Akte X: Jenseits der Wahrheit

OT:  The X-Files: I Want to Believe  -  105 Minuten -  Mystery 
Akte X: Jenseits der Wahrheit
Kinostart: 25.07.2008
DVD-Start: Unbekannt - Blu-ray-Start: Unbekannt
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Filmkritik zu Akte X: Jenseits der Wahrheit

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Akte-X – Die unheimlichen Fälle des FBI darf wohl getrost als eine der populärsten Fernsehserien der jüngeren Geschichte angesehen werden. Zumindest zu Beginn war der erfrischende Mix aus Krimi, Mystery und natürlich Verschwörungstheorien noch eine Ausnahmeerscheinung in der Fernsehwelt. Zugegeben durch David Lynchs großartiger Serie Twin Peaks inspiriert, aber durch den mainstreamlastigeren Aufbau einfacher für eine breitere Masse zugänglich, wurde die Serie zu einem Teil der Popgeschichte. 1998 folgte der erste Film, noch während die Serie im Fernsehen lief, jedoch musste man sich insofern Kritik gefallen lassen, war der Film doch in die Mythologie der Serie integriert, und schloss das Bindeglied zwischen den Staffeln fünf und sechs, und war somit für Nichtkenner eigentlich nicht wirklich geeignet. Nachdem die Serie schließlich im Jahr 2002, wohl auch bedingt durch den vorigen Ausstieg von Hauptdarsteller David Duchovny, eingestellt wurde, zogen erst einmal einige Jahre ins Land bevor man über einen weiteren Film nachzudenken begann. Doch dieses Mal sollte es ein allein stehendes Werk werden, das man auch ohne Kenntnis der Serie sehen kann. Und tatsächlich hat man sich diesen Punkt für Akte-X: Jenseits der Wahrheit zu Herzen genommen. Nur leider raubt diese Entscheidung einem großteils langweiligen Film jede Existenzgrundlage.

In einer dunklen Nacht wird unerwartet eine FBI Agentin in ihrem Haus überfallen, und von zwei Männern entführt. Das Mysteriöse dabei ist jedoch der geheimnisvolle Pater Joseph Crissman (Billy Connolly), der plötzlich Visionen hat, die scheinbar mit dem Verbrechen in Zusammenhang stehen. Währenddessen setzt das FBI alles daran um die vermisste Agentin wieder ausfindig zu machen, und man sieht die einzige Möglichkeit darin den Experten für die übersinnlichen Dinge erneut zu engagieren, Fox Mulder (David Duchovny). Doch da dieser nicht auffindbar ist, versucht man den Kontakt über seine frühere Partnerin Dana Scully (Gillian Anderson) herzustellen, die mittlerweile als Ärztin tätig ist, und gerade mit dem schwierigen Fall eines schwer kranken Kindes beschäftigt ist. Obwohl beide eigentlich nichts mehr mit dem FBI zu tun haben wollen, geben sie schließlich doch nach, und wollen die verschwundene Agentin finden…

Bereits wenn Hauptdarsteller Fox Mulder das erste Mal heruntergekommen in Erscheinung tritt, gibt es den ersten unangenehmen Aspekt für die deutschsprachigen Kinobesucher zu vermerken. Denn wie bereits im Trailer zu hören war, wird er nicht von seinem gewohnten Synchronsprecher Benjamin Völz gesprochen, da sich dieser finanziell nicht mit Fox einigen konnte. Gut, Chris Carter, seines Zeichen Erfinder der TV-Serie und Autor von rund einem Drittel der Seriendrehbücher, der den Film höchstpersönlich inszenierte, trifft für diesen Aspekt keine Schuld, und in der Tat werden sich die meisten auch schnell an die neue Stimme gewöhnen, aber das Problem von Akte-X: Jenseits der Wahrheit ist ein anderes.

