Non Pensarci - Nicht dran Denken

OT:  Non Pensarci   -  107 Minuten -  Komödie 
Non Pensarci - Nicht dran Denken
Kinostart: 22.08.2008
DVD-Start: Unbekannt - Blu-ray-Start: Unbekannt
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Filmkritik zu Non Pensarci - Nicht dran Denken

Von am

Wenn sich die neue, junge Generation italienischer Filmemacher aufmacht, antike Familientragik mit einem gehörigen Schuss Komik ins 21. Jahrhundert zu transportieren, ist zumindest Unterhaltung gewiss.

Stefano lebt als Rocker in Rom, ist sogar einigermaßen erfolgreich im Beruf wie in der Liebe – bis eines Tages das Unvermeidliche eintritt: Der Traum von der ersten CD platzt und zu allem Überfluss erwischt er seine Freundin in flagranti. Da ist es nur recht und billig, wenn spätestens jetzt mit 36 Jahren die Sinnsuche beginnt. Die führt Stefano zurück ins Elternhaus nach Rimini.

Der verloren geglaubte Sohn kehrt also wieder in den Schoß der Familie – doch dass sich auch dort in seiner Abwesenheit einiges geändert hat, wird Stefano erst nach und nach klar: Sein scheidungsgeplagter Bruder treibt die Kirschkonservenfabrik des Vaters in den Ruin, der spielt nach seinem Infarkt den ganzen Tag nur Golf, während sich Mutti in schamanische Selbstfindungskurse begibt. Einziges „normales“ Familienmitglied ist Schwester Michaela, doch über sie verbreitet Stefano das Gerücht, sie sei lesbisch…

Und so hätten wir im Kino dann einen Film, der sich anfühlt wie ein vierteiliger Fernsehspielfilm, und der sich vermutlich als solcher auch viel klarer entfalten hätte können. Zanasi – auch für das Drehbuch verantwortlich – begnügt sich lediglich damit, Themen oder Problematiken anzureißen, sie dann aber wieder in der Versenkung verschwinden zu lassen. Warum beispielsweise vermutet der eben heimgekehrte Stefano, dass seine Schwester lesbisch ist? Was steckt hinter der Liebelei, die sein Bruder mit einer rassen Prostituierten anfängt (von der klar ist, dass man sie auf ihn angesetzt hat)? Und wie kann es sein, dass gerade in einem italienischen Film über eine insolvente Firma ein Gewerkschafter gerade mal einen Kurzauftritt bekommt?

Fragen über Fragen, derer man sich noch genügend stellen könnte. Auch auf ganz erbärmliche Tiefschläge wird hier nicht verzichtet: Stefano ganz nebenbei eines Abends von seiner Mutter, dass sein Vater eigentlich ein anderer ist… Ja, NON PENSARCI würde tatsächlich Stoff genug für wochenlange Fernsehunterhaltung liefern, im Kino wirkt es vielmehr so, als hätte man an falschen Stellen gestrafft. Dass der Film dennoch einigermaßen nette Unterhaltung bietet und auch inszenatorisch eingängig und flott ist, sei an dieser Stelle aber nicht vergessen.

Fazit:

Leider erhält man in den letzten Monaten immer mehr das Gefühl, aus Italien würden nur zahlreiche Gute-Laune Filme ohne besonderen Tiefgang zu uns kommen. Da macht NON PENSARCI leider keine Ausnahme. Dem unterhaltsamen italienischen Filmabend sollte trotzdem nichts im Wege stehen…

Wertung:
6/10 Punkte

Filmering.at
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