Die Fliegenden Ärzte von Ostafrika

OT: Die Fliegenden Ärzte von Ostafrika   -  45 Minuten -  Dokumentation
Die Fliegenden Ärzte von Ostafrika
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Filmkritik zu Die Fliegenden Ärzte von Ostafrika

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Zwar konnte der deutsche Autorenfilmer Werner Herzog, großteils bekannt durch seine Zusammenarbeit mit Klaus Kinski, bereits vor Die fliegenden Ärzte von Ostafrika vornehmlich durch seinen semidokumentaren Stil überzeugen aber dennoch ist dieser Film hier in gewisser Hinsicht eine Premiere: Denn es ist die erste längere Dokumentation in seinem Oeuvre. Natürlich prägten seine Filme von je her das Dokumentare, und mit dem Kurzfilm Letzte Worte wanderte er sogar einmal direkt auf den Pfaden des Genre, aber trotzdem kann man den knapp 44 Minuten langen Die fliegenden Ärzte von Ostafrika als seine erste „richtige“ Dokumentation bezeichnen.

Der "Flying Doctors Service“ sorgt seit den 1960er Jahren dafür, dass den ärmsten Regionen Ostafrikas medizinische Hilfe zukommt. Verschiedenste Ärzte aus aller Welt haben sich gesammelt um mit dem Flugzeug die Gebiete von Tansania, Kenia und Nairobi abzudecken, die mit dem Auto nie, oder nur unter erheblichem Mehraufwand an Zeit zu erreichen wären…

Werner Herzog interessiert sich dabei weniger für die medizinischen Aspekte dieser Gruppierung, viel mehr interessieren ihn die kulturellen Differenzen und die Verständigungsprobleme, die für die größten Probleme bei der Arbeit sorgen. Stellenweise wirkt der Film so, als wäre er zunächst als Portrait der Ärzte geplant gewesen, dreht sich doch zunächst alles um die Flying Doctors, doch anstatt sich im Folgenden tiefgreifender mit ihnen zu beschäftigen, zum Beispiel ihre Motivation oder ähnliches zu beleuchten, driftet Herzog ab, und widmet sich einem viel interessanteren Thema.

Er wirft einen intimen Blick auf Ostafrika und scheint sich mit fast kindlicher Begeisterung auf die Eigenheiten der Afrikaner zu stürzen. Zum Beispiel findet er heraus, dass sie handfesten Operationen, die ein möglichst großes, schadhaftes Teil aus ihrem Körper holen, positiv gegenüber stehen, aber Skepsis gegenüber Tabletten haben, da man ja nicht sofort eine Verbesserung erkennt, wenn man sie nimmt. Auch wird eingeworfen, dass die Afrikaner viel offener für die westliche Medizin sind, sobald sie ihr Vertrauen erworben haben, als es wir Europäer sind.

Dabei muss aber auch erwähnt werden, dass Die fliegenden Ärzte von Ostafrika ein sehr untypischer Werner Herzog Film ist, der nur wenig von seinen gewohnten Mustern erkennen lässt. Stattdessen erinnert er fast an einen relativ konventionellen National Geographic Bericht, weswegen sich aber auch die Tür für ein breiteres Publikum öffnet. Natürlich sollte ein Interesse für die Thematik mitgebracht werden, aber durch seinen relativ lockeren Stil und auch durch seine betörende Bilder ist Die fliegende Ärzte von Ostafrika nicht nur ein Film für Werner Herzog Fans, sondern für alle, die einen kulturellen Einblick in die afrikanische Mentalität wagen wollen.

Wertung:
8/10 Punkte

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