Married Life

OT:  Married Life   -  91 Minuten - Drama 
Married Life
Kinostart: 12.09.2008
DVD-Start: Unbekannt - Blu-ray-Start: Unbekannt
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Harry Allen (Chris Cooper) will seine Frau Pat (Patricia Clarkson), wegen seiner Affäre zu Kay Nesbitt (Rachel McAdams), die er über alles liebt, verlassen. Da er es aber nicht übers Herz bringt, sich einfach von ihr scheiden zu lassen, weil er es niemals verkraften könnte, seine Frau, die er doch über all die Jahre geliebt hat, dermaßen zu verletzen, fasst er einen simplen, aber radikalen Entschluss. Um seiner Frau jeglichen Kummer, den sie durch eine Trennung erleiden würde, zu ersparen, beschließt er, sie zu vergiften. Kurz und schmerzlos. Dann würde dem neuen Glück mit seiner Geliebten nichts mehr im Wege stehen.

So weit, so gut. Doch wenn es um Frauen geht, ist jeder Mann ein Egoist, behauptet zumindest Harrys bester Freund Richard Langley (Pierce Brosnan), der gleichzeitig auch als Kommentator der ganzen Geschichte fungiert. Eine Weisheit, die schon früh im Film Eingang findet und sich im Verlauf der Geschichte mehr als bewahrheiten wird. Denn, wie könnte es anders sein, der gewiefte, lebensfrohe Richard verliebt sich in Kay und sein einziges Ziel ist es von nun an, sie seinem besten Freund auszuspannen und alles daran zu setzen, dass Harry bei seiner Frau Pat bleibt. Doch das ist leichter gesagt als getan...

Das Zünglein an der Waage, dafür, dass der Film gelingt, ist ohne Zweifel die herzhaft ironische und zugleich zynische Darstellung der Figur des Richard Langley, verkörpert von einem gut aufgelegten, sich selbst beinahe parodierenden Pierce Brosnan. Zusätzlich zu dem etwas düsteren Ton, den der Humor mehr als einmal anstimmt, bereichert er mit seiner Darbietung den Film um eine weitere Note eines humoristischen Untertons. Dies unterstützt den Film in seinem Vorhaben, sich von anderen Filmen dieser Gattung abzuheben, vorzüglich, gelingt es ihm doch, seine Thematik nicht allzu ernst zu nehmen, während er aber zugleich wichtige Beobachtungen über die Beziehung zwischen Ehe, Liebe, Mann und Frau, und wie alles miteinander zusammenhängt, anstellt.

Während die Handlung zu Beginn recht simpel anmutet, spiegelt dieser Umstand aber nur die Oberfläche des Films wider, gleichsam der am Anfang scheinbar glücklichen und perfekten Ehe zwischen den beiden Hauptfiguren Harry und Pat. Doch im Verlauf des Films offenbaren sich immer mehr Dimensionen und die Oberfläche wird Stück für Stück abgekratzt, bis sich für jede Figur, seine ganz persönliche, moralische Wahrheit entpuppt, nach der sie ihr Leben einzurichten hat. Dabei zeigt sich, dass Married Life mehr ist, als es zu sein scheint, denn es wird schnell klar, dass es, abseits seiner köstlichen Unterhaltung, gleichsam ein Sinnbild auf unser aller Zusammenleben innerhalb einer Ehe oder Beziehung darstellt.

Ein nicht unerheblicher Faktor für die Atmosphäre, bildet dabei die zeitliche Rückversetzung der Geschehnisse in die 1940er Jahre, gewinnt der Film nämlich gerade durch jene zeitliche Epoche viel an zusätzlichem Charme. Ein geschickter Schachzug, ohne Zweifel. Doch man muss Vorsicht walten lassen, denn zuviel des Guten kann manchmal abträglich wirken. Genau hierbei bekommt der Film Abzüge. Denn selbst für damalige Verhältnisse scheinen die Taten und Handlungen der Figuren, hin und wieder eine Spur zu übertrieben zu sein, was ihr Verhalten zuweilen schwer nachvollziehbar erscheinen lässt.

Ein negativer Aspekt durchaus, aber einer, der Married Life nicht viel an Spaß und Unterhaltung raubt, wenngleich es natürlich für den Gesamteindruck abträglich ist, aber da der Film ohnehin vorwiegend von seiner großartigen Besetzung und der charmanten Atmosphäre lebt, bekommt man, trotz kleinerer Mängel, einen sehr guten Kinoabend geboten. In dieser Hinsicht muss vor allem der gut gelaunten Schauspielerriege ein Lob ausgesprochen werden, die maßgeblich am Genuss des Filmerlebnisses beteiligt ist, da es ihnen vorzüglich gelingt ihre Charaktere zum Leben zu erwecken. In manchen Momenten ist es eine wahrhafte Freude, sie bei ihrem Schauspiel zu beobachten, obwohl es leider bei keinem zu einer absolut denkwürdigen Darstellung reicht.

Fazit:
Married Life bietet Hollywoodunterhaltung auf hohem Niveau, angereichert mit einigen, kleinen Mängel, die eine Höchstnote leider verbieten. Aber es gelingt dem Film ohne weiteres, sich von der Masse eintöniger Unterhaltungsfilme abzuheben, nicht zuletzt dank der sympathischen Ausarbeitung seiner Thematik. Man kann sich bedenkenlos ins Kino setzen, ohne jedoch großartiges zu erwarten, denn das wäre ein Wunsch, den dieser Film nicht auf voller Länge erfüllen kann. Married Life beinhaltet eine deftige Brise Humor, aber auch Spannung und eine kleine Portion Tiefgang. Ein erfrischend origineller Hollywoodfilm, soweit Originalität in Hollywood eben möglich ist, der sich mühelos die Note „Sehr gut“ verdient und dem Zuschauer einen erfreulichen Filmabend bietet.

Bewertung:

7/10 Punkte

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