere. Zum Beispiel wäre da der obszöne Großvater, der es ganze normal findet sich seinen Lebensabend mit Heroin zu versüßen und dem Sohn der Familie zu raten dass er mit sovielen Frauen wie möglich Sex haben soll. Verkörpert wird diese Rolle sehr gut von Alan Arkin, der seine Performance immer entlang der Schwelle zum Overacting ausbalanciert, den Ton aber immer richtig trifft und deshalb als einer der Höhepunkte in Erinnerung bleibt. Sein Sohn, der Vater der Familie, ist ein Vortragender in einem von ihm entworfenen Selbsthilfeprogramm, für den nur der Erfolg zählt. Dabei scheint er zu übersehen dass er selbst schon am absteigenden Ast ist.

 

Weiters gibt es den suizidgefährdeten Frank, der sich umbringen wollte weil er sich in einen seiner Studenten verliebt hat und danach seinen Job verloren hat. Steve Carell beweist hier starke Schauspielqualitäten und sorgt mit seiner - bewusst - minimalistischen Mimik für einige Lacher. Auch sein Sarkasmus und seine Einstellung zum Leben würzen den Film mit einer Prise schwarzem Humor. Der Sohn der Familie will nicht mehr sprechen, bis er auf der Flugschule angenommen wird und hasst so gut wie jedes Lebewesen. Ein schauspielerisches Highlight liefert zweifellos die Neuentdeckung Abigail Breslin ab, die die Tochter der Familie spielt und für ihr Alter bereits eine beeindruckende Leinwandpräsenz erreicht. Zusammengehalten wird die Familie von der verhältnismäßig normalen Mutter, dargestellt durch Toni Collette.

 

Wie man bereits erkennt ist Little Miss Sunshine vor allem ein Ensemblefilm, bei dem sich die Darsteller gegenseitig zu Höchstleistungen hochschaukeln. Der klare Höhepunkt des Films sind die wunderbar entworfenen Charaktere, die zusammen die wahrscheinlich skurilste Familie der Filmgeschichte abgeben. Auch beschränkt sich Little Miss Sunshine nicht nur auf stumpfe Witze, sondern schafft es mit spielender Leichtigkeit ernste Themen wie Selbstmord, den Schönheitswahn und den Drang immer der beste zu sein, aufzugreifen und sie auf die Schippe zu nehmen.

 

Little Miss Sunshine ist definitiv einer dieser Filme die man einfach lieben muss. Der Film bewegt mit viel Herz von Anfang an und am Ende wird garantiert jeder das Kino mit einem Lächeln auf den Lippen verlassen. Deshalb ist Little Miss Sunshine auch ein Film dem man jederzeit das etwas vorhersehbare Ende verzeit und dem man es auch nicht übel nimmt, dass er im Kern die doch etwas abgenutzte Botschaft, dass die Familie das Wichtigste ist, transportiert. Denn so charmant wie hier wurde man schon lange nicht mehr auf den Wert einer Familie hingewiesen.

 

Fazit:

Little Miss Sunshine ist ein Abseits-Highlight des Jahres. Der witzigste und charmanteste Film seit langem, bei dem sowohl die Charaktere perfekt gezeichnet, als auch von den Darstellern wunderbar verkörpert wurden. Ein Film mit Herz und Verstand, den man einfach lieben muss.

 

Wertung:

9/10 Punkte

Filmering.at
Community
Ø Wertung: 7.7/10 | Kritiken: 0 | Wertungen: 68
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