Where in the World Is Osama Bin Laden?

OT:  Where in the World Is Osama Bin Laden?  -  93 Minuten -  Dokumentation 
Where in the World Is Osama Bin Laden?
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Filmkritik zu Where in the World Is Osama Bin Laden?

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Morgan Spurlock startete bereits mit einem Erfolg in seine Filmkarriere: Seine erste Dokumentation Super Size Me, die sich stilistisch zweifellos an den Rabauken-Dokus eines Michael Moore orientierte, bescherte ihm ein breites öffentliches Interesse und schließlich sogar eine Oscarnominierung. Dabei war es nur eine einfache, kleine Doku, die einen Mann zeigte, der anhand eines Selbstversuches beweisen wollte, wie schädlich das Fast Food Essen ist, dass McDonalds und Co. in unzählige Rachen pumpen. Schlussendlich spielte der Film aus Kosten von ungefähr 65.000 Dollar ein Einspielergebnis von 20,6 Millionen Dollar ein. Grund genug seinem nächsten Film etwas Aufmerksamkeit zu schenken. Nun meldet sich Spurlock zurück, und versucht nur eine Frage zu beantworten: Where in the World is Osama Bin Laden?

Er ist das Zeichen des Bösen, das Symbol des Terrors und der Rädelsführer der Terrororganisation Al-Qaida. Natürlich geht es um Osama Bin Laden, denjenigen der angeblich hinter den Terroranschlägen vom 11. September 2001 steckt, und damit eine neue Zeitrechnung der postmodernen Terrorpanik hervorrief. Mittlerweile sind 50 Millionen Dollar Belohung auf Hinweise die zu seiner Verhaftung oder seinen Tod führen ausgesetzt. Filmemacher Morgan Spurlock hat sich auf die Suche nach ihm gemacht, und will ihn gefangen nehmen, um die Welt für seinen ungeborenen Sohn ein bisschen sicherer zu machen. Doch kann man dies auf diese Weise überhaupt erreichen?

Tatsächlich ist die titelgebende Suche in Where in the World is Osama Bin Laden? nur der Katalysator des Films. Zwar gibt sich der Film so, als würde sich alles mehr oder weniger zufällig in eine andere Richtung entwickeln, aber man kann natürlich davon ausgehen, dass alles bereits von langer Hand geplant war. Ähnlich wie Michael Moores Filme gerne einmal eher sehr inszeniert wirken, deshalb weniger dokumentierenden, sondern eher erzählenden Charakter haben, sind auch die bisherigen beiden Dokus von Morgan Spurlock sehr populistischer Natur, und wollen eher aufzeigen und beeinflussen als wiedergeben.

So macht sich Morgan Spurlock scheinbar auf die Suche nach Osama Bin Laden, bereist dazu die Länder die ihn geprägt haben, nur um dann viel mehr Interesse an den Kulturen, als an der Suche selbst zu zeigen. So ist es das wahre Anliegen des Films zu zeigen, dass die islamische Kultur nicht von Grund auf Böse ist. In diesen Ländern leben nicht nur wahnsinnige Terroristen, die in dunklen Ecken herumlungern, keinen Spaß verstehen und nur das Ende der Welt heraufbeschwören wollen, so wie es uns die US-Regierung gerne verkaufen will.

Das durchaus lobenswerte Anliegen Morgen Spurlocks ist es aufzuzeigen, dass es in Amerika, genau wie im Nahen Osten, solche und solche Menschen gibt, und dass die meisten Islamisten selbst nur unter dem Terror leiden. Egal um welche Seite es geht, beide Parteien wollen eigentlich nur, dass sie ihren Kindern ein gutes und vor allem sicheres Zuhause bieten können. Der sympathische Morgan Spurlock schafft es mit seiner lockeren Art auch sehr gut durch ungezwungene Gespräche aufzuzeigen, dass die Wahrheit eben vielleicht ganz anders aussieht, als uns die USA oft verkaufen wollen.

Dabei beweist Spurlock durchaus Mut, wenn er sich gegen die kriegstreiberische US-Haltung stellt und sein eigenes Leben aufs Spiel setzt in dem er sich in Krisenregionen herumtreibt (natürlich immer mit Schutz und genügend Distanz zu den wirklich brenzligen Zonen). Aber man muss seinem Where in the World is Osama Bin Laden? auch vorwerfen, dass er bei allen guten Absichten auch zu reichlich simplen Mitteln greift um seine Botschaft zu übermitteln.

Damit die Kernaussage nicht verwässert wird, versucht man sich großteils auf die guten Aspekte der dortigen Bevölkerung zu stürzen. Die erhöhte Bereitschaft zum Terror, etc. wird nur in Nebensätzen erwähnt, stattdessen tut man alles Mögliche um alles klar und undifferenziert zu halten. Auch die aufdringlichen, oft bemüht auf lustig getrimmten stilistischen Einfälle des Films, die nicht so wirklich zu seiner durchaus ernsten Aussage passen, zielen vor allem darauf ab, um ein Massenpublikum zu unterhalten, was aber nicht so ganz mit der ernsten Grundhaltung des Films zusammenpasst.


Schlussendlich bleiben noch die völlig deplatzierten Einschübe in denen auf das Familienleben von Spurlock eingegangen wird. Da wird mit aller Gewalt auf die Tränendrüse gedrückt, in dem er in sentimentalen Momenten darauf hinweist, dass er nicht will dass sein Sohn in eine solche Welt geboren wird. Natürlich passt dies teilweise ins Thema des Films, der für eine sicherere Welt plädiert, aber das alles mutet so dermaßen plump an, dass es mehr bremst als hilft. Auch muss man erwähnen, dass Morgan Spurlock einen Michael Moore ähnlichen Kurs verfolgt, vor allem da er sich diesesmal auch noch auf politische Themen stürzt, dabei allerdings weit hinter der bissigen Satire des radikalen Dokumentarfilmers zurückbleibt. Was übrig bleibt ist ein gut gemeinter, großteils unterhaltsamer Film, der aber leider hinter seinen Möglichkeiten zurück bleibt.

Fazit:
Where in the World is Osama Bin Laden? ist der Versuch von Morgan Spurlock zu zeigen, dass es im Nahen Osten nicht nur humorlose Terroristen gibt, die das Ende der Welt herbeisehnen, sondern dass die Menschen dort im Grunde genauso wie wir sind. Dabei geht er jedoch arg undifferenziert vor, stellt seine Aussage über alles andere und gibt sich in seinen stilistischen Mitteln reichlich plump und aufdringlich. Trotz allem ist Where in the World is Osama Bin Laden? ein großteils unterhaltsamer Film, der gut gemeint ist, aber eben hinter seinen Möglichkeiten zurückbleibt.

Wertung:
6/10 Punkte

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