Leg dich nicht mit Zohan an

OT: You Don't Mess With The Zohan   -  113 Minuten - Komödie 
Leg dich nicht mit Zohan an
Kinostart: 15.08.2008
DVD-Start: Unbekannt - Blu-ray-Start: Unbekannt
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Wenn The Happening die „Gurke des Jahres“ ist, dann ist Zohan ... na ja auch irgendwas ganz Schlechtes. Denn selbst wenn man sich nach dem letzten Adam Sandler Debakel einredet, dass der Mann unmöglich noch schlechtere Filme machen kann, dann zieht er so ein Ding durch. Und beweist, dass er wirklich grottenschlecht ist! Wieder einmal „unterwältigt“ er den Zuschauer mit einer Aneinanderreihung zutiefst schmerzhafter und daher unfreiwillig tragischer Szenen, was an sich nicht weiter schlimm wäre, wenn es sich bei diesem Film nicht um eine Komödie handeln würde. Und was ist besser als eine humor- und witzlose Komödie? Alles andere!

Zugegeben, der Film beginnt vielversprechend, doch das war’s dann auch schon. Danach kommt nichts mehr. Am Anfang, als Zohan (Adam Sandler) noch in der Armee ist und scheinbar unüberwindbare Hindernisse mit spielerischer, nahezu unmenschlicher Leichtigkeit meistert und dabei auch noch einen kleinen Tanz aufs Parkett legt, da ist die Welt noch in Ordnung und der Zuschauer hegt den sehnsuchtsvollen Wunsch, endlich mal wieder eine Komödie im Austin Powers Format zu sehen. Doch kaum flüchtet Zohan nach Amerika, geht alles den Bach runter. Überraschenderweise gibt es aber, abgesehen von den ersten paar Minuten, noch einen kleinen, humoristischen Hoffnungsschimmer in Form des Taxifahrers Salim (Rob Schneider), der zumindest ab und zu für ein paar halbwegs gelungene Szenen zu haben ist.

Aber nun genug des Lobs. Denn eine Tatsache, die einem beim Zuschauen dieses Filmes schmerzhaft bewusst und ins Hirn gebrannt wird, besagt: Es wird schlimmer bevor es besser wird. Und diese Tatsache, die scheinbar das Kredo der Filmemacher war, gilt im Grunde für jede einzelne Szene. Denn jede Szene die folgt ist noch schlechter als die vorherige. Schon alleine dafür hat sich der Film etliche Beachtung verdient, ist das doch eine Leistung, die nicht jeder Film zustande bringt, nicht mal andere Adam Sandler Filme schaffen das durchgehend und derart spielerisch leicht. Zumindest in dieser Hinsicht ist der Film ein Meistwerk.

Das Problem bei diesem Meisterwerk der etwas anderen Art, ist der Umstand, dass es einem schwer fällt, den Film anzusehen. Hin und wieder gibt es das. Der Zuschauer empfindet einen tatsächlichen physischen Schmerz beim Betrachten eines Filmes. Manchmal ist das vom Filmemacher beabsichtigt und dient einem guten Zweck. Manchmal nicht. In diesem Fall dient es leider keinem guten Zweck, aber der Schmerz ist dafür umso größer, je länger man sich der Qual aussetzt. In der Tat entfaltet sich während einer unmenschlichen Spieldauer von gefühlten vier Stunden, die sich aber in Wirklichkeit als gerade mal 113 Minuten entpuppen, eine tiefschürfende, bewusstseinsverändernde Folter, die manche Zuschauer sogar veranlasste den Kinosaal zu verlassen, damit sie sich zumindest noch den letzten Rest Hirnschmalz retten konnten, der mit jeder quälend langsamen Filmminute immer mehr dahinschmolz und letztlich vollends zu verschwinden drohte.

Aber für alle tapferen Zuschauer, die sich selbst einmal einer zerebralen Folter aussetzen wollen, gibt es nun einige Schutzhinweise, wie man das Filmerlebnis dennoch halbwegs heil überstehen kann, ohne dass einem alle Hirnzellen gewaltsam abgetötet werden. Geht nicht alleine in diesen Film. Nehmt einen mental Gleichgesinnten mit, mit dem ihr gegenseitig die unfassbare Sinnlosigkeit des Films zumindest ansatzweise akzeptieren und verarbeiten könnt. Beherzigt die Regel, die für unfreiwillig komische Filme gilt, auch für unfreiwillig tragische Filme. Die da lautet, lacht über die unfreiwillige Komik, weint über die unfreiwillige Tragik. Tränen helfen den Schmerz zu verkraften. Nehmt eine PSP oder irgendeine andere tragbare Konsole mit. Dann habt ihr die Möglichkeit heimlich einen anderen Film zu schauen oder ihr könnt ein Spiel spielen. Eine andere Alternative wäre auch ein Buch und eine kleine Taschenlampe. Wichtig ist nur, dass sich der gequälte Zuschauer von dem Film abwenden und sich anderweitig beschäftigen und vor allem unterhalten kann.

Doch der wichtigste Schutzhinweis von allen, derjenige, den wirklich ausnahmslos alle beherzigen sollten, bevor sie es wagen den Film anzusehen, könnte einfacher gar nicht sein. Seht euch den Film nicht an! Nein, wirklich. Seht euch den Film nicht an. Das mag sich vielleicht banal und simpel anhören, doch man kann es nicht direkter und eindeutiger formulieren. Genau wie man von Drogen die Finger lassen sollte, sollte man auch von diesem Film die Finger lassen. Der Vorteil, im Gegensatz zu Drogen, ist jedoch leicht gefunden. Bei Zohan besteht zumindest keine Suchtgefahr.

Übrigens, der Film hat ja auch noch eine Handlung. Zohan, ein israelischer Supersoldat, flüchtet nach Amerika um Frisör zu werden, doch seine Heimat und seine Vergangenheit holt ihn ein und findet ihn. Ach, wie sympathisch liest sich diese Inhaltsangabe doch, aber seid gewarnt, fallt nicht darauf rein. Am besten sollte man Zohan mit einem Warnhinweise für radioaktiven Abfall versehen, statt mit einer Altersfreigabe.

Fazit:
Der Film strotzt nur so vor derben Witzen, die nicht witzig sind. Dabei symbolisiert ein winkender Penis (ja, richtig gelesen, Penis!) die ganze psychologische und physiologische Grausamkeit, mit der der Film, in seiner abgrundtiefen Niedertracht, den Zuschauer konfrontiert. Wer bei solchen und ähnlich gearteten Szenen nicht spürt, wie einem das letzte bisschen Verstand langsam aber sicher aus den Ohren tropft und sich Hilfe suchend nach dem nächsten Notausgang umsieht, der ist nicht mehr zu retten. Und wer dafür Eintritt bezahlt ist selbst Schuld, es sei denn es gibt da draußen Leute, denen es nach einer billigen und gründlichen Lobotomie dürstet, die werden zwar dennoch zwei qualvolle Stunden erleben, aber danach sind sie von allen Gedanken jeglicher Art befreit, für immer. Um Ratschläge, wie man vollkommen ohne Hirnaktivität dennoch weiterleben kann, wendet man sich an andere Adressen, eventuell wird es nach dem Kinostart von Zohan dafür einige Anlaufstellen geben, andernfalls fragt man einfach beim nächsten Paris Hilton Look-a-Like Teenie nach, die sprießen ohnehin so stark wie Zohans Schambehaarung.

Bewertung:

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