All The Boys Love Mandy Lane

OT:  All the Boys Love Mandy Lane   -  91 Minuten - Thriller 
All The Boys Love Mandy Lane
Kinostart: 01.08.2008
DVD-Start: Unbekannt - Blu-ray-Start: Unbekannt
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Filmkritik zu All The Boys Love Mandy Lane

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Ein Horrorfilm, der irgendwie sehr schön ins Muster des Genre passt, aber irgendwie dennoch mit den Regeln spielt und sich auch anders als gewohnt anfühlt. Das ist ein ungefährer Umriss von dessen, was All the Boys Love Mandy Lane auf der Leinwand bewirkt. Natürlich fühlt man sich als Slasherfan sofort wohl, natürlich erinnern die Charaktere sehr an die üblichen Klischees der Teenie- und Slasherfilme und natürlich kann man den Schlusstwist mit Kreativität vorausahnen, ganz zu schweigen von der Identität des Mörders. Aber trotz alledem kreiert der Film eine solch fesselnde Atmosphäre, dass man sich gerne darin verliert, und durch das Spiel mit Genreregeln gewinnt er noch zusätzlich an Reiz.

Mandy Lane (Amber Heard) ist ein ganz besonderes Mädchen auf einer texanischen Highschool. Jeder will sie, aber keiner hat eine Chance. Sie ist unberührt, eine Herausforderung und vor allem wunderschön. Ihr bester Freund Emmet (Michael Welch) ist der einzige, der näheren Kontakt mit ihr hat. Doch nach einem unglücklichen Zwischenfall während einer Party, nachdem einer ihrer Verehrer zu Tode kommt, entfernt sich Mandy scheinbar von ihrem Freund Emmet, den alle für das Unglück verantwortlich machen. Neun Monate nach dem Ereignis hat sie näheren Kontakt zu einer der Cliquen und willigt ein gemeinsam mit Red (Aaron Himelstein), Jake (Luke Grimes),  Bird (Edwin Hodge), Chloe (Whitney Able) und Marlin (Melissa Price) zur Farm von Reds Familie zu fahren. Dort angelangt beginnt ein tödliches Spiel…

Zugegeben: Bereits nach der überaus stimmigen Einführung hatte mich All the Boys Love Mandy Lane in seinen Bann gezogen. Wenn Mandy Lane das erste Mal das Schulgebäude betritt, die Kamera ihr, fast wie in einer rockigeren Version von Gus Van Sants Elephant, nachschwebt, alle Blicke auf ihr liegen und sie schließlich beim Außenseiter Emmet stehen bleibt, dann macht es ganz plötzlich klick und man ist mitten im Geschehen. Für alle Spätzünder folgt dann noch eine stimmige Partyszene, die den Schalter wohl endgültig umlegen sollte.

Danach folgt erst einmal ein obligatorischer Zeitsprung, der die Brücke zwischen dem „schlimmen Ereignis“ in der Vergangenheit mit der heutigen Zeit schlägt. Hier herrschen einmal veränderte Vorzeichen, denn während Mandy zuvor nur mit ihrem Freund Emmet zu sehen war, lässt sie ihn plötzlich links liegen, und fährt mit einer Clique weg. Natürlich ist das Ziel eine entlegene Farm, was schon einmal die klassische Umgebung für den bevorstehenden Slasherpart zur Verfügung stellt.

Wirklich bemerkenswert an All the Boys Love Mandy Lane ist unter anderem, dass es sich der Film traut durchaus einen Gang herunterzuschalten und nicht nur einen Mord an den anderen zu hängen. Man versucht den, zugegeben etwas klischeehaften, Figuren ein Profil zu verleihen und tatsächlich gelingt es überraschend gut den Zuseher mitten ins Geschehen zu werfen und an die Protagonisten zu binden. Ähnlich wie in Brick wird ein schöner Blick auf die heutige Jugend geworfen, der zwar vielleicht nicht unbedingt zu neuen Erkenntnissen führt, aber dennoch für unterhaltsame und spannende Momente sorgt. Zumindest macht es Spaß in die Highschoolwelt zu tauchen und sich dort etwas herumzutreiben.


Ein weiterer bemerkenswerter Aspekt an All the Boys Love Mandy Lane ist der unwiderstehliche Look des Films. Fiebrige Aufnahmen, die den Zuseher förmlich ins Geschehen zwingen, ein teilweise angenehm rauer Retrolook, wie man ihn auch im The Hills Have Eyes Remake gesehen hat, und einfach das richtige Gespür für Coolness und Stil. Im Pulk der missratenen Horrorfilme aus Hollywood, die sich momentan eigentlich nur mehr in die Sparte der Remakes oder Fortsetzungen kategorisieren lassen, ist All the Boys Love Mandy Lane definitiv ein Lichtblick.

Wirklich interessant ist auch wie der Film mit den Genreregeln spielt und sich traut so manche ungewohnte Entscheidung zu treffen. Gerade als man als Zuseher leicht enttäuscht ist, da man meint bereits früh im Film den Mörder erraten zu haben, traut sich der Film einfach darauf zu verzichten den Mörder hinter einer Maske oder durch sonstige Tricks zu verbergen, was insofern interessant ist, kann sich der Film doch nun nicht mehr länger hinter dem klassischen Whodunit Motiv verstecken.

Die Morde sind dabei durchaus blutig geraten, aber stets spannend und fesselnd inszeniert, sodass sich keine Abstumpfung wie bei den Saw Filmen einstellt. All the Boys Love Mandy Lane setzt die Brutalität gezielt ein, ohne durch eine Überfrachtung kontraproduktiv zu werden. Doch der wahre Star des Films sind ohnehin nicht die Morde, es ist die herrliche Atmosphäre, die auf der einen Seite so stimmig ist, dass man sich darin verlieren kann, aber andererseits auch für genügend Spannung sorgt. Genrefreunde sollten definitiv einen Blick riskieren. Zugegeben, über das Ende kann man streiten, aber da es so kompromisslos in Szene gesetzt wurde kann man sich auch gerne darauf einlassen.

Fazit:

All the Boys Love Mandy Lane ist ein Slasher den man sich nicht entgehen lassen sollte. Das Kernstück des Films bildet eine wunderbare, fiebrige Atmosphäre die den Zuseher in seinen Bann zieht und bis zum Ende nicht mehr loslässt. Auch ist es sehr interessant wie der Film mit den Regeln des Genres spielt, manche bricht, manche erfüllt, aber dabei so gut wie immer überzeugt. Das Ende ist mit Sicherheit ein Punkt über den man diskutieren kann, aber durch die konsequente Inszenierung wirkt es durchaus stimmig. Überhaupt schafft es der gesamte Film geschickt zu betören: Seien es die wunderschönen Bilder, die stimmige Inszenierung, die fabelhafte Musikwahl oder einfach die subversive Erotik. Mandy Lane zieht jeden in ihren Bann.


Wertung:
8/10 Punkte

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Ø Wertung: 6.6/10 | Kritiken: 2 | Wertungen: 17
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