Mit mir will keiner spielen

OT:  Mit mir will keiner spielen   -  14 Minuten -  Kurzfilm
Mit mir will keiner spielen
Kinostart: Unbekannt
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Filmkritik zu Mit mir will keiner spielen

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Da glaubt man doch man kennt einen Filmemacher, nachdem seine angeblich wichtigsten Filme gesehen hat, und im Fall des deutschen Autorenfilmers Werner Herzog werden seine wichtigen Filme gerne auf die Filme reduziert, die er mit Klaus Kinski gedreht hat, und dann stolpert man doch über dieses höchst ungewöhnliche und bemerkenswerte Werk, dass so ganz anders ist, als man es von Herzog erwarten würde, wenngleich man auch eine seiner großen Tugenden im Film finden kann.

Mit mir will keiner spielen ist ein überraschend einfühlsames Portrait eines kleinen Jungen, der stets ein Aussenseiter war. Der normalerweise auch so spröde Herzog zeigt sich hier verblüffend warmherzig, und lässt den Film sogar versöhnlich enden. Zunächst glaubt man als Zuseher noch man würde einen Dokumentarfilm sehen, doch schon bald wird offensichtlich, dass die Szenen gestellt sind. Das ist eben der klassische Stil von Herzog, der es immer schon verstand Doku und Spielfilm bzw. Realität und Fiktion ineinander laufen zu lassen.

Zu Beginn sehen wir eine Gruppe Kinder, scheinbar im Kindergarten, doch eine Aufsicht ist nicht zu sehen (vielleicht ein kleiner Wink des ewigen Rebellen Herzog, der darauf hinweisen will, dass eine Obrigkeit nicht zwingend nötig ist… Natürlich nur auf allegorischer Ebene, also kein Wink in Richtung Kinderbetreuung). Sie spielen vergnügt miteinander, doch dann schwenkt die Kamera und in einer Ecke versteckt sich ein Kind mit dem niemand spielen will. In Folge sollen wir einen Einblick in sein Leben bekommen…

Die zentrale Aussage des Films ist so einfach wie richtig: „Es gibt keine Problemkinder, nur Problemeltern.“ Es wäre an dieser Stelle allerdings unfair dem Leser zu viel über die narrative Ebene des Films zu verraten, immerhin handelt es sich bei Mit mir will keiner spielen doch auch nur um einen wirklich kompakten Kurzfilm, der relativ schnell wieder vorbei ist, und wahrscheinlich ohnehin nur für Werner Herzog Fans interessant ist. Gedreht wurde der Film übrigens, nachdem Herzog bereits durch seine Meisterwerke Aguirre – Der Zorn Gottes und Jeder für sich und Gott gegen alle internationale Beachtung erlangte, was nur beweist, dass Herzog nie seine Experimentierfreude verliert.

Das besondere am Film ist nämlich gerade, dass er so untypisch für Herzog ist. Natürlich gibt es die Thematik des Aussenseiters in vielen seiner Filme, aber so behutsam und einfühlsam geht er in keinem anderen Werk mit dem Thema um. Insgesamt ist Mit mir will keiner spielen ein flotter Kurzfilm, der eine interessante kleine Geschichte erzählt, und für einen erheiternden Aufwind sorgt. Für alle die das Werk Werner Herzogs erkunden, und die meisten die den Film sehen, werden ihn wohl nur sehen weil er eben von Herzog ist, bietet er ein positives Zwischenerlebnis im Dschungel der grandiosen Filme des Regisseurs.

Wertung:
7/10 Punkte

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