Der Sohn von Rambow

OT:  Son of Rambow   -  96 Minuten -  Komödie 
Der Sohn von Rambow
Kinostart: 03.10.2008
DVD-Start: Unbekannt - Blu-ray-Start: 28.10.2011
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Es ist nicht einfach eine Komödie zu beschreiben, die derart stark vom rein filmischen Humor lebt, wie es bei Der Sohn von Rambow der Fall ist. Es ist deshalb nahezu unmöglich, den Witz des Films mit Hilfe von Worten wiederzugeben. Aber einen Versuch ist es allemal Wert, da es sich bei diesem Glanzstück um eine der besten Komödien seit langem handelt und als wäre das noch nicht genug, berührt der Film den Zuschauer zudem auf einer weiteren Ebene menschlicher Gefühle, und schafft es, spielerisch einfach, tiefe Emotionen hervorzurufen, sowohl für die Figuren, als auch ihr Schicksal, die sich wohltuend mit dem befreienden Lachen die Balance halten.

Es gelingt dem Film, scheinbar ohne sich großartig Verrenken zu müssen, Anspruch und Humor zu einer hervorragenden Symbiose zu vereinen. Dieser Umstand gibt Rambows Sohn die Möglichkeit originellen Witz mit hoher Unterhaltung zu paaren, was dem Zuschauer erlaubt, den Film zu genießen, ohne sein Hirn auf Leerlauf schalten zu müssen. Bestimmte anonyme Quellen erwähnten einst, dass ohnehin niemand eine Komödie sehen will, die auch nur irgendeine Art von Anspruch hegt. Laut besagten Individuen funktioniert eine Komödie scheinbar nur dann, wenn sie einem geistig nicht strapaziert und herausfordert und man zum genießen des Humors, seine grauen Zellen ausschalten muss.

Ohne jedoch jenen Komödien, die gänzlich auf geistige Leistung Seitens des Publikums verzichten, ihren Unterhaltungswert absprechen zu wollen, da es durchaus Exemplare dieser Gattung gibt, die sich sehen lassen können. Aber nun bekommen diese Filme, mit Der Sohn von Rambow einen starken Widersacher in den Weg gestellt, beweist er doch, dass es keine genrespezifische Notwendigkeit ist, dass Humor und Anspruch nicht zusammenpassen. Im Gegenteil, in diesem Film scheinen sie die besten Freunde zu sein.

Ebenso wie die zwei Hauptfiguren des Films, der streng religiös erzogene Will Proudfoot (liebenswert naiv: Bill Milner) und der anti-soziale Satansbraten Lee Carter (hassenswert liebevoll: Will Poulter), im Verlauf der Handlung zu den besten Freunden werden. Durch einen unglücklichen Zufall zusammengeführt, beschließen die beiden, bloß auf den ersten Blick unterschiedlichen, Protagonisten, einen gemeinsamen Film zu machen. In diesem Film im Film geht es um Rambos Sohn, der die Mission hat, seinen Vater, den berühmten Vietnamhelden John J. Rambo (Sylvester Stallone ist nur in original Filmausschnitten aus Rambo: First Blood zu sehen), aus der Gefangenschaft einer schrecklichen Vogelscheuche zu befreien. Will Proudfoot spielt Rambos Sohn, während Lee Carter die Rolle von Col. Samuel Trautman (damals gespielt von Richard Crenna) übernimmt...

Neben dem grandiosen Drehbuch und der fabelhaften Regie (beides) von Garth Jennings, der zuletzt mit Per Anhalter durch die Galaxis nicht überzeugen konnte, sind es vor allem die herzhaften, sympathischen und, für ihr junges Alter, exzellenten Hauptdarsteller, die dem Film seinen unnachahmlichen und einzigartigen Reiz verleihen, und sich mit ihrer Darstellung ins Herz der Zuschauer spielen. Leider wird die Handlung des Films gegen Ende, stellenweise etwas vorhersehbar, was sich aber auf das Filmerlebnis nur minimal störend auswirkt. Das dieser Umstand kaum negative Folgen hat, liegt einmal mehr an den einnehmenden Kinderdarstellern, die selbst im abgebrühtesten Zuschauer einen Funken seiner Kindheit wiedererwecken sollten.

Wie eingangs erwähnt, lässt sich eine wirklich gelungene Komödie, deren Humor sich hauptsächlich durch das filmische Medium ausdrückt, nur schwer in Worte fassen. Im übrigen liegt auch genau darin ein Teil der Brillanz von Der Sohn von Rambow begründet, handelt es sich doch um einen Film, auch wenn folgende Floskel heutzutage viel zu leichtfertig und schnell ausgesprochen wird, den man selbst gesehen haben muss.

Fazit:
Ohne große Worte zu verlieren: Der Sohn von Rambow ist absolut empfehlenswert. Eine Komödie mit derartig originellem und charmantem Humor, ist heutzutage leider eine Seltenheit im Kino, beweist aber einmal mehr, dass es tatsächlich mit zum Schwierigsten gehört, eine wirklich gelungene Komödie zu filmen. Dieses Genre gehört zu Recht zu einem der am Schwierigsten zu meisternden der Filmbranche. Und wenn es dann endlich jemanden gelingt, dieses Genre mit einem Film derartig gekonnt zu meistern, sollte man es sich keinesfalls entgehen lassen. Der Sohn von Rambow ist ohne Zweifel ein verstecktes Highlight des diesjährigen Kinosommers.

Bewertung:

9/10 Punkte

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