The Eye (Remake)

OT:  The Eye   -  95 Minuten -  Horror 
The Eye (Remake)
Kinostart: 22.08.2008
DVD-Start: Unbekannt - Blu-ray-Start: Unbekannt
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Wer einen Thriller erwartet, wird enttäuscht, und wer einen Horrorfilm erwartet, wird ganz besonders enttäuscht. Damit soll aber nicht der Eindruck erweckt werden, dass The Eye langweilig wäre, sondern es soll viel mehr verdeutlicht werden, dass er sein Potenzial auf nahezu jeder Ebene sinnlos verschenkt und dadurch vor allem aufgrund seiner Inkonsequenz hervorsticht. Obwohl der Film es zwar durchaus schafft, während seiner Länge zu unterhalten, gelingt ihm dies leider nicht immer auf die von ihm beabsichtigte Art und Weise. Hingewiesen sei noch auf die Ironie, dass gerade in einem Film, der die Blindheit der Protagonistin thematisiert, ausgerechnet die visuellen Effekte für die besten Szenen sorgen.

Die Handlung des Films bietet keine großen Überraschungen, hätte aber durchaus das Zeug zu einem guten Horrorfilm gehabt. Die, durch einen Unfall in ihrer Kindheit, erblindete Sidney Wells (Jessica Alba) bekommt ein Hornhauttransplantat und kann seitdem wieder sehen. Einzige Nebenwirkung, bei der man sich nicht an einen Arzt oder Apotheker wenden kann, sind Visionen, die sie seither plagen. Diese handeln vorzugsweise von gerade verstorbenen Personen, oder solchen denen das billige Begräbnis noch bevorsteht. Gerade jene Visionen, die zu stark an andere Werke erinnern, sorgen für unfreiwillige Komik, die den Zuschauer unausweichlich aus dem Filmerlebnis heraus reißt. Doch trotz all dem und dem Unverständnis, das ihr Anfangs entgegengebracht wird, versucht sie der Herkunft ihrer Hornhaut und der damit verbundenen, neugewonnenen Fähigkeit auf den Grund zu gehen.

Leider ist bei aller optischen Attraktivität einer Jessica Alba, die von ihr verkörperte Figur relativ oberflächlich ausgearbeitet, frei nach dem Motto: „Steck ne Katze in den Ofen, wird noch lange kein Keks draus.“ Dies resultiert darin, dass sie in mehr als einer Szene bar jeglicher Nachvollziehbarkeit agiert. Selbiges gilt auch für die Handlung, deren größte Überraschung in der Vorhersehbarkeit liegt. Dieser Umstand ist wohl am ehesten damit zu erklären, dass die Macher scheinbar einen Film kreieren wollten, der allen gefällt und daher als „zu brav“ daherkommt und somit vor allem durch seine Inkonsequenz glänzt. Am besten dargestellt wird das durch die Schattenmonster, die zwar eine solide Grundlage für anhaltenden und bedrohlichen Schrecken bilden, aber letzten Endes genau so diffus bleiben wie der übrige Film.

Genau jene nebulösen Wesen sollten eigentlich die antagonistische Kraft des Films verkörpern, sorgen aber lediglich für einige kurze Schockmomente. Bei genauerer Betrachtung können sie jedoch nicht als Feindbild herhalten. Hierbei offenbart sich auch eines der schwerwiegendsten Probleme des Films, er beinhaltet im Grunde überhaupt keinen klar definierten Antagonisten, der der Heldin entgegenzuwirken vermag. Auch weil es The Eye an innerer Harmonie und Struktur mangelt, wirkt er nicht in sich geschlossen, sondern viel eher wie eine lose Aneinanderreihung einzelner Szenen, ohne jeglichen Zusammenhalt. Die einfache Handlung entwickelt auch im weiteren Verlauf keine komplexen Nebenstränge oder offenbart den Tiefencharakter der Figuren durch Aktionen, wodurch es zu keiner, für Horrorfilme notwendigen, dichten Atmosphäre kommt.

Zu allem Überfluss bleibt es dem Zuschauer leider verwehrt, sich mit den Protagonisten zu identifizieren, aufgrund der flachen Figurenzeichnung und der manchmal schwer nachvollziehbaren Handlungen. Auch dass die Figuren ihre Gedanken und Gefühle lieber aussprechen, als sie zu zeigen, trägt sein übriges dazu bei. Die Visionen, der nunmehr mit neuer Sehkraft gesegneten Hauptfigur, sind gut gelungen und können sich durchaus sehen lassen, bilden aber die einzigen Momente, in denen man mit der Heldin mitfiebert.

Eine nicht unerhebliche Rolle spielen dabei Jessica Alba und ihre schauspielerischen Kollegen, die es nicht schaffen, den schwachen Charakteren Leben einzuhauchen und aus ihnen dreidimensionale Figuren zu machen. Während Jessica Alba in den, mit Angst und Horror angereicherten Szenen, noch eine halbwegs glaubhafte Darstellung abliefert, versagt sie bei den alltäglichen Momenten ihrer Figur und agiert als blinde Frau übertrieben.

Fazit:
Bei all der harten Kritik und den Ungereimtheiten der Geschichte und Figuren, darf man jedoch nicht vergessen, dass man die meiste Zeit gar nicht so schlecht unterhalten wird. Es fehlt The Eye leider an Konstanz und Konsequenz, um, wenn schon kein denkwürdiger, so zumindest ein guter Horrorfilm zu sein. Somit reiht sich der Film nahtlos in eine Folge von nichtssagenden, unoriginellen Remakes ein, die Potenzial hätten und sogar kurzfristige Unterhaltung bieten, aber im großen und ganzen den Zuschauer eher kalt lassen und mit einem gewissen Gefühl der Leere aus dem Kinosaal schicken. The Eye lässt zwar kaum Langeweile aufkommen, was aber großteils eher an der unfreiwilligen Komik liegt, als am Genuss von Angst und Schrecken.

Bewertung:

4/10 Punkte

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