Robert Zimmermann wundert sich über die Liebe

OT: Robert Zimmermann wundert sich...   -  102 Minuten -  Romantikkomödie 
Robert Zimmermann wundert sich über die Liebe
Kinostart: 29.08.2008
DVD-Start: Unbekannt - Blu-ray-Start: Unbekannt
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Filmkritik zu Robert Zimmermann wundert sich über die Liebe

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Robert Zimmermann heißt wie Bob Dylan, weil seine Eltern sich zu Bob Dylans Musik kennen gelernt haben. Die Musik im Film ist aber von der Berliner „Kultgruppe“ Element of Crime. Und die Story selbst orientiert sich schwer am noch kultigeren THE GRADUATE von Mike Nichols.

Robert (Tom Schilling) ist 26 Jahre jung, hat eine hübsche Freundin und steht als Spieleprogrammierer kurz davor, berühmt zu werden und mächtig Kohle zu scheffeln. Bis er eines Tages die deutlich ältere Monika (Maruschka Detmers) kennen lernt und sich Hals über Kopf in sie verliebt. Doch nicht nur bei Robert sollte sich einiges tun – auch in seiner Familie geht’s drunter und drüber: Papa und Mama trennen sich, Roberts lesbische Schwester lässt sich von ihrem besten Freund schwängern...

Die Verfilmung von Gernot Grickschs Erfolgsroman zeigt jede Menge Irrungen und Wirrungen in der Liebe – Robert Zimmermann hat also allen Grund, sich zu wundern. Die filmische Umsetzung jedoch ist – abgesehen vom Beginn mit einer Egoshootersequenz – recht konventionell, ja fast schon altbacken geraten: Die Charaktere schlittern von einer Standardsituation in die nächste – Regisseur Haußmann versteht sich wiederum nicht als genauer Beobachter, sondern versucht, die Geschichte mit möglichst zahlreichen Wandlungen flott voranzutreiben.

Das gelingt ihm vor allem auch aufgrund der sympathischen Charaktere, die allesamt in einem Dreiecksgefüge zu stecken scheinen: Robert ist hin und her gerissen zwischen seiner Freundin und Monika, seine Schwester zwischen ihrer Lebensgefährtin und ihrem besten Freund, seine Eltern jeweils mit ihren neuen Lebenspartnern und Monika zwischen ihrem Sohn und Robert. Das Dreieck ist nicht nur die strengste geometrische Form, es sorgt in den Konstellationen der Personen für allerhand Trouble und somit beim Zuschauer für Amüsement.

Die Besetzung passt – Tom Schilling als junger, hipper und stets dem nächsten Trend entgegeneifernden Mitte 20er ist perfekt für seine Rolle gewählt, ebenso Maruschka Detmers als meist zurückhaltende und distanzierte, kühle Mitte 40erin. Die 1962 geborene Schauspielerin spielte bereits in den 80ern in Filmen wie PRÉNOM CARMEN von Jean-Luc Godard sowie in Marco Ferreris COME SONO BUONI I BIANCHI aus dem Jahr 1988. Ihre letzte Kinorolle liegt bereits einige Jahre zurück, in der Zwischenzeit hat sie in einigen TV Produktionen mitgespielt.

ROBERT ZIMMERMANN WUNDERT SICH ÜBER DIE LIEBE scheitert vor allem an seinen wenigen eigenen Ideen. Die Geschichte des jungen Mannes, der sich in eine ältere Frau verliebt, ist seit HAROLD & MAUDE oder eben seit THE GRADUATE (auf den auch recht häufig Bezug genommen wird) nichts wirklich neues mehr, entsprechend auch die eigentlich erschütternd altbackene Umsetzung. Motivationen oder Innenwelten der Figuren sind reichlich uninteressant, Hauptsache die Story wird Gag für Gag vorangetrieben. In seiner Komik liegt das weitere Potential des Films: Von recht bissigen Kommentaren zum deutschen Jugendschutz bis zu recht gelungenen Screwball-Comedy Einlagen reicht das Repertoire – langweilig wird der Film so mit Sicherheit nicht.


Fazit:

Leander Haußmanns neuester Film versucht es mit tollen Darstellern und einer Prise gut dosiertem Humor über seine wenig tiefgründige Story hinwegzutäuschen. Das gelingt nur bedingt, dennoch kann man mit ROBERT ZIMMERMANN WUNDERT SICH ÜBER DIE LIEBE seinen Spaß haben.

Wertung:
6/10 Punkte

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