Die Mumie 3: Das Grabmal des Drachenkaisers

OT: The Mummy: Tomb Of The Dragon Emperor   -  114 Minuten - Action / Abenteuer 
Die Mumie 3: Das Grabmal des Drachenkaisers
Kinostart: 08.08.2008
DVD-Start: Unbekannt - Blu-ray-Start: Unbekannt
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Filmkritik zu Die Mumie 3: Das Grabmal des Drachenkaisers

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Bestimmt kennt jeder das Gefühl, wenn man von Verwandten zu einer Dia-Show eingeladen wird, die naja, eben nicht so wirklich interessant ist. Oder das Gefühl wenn ein guter Freund begeistert eine lustige Geschichte erzählen möchte, die eben einfach nicht lustig ist. In so einem Fall gilt es dann meistens gute Miene zum bösen Spiel zu machen, und einfach so zu tun als würde man gut unterhalten werden. Die Mumie 3: Das Grabmal des Drachenkaisers fühlt sich genau wie ein solches Erlebnis an, nur dass wir absolut keinen Grund haben hier Unterhaltung vorzuheucheln. Viel mehr empfiehlt es sich gleich die sich bietende Gelegenheit zu nutzen und dieses Debakel auszulassen. Oder noch besser: Man greift einfach zu den zahlreichen besseren Alternativen die sich in diesem Sommer anbieten.
 
Nach dem Ende des zweiten Weltkriegs führen Rick (Brandan Fraser) und Evelyn (Maria Bello) ein eher ruhigeres Leben. Ihr Sohn Alex (Luke Ford) ist auf dem College und sie haben genug Geld um es sich gemütlich zu machen. Doch so richtig gefallen tut dies den Abenteurern nicht. Doch die Ruhe soll ohnehin bald vorbei sein, als Alex auf einer Ausgrabung das Grabmal des Drachenkaisers entdeckt, in dem sich die verfluchten Überreste des bösen Kaisers Han (Jet Li) verbergen. Sein Fund bleibt natürlich nicht lange geheim, und während eine Gruppe versucht den Kaiser zu erwecken, versucht eine andere Gruppe dies zu verhindern. Und das Wettrennen hat begonnen…
 
Gut, die Filmindustrie ist eine Industrie des Risikokapitals. Es kostet auf Grund der benötigten Technik nun einmal sehr viel Geld einen Film zu produzieren, und naturgemäß wollen die Produzenten auch einen saftigen Profit daraus schlagen. Doch manche Filme schaffen es eben gut den finanziellen Aspekt des Filmemachens mit dem künstlerischen Aspekt in Einklang zu bringen, siehe The Dark Knight, und manche Versagen dabei eben auf ganzer Linie. Die Mumie 3 gehört klar in letztere Kategorie, denn man hat den ganzen Film über das Gefühl in einem Schnellschuss zu sitzen, der nur mal eben abgefeuert wurde um noch einmal kräftig abzusahnen.
 
Zu Beginn scheint es so, als hätte sich Rob Cohen eine Liste mit Actionszenen gemacht, die er gerne in den Film gepackt hätte. Dabei ist er natürlich völlig ohne nachzudenken vorgegangen, da die Zeit ja schließlich drängt, und man von der ersten Idee, bis zum Kinobesuch so wenig Zeit wie möglich verstreichen lassen wollte. Danach hat er wohl diese Liste seinen Produzenten gegeben, die mit strengem Hollywoodblick erwidert haben, dass dies zu teuer wird, und man ja viel Profit machen will. Aber der gute Rob Cohen scheint sich bereits so in seine dämlichen Ideen verliebt zu haben (Yetis müssen unbedingt noch rein!), dass ihm ein genialer Gedanke gekommen ist: Warum sollte ich die Effekte streichen? Ich kann sie doch einfach billiger machen!
 
Heureka, und schon war Die Mumie 3 geboren: Ein Großteil der Effekte sehen dementsprechend mies aus. Nicht nur dass die zahlreichen Ideen ohnehin schon völlig unnötig gewesen wären, sie wurden auch noch schlampig und mit sichtlichem Zeitdruck im Nacken umgesetzt. Zugegeben, die wirklich vorhandene Ausstattung scheint einem groß angelegten Hollywood Film zu entsprechen, aber die CGI Effekt erinnern eher an die Abschlussprüfung eines müden Studenten als an ein erfahrenes Team, dass sich ihr Geld damit verdient. Aber wer weiß, vielleicht waren die Produzenten ja geizig genug um wirklich nur einen Studenten ran zu lassen? Falls dem so ist entschuldige ich mich natürlich bei diesem tapferen Helden. Denn in diesem Fall würden sich die Effekte natürlich ein großes Lob verdienen.
 
