The Hitcher

OT: -  83 Minuten -  Thriller
The Hitcher
Kinostart: 02.03.2007
DVD-Start: Unbekannt - Blu-ray-Start: Unbekannt
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Filmkritik zu The Hitcher

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Die Produktionsfirma Platinum Dune, ist eine Tochterfirma von Michael Bays Firma Bay Films und wurde gegründet um jungen Talenten die Möglichkeit zu geben um sich in verhältnismäßig kleinen Filmen zu beweisen, bevor man sie an größere Projekte heran lässt. The Hitcher ist die vierte Produktion dieses Unternehmens und basiert wie die drei Vorgänger Michael Bay´s Texas Chainsaw Massacre, Amityville Horror und Texas Chainsaw Massacre: The Beginning auf einem Horrorklassiker. Letztendlich ist der Film zwar ein relativ unterhaltsames und interessantes Werk geworden, das jedoch nicht wirklich unter die Haut geht.

 

Das Paar Grace (Sophia Bush) und Jim (Zachary Knighton) planen in ihren Semesterferien einen Ausflug mit Jims Auto. Während sie im strömenden Regen miteinander diskutieren, taucht plötzlich eine still stehende Gestallt (Sean Bean) mitten auf der Straße auf. Jim kann gerade noch ausweichen und will den Mann fragen ob alles in Ordnung ist und ihn ein Stück mitnehmen. Doch da Grace zu viel Angst hat fahren sie weiter. Bei der nächsten Tankstelle halten sie und frischen ihre Vorräte auf. Doch da taucht plötzlich die mysteriöse Gestallt wieder auf. Er stellt sich als John Ryder vor und fragt ob sie ihn nicht doch ein Stück mitnehmen könnten. Jim fühlt sich schuldig da er ihn vorher so stehen gelassen hat und willigt ein. Nach einiger Zeit im Wagen holt John plötzlich ein Messer hervor und bedroht die beiden Jugendlichen. Gemeinsam können sie ihn zwar überwältigen und aus dem fahrenden Wagen stoßen, doch er gibt nicht auf und macht sich auf die Jagd nach den beiden Jugendlichen...

 

Das Remake des 1986 erscheinenden The Hitcher, mit Rutger Hauer in der Rolle des Mörders, ist mit einer Laufzeit von gerade einmal 84 Minuten sehr kurz geraten. Diesen kompakten Erzählstil erkennt man auch sofort. Die Geschichte beginnt sehr schnell, wir lernen die Hauptcharaktere kennen, und da sind wir auch schon mitten im ersten Angriff des Highwaykillers. Mit genau dem selben rasenden Tempo wird die Geschichte auch weitergeführt und bald schon folgt nach einem sehr kurzweiligen und unterhaltsamen Film der Abspann. Überraschend ist dabei dass man, obwohl die Figuren sehr schnell eingeführt wurden, dennoch eine sehr gute Beziehung zu den beiden Hauptpersonen entwickelt und mit ihnen mitfiebert.

 

Obwohl die Story sehr schnell vorgetragen wird, hat man nie das Gefühl dass man sie hektisch voran trieb, sondern die Laufzeit passt einfach ganz genau für die zu erzählende Geschichte. Weiters ist es gelungen einige wunderschöne Landschaftsaufnahmen in den Film einzubauen, die sich sehr positiv auf die New-Mexico Atmosphäre auswirken. Das größte Problem des Films ist jedoch ein sehr gravierendes für einen Thriller: Im Laufe des Films verstrickt sich, der auf einen realistischen Touch aufbauende Film, immer mehr in Ungereimtheiten und spätestens wenn John Ryder im Alleingang eine Polizeistation umbringt, ist die Glaubwürdigkeit dahin. Dadurch dass man dem Film nicht wirklich glaubt und ihn nicht für realistisch sieht, ist die Anspannung beim Zuseher natürlich weg. Ausserdem werden einige sehr bekannte Horrorklischeeszenen gezeigt, bei denen bei erfahrenen Zusehern schon lange keine Spannung mehr aufkommt.