Es ist nicht wie die Dialoge vorgetragen werden, es ist der stupide Blödsinn, der großteils von sich gegeben wird und der eigentlich nie über abgedroschene Binsenweisheiten und nervige Sprüche hinausgeht. David Duchovny findet überhaupt nie in den Film, wirkt stets irgendwie abwesend und scheint bereits während den Dreharbeiten mitbekommen zu haben, dass dieser Film nichts werden wird. Beinahe wirkt es so als wäre der Schauspieler schon während dem Drehen vom inspirationslosen Plot gelangweilt gewesen. Gillian Anderson wirkt dagegen schon etwas besser, spielt grundsolide, und ist eigentlich der einzige Lichtblick im Film (wenngleich man Duchovny sein Charisma trotz schlechter Leistung nicht absprechen kann), jedoch leidet sie vor allem am völlig unnötigen Subplot der um sie geschustert wurde, und am peinlichen Drehbuch im Allgemeinen.

Selbiges scheint nämlich keine Ahnung zu haben, was es denn nun eigentlich will, und manövriert sich ziellos von einem langweiligen Plotpoint zum Nächsten. Da wäre auf der einen Seite der Versuch eine relativ gewöhnliche Thrillerhandlung (angereichert mit absurden Ideen) zu erzählen, die schließlich mit dem Thema illegalen Organhandel sogar den Bezug zur Realität bewahrt, aber gleichzeitig versucht man natürlich auch etwas Übersinnliches einzubauen (geht ja gar nicht anders bei Akte-X). Nur leider wirkt die Handlung rund um den Pater, der die Story durch seine Visionen weiterbringen soll (welch kreativer Storykatalysator) einfach hineingeschustert, undurchdacht und im großen und ganze relativ inspirationslos. Als völlig überflüssig erweist sich schließlich der Subplot von Scully, der ihr etwas mehr Screentime verschafft, der aber absolut nichts zum Film beiträgt und somit nur ein reiner Zeitfresser ist.

Man könnte Akte-X: Jenseits der Wahrheit sehr schön als endlos aufgeblasene, schwache TV-Episode bezeichnen, die halt auf einer großen Leinwand gezeigt wird. Weder Produktionswerte, noch Schauwerte und schon gar nicht die inhaltliche Qualität rechtfertigen hier einen Kinobesuch. Das aber wahrscheinlich größte Problem des Films ist, dass er ganz einfach uninteressant und langweilig ist. So langweilig, spannungsarm und schlecht gemacht, dass er zwar nicht zur Parodie seiner selbst wird, aber mit Sicherheit dafür sorgt, dass man sich unruhig im Kinosessel wälzt. Der Film soll für sich alleine stehen, ist aber ganz einfach viel zu mies, als dass sich das irgendjemand antun sollte. Dadurch dass man auch darauf verzichtet hat die Mythologie der Serie weiterzuspinnen, ist er noch nicht einmal für Fans interessant. Der ironische Gag in Richtung George W. Bush bleibt eigentlich als einziger gelungener Moment in diesem ansonsten verbockten Film in Erinnerung. Im Endeffekt ist Akte-X: Jenseits der Wahrheit ein riesiger, hohler Magnet, dessen einzige Aufgabe es ist dem Kinogänger sein Geld aus der Tasche zu ziehen.

Fazit:
Eigentlich sagt man ja, dass es für einen Kritiker viel amüsanter ist negative Kritiken zu schreiben, aber im Fall von Akte-X: Jenseits der Wahrheit ist dies nicht wirklich der Fall. Denn der Film ist so belanglos, zerstückelt, uninteressant und spannungsarm, dass man noch nicht einmal gerne die Zeit aufbringt um ihn zu verreißen. Im Endeffekt ist es eine aufgeblasene schwache TV-Episode, die versucht einige Handlungsstränge mit aller Gewalt zu verbinden, aber dabei kläglich scheitert. Das Ergebnis ist nicht nur völlig ohne Spannung, sondern auch ohne Mystik und ohne Finesse. Aus meiner Sicht ist Akte-X: Jenseits der Wahrheit ein Hüftschuss, der nur gemacht wurde um die Cascow noch einmal kräftig zu melken. Völlig uninspiriert.

Wertung:

3/10 Punkte

Filmering.at
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Ø Wertung: 4.7/10 | Kritiken: 0 | Wertungen: 3
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