Doch für das vollkommen inspirationslose Drehbuch gibt es wohl keine Entschuldigung. Hier stand nur das eigene Unvermögen im Weg, oder vielleicht der störende Produzent, der den Autoren im Nacken gesessen ist, und ständig mit dem Finger auf die Uhr getippt hat. Denn wie man hier ein glattes Universum voll mit noch glatteren Figuren und völlig uninteressanten Plotpoints an den Haaren herbei zieht, dabei sowohl den gesunden Menschenverstand als auch die Intelligenz des Zusehers beleidigt und es noch dazu schafft die eigene Logik an dutzenden Stellen zu brechen, verdient sich durchaus Bewunderung. Denn selten habe ich einen Film erlebt der den Slogan „Nehmt mich bitte nicht ernst, ich will doch nur euer Geld!“ schon fast auf dem Kinoplakat stehen hat.
 
Die einzige Gewinnerin an Die Mumie 3 ist die ehemalige Hauptdarstellerin des Frachise Rachel Weisz, die von vorne herein erkannt hat, dass dieses Projekt zum Scheitern verurteilt ist, und rechtzeitig abgesprungen ist. Natürlich fehlt sie im Film, und kann von Maria Bello (die in David Cronenbergs A History of Violence so überzeugend war) nicht im Mindesten ersetzt werden. Doch es ist nicht ihre Schuld, dass ihr Rolle zur peinlichen Lachnummer gerät, die man kaum ertragen kann. Den Beweis dafür liefert der ansonsten so sympathische Brendan Fraser, der einer der großen Pluspunkte der ersten beiden Teile war: Denn aus den miesen und aufgesetzten Onelinern und den abgestandenen Gags kann auch er nicht mehr herausholen. Genau das bringt uns wieder zum einleitenden Absatz: Als Zuseher fühlt man sich schon fast peinlich berührt wie die Schauspieler zu Hampelmännern degradiert werden.
 
Selbst die Martial Arts Legende Jet Li und die großartige Michelle Yeoh hat man einfach nur verschenkt. Wenn man es nicht einmal mit solch großartigen Akteuren schafft eine vernünftige Kampfszene auf die Beine zu stellen, dann sollte man es am liebsten gleich lassen. Ja, Die Mumie 3 beinhaltet auf den ersten Blick alles was ein solcher Abenteuer-Action Film braucht: Eine Prise Romanze, viel Action, Humor und auch eine Prise Tragik. Doch all diese Komponenten wurden so dilletantisch verarbeitet, dass man wohl nur eine Zielgruppe erreichen kann: Die ganz Kleinen, die einfach noch nie einen richtig guten Film dieser Gattung gesehen haben. Es muss ein unglaubliches Erlebnis sein, wenn man zuerst Die Mumie 3 sieht, den Film toll findet und dann das erste Mal in seinem Leben die Indiana Jones Trilogie erblickt die einem förmlich die Augen öffnen wird. Die Mumie 3 ist wohl der Bodensatz der heurigen Sommer-Blockbuster und am besten ist man spart sich das Geld für den großartigen The Dark Knight auf.
 
Fazit:
Die Mumie 3 ist so glatt, berechnend und durch und durch anbiedernd, dass man sich den Eintritt am Besten von vorne herein spart. Gut, man kann noch über die dutzenden Dummheiten und Logikpatzer hinwegsehen die den Film durchsetzen, denn immerhin dient er ausschließlich der Unterhaltung, aber wenn ein Film so dermaßen uninspiriert und ideenlos ist, den Zuseher nur mit abgestandenen Witzen und seichten Pointen nervt, dann wirken die ganzen Dummheiten des Films noch wie zusätzlich Nadeln die dem geneigten Zuseher das Herz durchsieben. Das Schlimmste ist, dass der Film sein Naturell keine Sekunde lang verbergen kann: Hier will man einfach noch einmal abcaschen und sonst nichts. Alles fühlt sich übereilt und undurchdacht an, man vermisst sowohl Sorgfalt als auch Herz und am Ende fühlt man sich nicht unterhalten sondern einfach nur missbraucht. Gut, vielleicht findet manch einer seine Freude daran, vorwiegend jene denen einfach der Vergleich zu einem wirklich guten Abenteuerfilm fehlt, aber am besten ist es einfach diesen Film zu ignorieren und auf die besseren Sommerblockbuster zu warten.
 
Wertung:
3/10 Punkte

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