Smokin' Aces

OT: -  108 Minuten -  Action / Thriller
Smokin
Kinostart: 02.03.2007
DVD-Start: Unbekannt - Blu-ray-Start: Unbekannt
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Filmkritik zu Smokin' Aces

Von am

 

Welche Filme gelten eigentlich als cool? Ocean´s Eleven, die alten Guy Ritchie Filme und natürlich alles von Tarantino. Dann könnte man doch eigentlich einen Film machen, der eine Mischung aus diesen drei Stileinflüssen ist. So, oder so ähnlich dürften wohl die Überlegungen gewesen sein, bevor man schließlich besagten Film mit dem Titel Smokin' Aces realisierte. Es wäre auch durchaus möglich, einen wirklich guten Film aus dieser Herangehensweise zu machen, doch wenn das Rezept nicht gut ist und die Zutaten somit in vollkommen unausgeglichenen Dosen aufeinander treffen, dann wird aus dem ambitionierten Projekt ein Reinfall.

 

Buddy „Aces“ Israel (Jeremy Piven) muss um sein Leben fürchten. Er wird im Prozess gegen den Mafiaboss Primo Sparazza (Joseph Ruskin), als Kronzeuge aussagen. Deshalb wird ein Kopfgeld von einer Million Dollar auf den in Las Vegas arbeitenden Show-Illusionist ausgesetzt. Die beiden FBI Agenten Richard Messner (Ryan Reynolds) und Donald Carruthers (Ray Liotta) sind für seinen Schutz verantwortlich. Doch der zu Beschützende selbst denkt gar nicht an ein ruhiges Abwarten. In seinem Luxus Hotel am Lake Tahoe feiert er wilde Orgien und vergisst im Drogenrausch seine Gefahr. Sein Probelm ist nur, dass bereits eine Vielzahl an Auftragsmördern auf dem Weg zu ihm sind, um die Million zu kassieren...

 

Als Leser der Kritik wird man sich vornehmlich die Frage stellen, ob man sich den Film ansehen soll, oder nicht. Doch leider gibt es hier keine eindeutige Antwort. Zum Einen muss ich sagen dass die Zeit in Smokin' Aces sehr schnell vergangen ist und ich auch über den Großteil der Zeit gut unterhalten wurde, aber dem Gegenüber türmen sich nur so die Kritikpunkte des Films auf, die den Filmgenuss doch deutlich bremsen. Smokin' Aces will zu viel von allen möglichen Einflüssen unterbringen und vergisst dabei sich für eine Richtung zu entscheiden.

 

Das größte aller Probleme ist, dass das Grundkonzept von Regisseur und Drehbuchautor Joe Carnahan einfach nicht aufgeht. Er erzählt nämlich im Prinzip keine richtige Geschichte, sondern beschränkt sich auf Videoclip-artige Kurzszenen aller Darsteller, die sich am Ende zu einer Story formen sollen. Das funktioniert aber einfach nicht, da es soviele verschiedene Figuren gibt, die mal mehr, mal weniger gelungen sind und sich diese nicht nur innerhalb der Geschichte, sondern auch im Erzählfluss sehr im Weg stehen. Es gibt hier einfach viel zu viele Miniaturhandlungsstränge, die nicht zusammenpassen. Beim finalen Storytwist sollte man als Zuseher am besten gar nicht versuchen nachzudenken. Aus emotionaler Sicht ist der Schluss durchaus gut gelungen, aber logisch und stringent ist er absolut nicht.

 

Das Problem der vielen Handlungsstränge lässt sich am besten mit einem Vergleich zu Ocean´s Eleven erklären: Wo beim charmanten Film mit George Clooney, noch alle Protagonisten ein homogenes Team abgeben, agieren in Smokin' Aces alle gegeneinander und man kann sich als Zuseher absolut nicht entscheiden zu wem man halten soll. Die einzigen klaren Sympthieträger, sind in diesem Film die beiden FBI Agenten, dargestellt von Ryan Reynolds und Ray Liotta und diese gehen in der Flut an Nebensträngen einfach unter.

 

Aussedem lässt sich leicht ein weiteres Probleme klassifizieren: Smokin' Aces weiß einfach nicht was er sein will. Der Film ist viel zu brutal und blutig um als heiterer Unterhaltungsfilm durchzugehen und viel zu witzig und zynisch um als harter Thriller akzeptiert zu werden. Ein zweischneidiges Schwert ist der fast einstündige Shootout, der so etwas wie der, in die Länge gezogene Höhepunkt des Films ist. Hier wird das Hotel in Blut getränkt und jeder tötet hier jeden. Zwar erweist sich auch diese Szene als kurzweilig, aber sie unterstreicht noch wie wenig der Film eigentlich zu erzählen hat.

 

Wieder sehr streitbar sind die Figuren des Films. Vom Ghetto - Auftragskillerpaar, über eine rechtsradikale Bande, bis hin zu einem Auftragsmörder der die Identitäten spielend wechselt gibt es eine sehr große Auswahl an verschiedenen Charakteren. Doch erstens können nur wenige Figuren wirklich überzeugen und zweitens ergeben sich dadurch viel zu viele kleine Handlungsstränge, durch die man schnell den Überblick verliert. Die Story selbst ist sehr einfach und überraschend einfallslos und erweist sich als viel zu lasch um dem hohen Tempo des Films standzuhalten.

 

Die Darsteller des Films sind natürlich grundsolide, aber wenn man sich die Besetzungsliste ansieht, hätte man sich doch etwas mehr erwartet. Ryan Reynolds liefert eine sympathische Darstellung, aber auch er leidet an geringer Screen-Time.  Es ist halt selbst für versierte Darsteller sehr schwer in so kurzer Zeit eine Bindung zum Zuseher aufzubauen. Die Schwächen die sich also teilweise ergeben würde ich nicht den Schauspielern zuschreiben, sondern die Fehler eher im Drehbuch suchen.

 

Deshalb ergibt sich in Smokin' Aces zwar ein beeindruckender Cast, von dem man allerdings den Großteil nur sehr kurz zu Gesicht bekommt. Auch erweist sich die Inszenierung als zu gezwungen cool und so als wollte man um jeden Preis den Jugendlichen mit einer MTV-Ästhetik entgegenkommen. Doch dem Film selbst tut diese Herangehensweise nicht besonders gut. Vom Charme von Ocean´s Eleven ist man meileneweit entfernt, an die Coolness von Snatch kommt man in keiner Sekunde ran und von Tarantinos Stilgefühl träumt man höchstens. Deshalb ist Smokin' Aces ein kurzweiliger Film, der aber viel zu viele Schwächen hat um wirklich zu begeistern.

 

Fazit:

Smokin' Aces ist ein Film der sehr viel Potential verschenkt. Zwar ist er durchaus kurzweilig, aber die Geschichte entpuppt sich als sehr hohl und auch der finale Plottwist ist zwar emotional stark, aber einfach an den Haaren herbeigezogen. Auch die Coolness und der Humor wirken aufgesetzt und so als wollte man um jeden Preis hipp sein. Somit ist Smokin' Aces ein rasanter Film, bei dem die Geschichte aber bei weitem nicht genug hergibt um diesen rasanten Stil zu unterstützen. Auch weiß der Film nicht richtig was er sein will und die Mischung aus Unterhaltungsfilm und einem harten Thriller funktioniert so nicht. Den Kinobesuch sollte man sich auf jedenfall zweimal überlegen.

 

Wertung:

6/10 Punkte

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Ø Wertung: 6.5/10 | Kritiken: 0 | Wertungen: 18
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