 

Dadurch dass der Film, durch die oben angesprochenen Punkte, nicht wirklich unter die Haut geht, habe ich ihn mehr als ein actionhaltiges Roadmovie mit Thrillerelementen gesehen und nicht als den erwarteten packenden Thriller. Doch trotz diesen für einen Thriller ansonst tötlichen Schwachpunkte funktioniert The Hitcher auf seine eigene Weise ziemlich gut. Dies verdankt er vor allem den wirklich überzeugenden Darstellern und der guten Atmosphäre des Films.

 

Zum Einen sind zweifellos die Protagonisten zu erwähnen, die das Liebespaar sehr gut verkörpern und die Sympathien der Zuseher, trotz der geringen Einführungszeit, von Anfang an auf ihrer Seite haben. Zuerst werden sie von einem Wahnsinnigen verfolgt und dann hängt sich auch noch die Polizei an ihre Fersen, da sie im Verdacht sind selbst die Highwaymörder zu sein. In all diesen Stellen der Geschichte kann man sich sehr gut in ihre Situation einfühlen und leidet mit ihnen mit. Ihnen Gegenüber steht mit Sean Bean ein hervorragender Antagonist, der ihnen das Leben wahrlich zur Hölle macht. Wenn man der alten Filmweisheit glaubt dass ein Film nur so gut ist wie sein Antagonist, dann müsste The Hitcher ein hervorragender Film sein. Sean Bean geht in seiner Rolle vollkommen auf und man glaubt ihm sowohl den unschuldigen Passanten, den er am Anfang verkörpert, als auch den psychopathischen Mörder, der er im restlichen Film ist. Er liefert eine ausserordentlich kraftvolle Performance, die als der Glanzpunkt des Films zurückbleibt.

 

The Hitcher ist ein sehr gut gespieltes Roadmovie mit viel Action, das jedoch in seinen Thrillerelementen nicht überzeugt. Zwar gibt es einige wenige gut platzierte Schockmomente und eine grandiose, diabolische Darbietung von Sean Bean, jedoch geht der Film nicht unter die Haut. Perfekt inszeniert und stilistisch wirklich herausragend war die Verfolgunsszene, in der die beiden Protagonisten von einigen Polizeiautos und einem Hubschrauber verfolgt werden, und schließlich aus dem nichts von hinten der echte Highwaykiller auftaucht und alle Polizisten der Reihe nach erschießt, bis er schließlich wieder das Paar verfolgt. Die ganze Szene wird von Closer, von Nine Inch Nails unterlegt und wird zu einer perfekt abgestimmten Musik-Bild Komposition, die sehr beeindruckend ist.

 

Jedoch hebt auch diese eben von mir beschriebene Szene wieder das große Problem des Films hervor: Der Highwaykiller wird zu einer übermenschlichen Killermaschine, der jede Hürde überwinden kann und unschlagbar wirkt. Dadurch kann man sich als Zuseher nicht mehr sehr plastisch in den Film einfügen, sondern reduziert ihn vom glaubwürdigen Thriller zum Actionfilm, der zwar sehr schön anzusehen ist und auch auf seine eigene Weise überzeugt, aber eben nicht der packende Thriller ist, den man sich erwartet hat. Ich persönlich kenne das Original nicht und bin mit niedrigen Erwartungen in den Film gegangen. Deshalb hat er mir eigentlich auch ganz gut gefallen.

 

Fazit:

The Hitcher ist ein überraschend gut gespielter Film, der zwar in seinen Thrillerelementen nicht wirklich überzeugt, da alles viel zu übertrieben dargestellt wird, aber dennoch auf seine eigene Weise für einen unterhaltsamen Abend sorgt. Er ist im Endeffekt ein actionlastiges Roadmovie mit einige Thrillerelementen, das durch seine gute Atmosphäre und seine kompakte Erzählweise durchaus überzeugen kann. Dennoch werden Thrillerfans, die der Film wahrscheinlich hauptsächlich ansprechen sollte, etwas enttäuscht sein.

 

Wertung:

6/10 Punkte

Filmering.at
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