Mensch, Dave!

OT:  Meet Dave   -  90 Minuten -  Komödie 
Mensch, Dave!
Kinostart: 28.08.2008
DVD-Start: Unbekannt - Blu-ray-Start: Unbekannt
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Filmkritik zu Mensch, Dave!

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Mittlerweile hat der einstige Superstar und Publikumsmagnet Eddie Murphy endgültig seinen Status als Hollywoodstar verloren. Nachdem er in den 80er Jahren durch die Comedy-Sensation Saturday Night Live zu Ruhm erlang, und schließlich mit frechen und dynamischen Rollen in Nur 48 Stunden und natürlich in Beverly Hills Cop für Aufsehen sorgte und der wahrscheinlich Kassenstärkste schwarze Schauspieler dieser Zeit wurde, konnte er sich eine Zeit lange auf dem Thron halten, doch danach begab er sich auf einen bis heute andauernden Wechselkurs. Zwar schaffte er mit Der verrückte Professor durchaus noch einen finanziellen Achtungserfolg, doch gleichzeitig entwickelte er ein Faible dafür stets in mehrere Rollen zu schlüpfen, und begann dabei das Publikum zunehmend zu nerven.

Der Egotrip des einst so beliebten Schauspielers mit der großen Klappe bremste ihn immer mehr aus, und außerdem wurden Stimmen laut, dass der junge, freche und kraftvolle schwarze Schauspieler von damals, mit der großen Klappe und der blühenden Vitalität, mittlerweile satt geworden ist, und kaum mehr mit der früheren Dynamik auftreten konnte. Sein ambivalentestes Jahr erlebte er wohl im Jahr 2006-2007. Auf der einen Seite gewann er mit seiner, wirklich überraschend überzeugenden, Rolle in Dreamgirls den Golden Globe und sicherte sich auch eine Oscarnominierung in der Kategorie Bester Nebendarsteller. Aber andererseits leistete er sich auch das Debakel Norbit, von dem viele sagen dass er ihm den Oscar gekostet hat. Einen vorläufigen Karrieretiefpunkt, nachdem er nun einiges wieder gut zu machen hat.

Eines schönen Tages in New York klatscht plötzlich ein schwarzer Mann (Eddie Murphy), mit einem weißen Anzug aus dem Weltall direkt neben die Freiheitsstatue. Doch eigentlich ist dieser schwarze Mann nur ein menschlich geformtes Raumschiff, das von winzig kleinen Aliens unter dem Kommando von Nummer 1 (Eddie Murphy) gesteuert wird. Diese Aliens haben das Ziel einen mysteriösen Stein aus dem Weltall zu finden, der in New York abgestürzt ist, und den sie benötigen um ihren Planeten zu retten. Doch das Leben auf der Erde gestaltet sich als sehr schwierig, wenn man versuchen muss auf die Eigenheiten der Menschen zu reagieren. Doch mit der Hilfe von Gina (Elizabeth Banks) und ihren Sohn Josh (Austyn Lind Myers) wird das alles schon irgendwie klappen…

Überaschenderweise hat Eddie Murphy, kurz bevor Mensch, Dave! in Amerikan in die Kinos gekommen ist, bekannt gegeben, dass er sich nach diesem Film vom Kino zurückziehen wird. Eigentlich wäre ja bereits ein vierter Teil seiner Beverly Hills Cop Reihe angesetzt gewesen, und zum jetzigen Zeitpunkt ist es noch nicht bekannt, ob Eddie Murphy wirklich zurücktritt, und den angekündigten Beverly Hills Cop 4 sausen lässt, oder ob sich die ganze Aktion doch als hohle Marketingblase für Mensch, Dave! herausstellt. Denn ehrlich gesagt hätte sich Eddie Murphy schon einen besseren Abschiedsfilm verdient, wenngleich er eigentlich das letzte Drittel seiner Karriere bezeichnend wiedergibt.

Dabei muss aber auch erwähnt werden, dass Mensch, Dave! doch eine Steigerung gegenüber dem peinlichen Norbit darstellt, wenn auch nur eine kleine. Wer mit einem etwas flauen Gefühl im Magen ins Kino geht, wird sich zunächst durch den etwas seltsamen Beginn des Films bestätigt fühlen. Doch im Mittelteil gibt es tatsächlich einige gute Gags, die ihren Reiz besonders daraus ziehen, dass sie die eigenwilligen menschlichen Riten und die Zwänge des Alltags aus der Sicht eines Außenstehenden zeigen, und dadurch herrlich das Absurde am menschlichen Leben hervorbringen.

Doch im letzten Drittel, als schließlich die Meuterei im Raumschiff stattfindet rutsch Mensch, Dave! auf ein so peinliches Niveau herab, dass der stellenweise unterhaltsame Mittelteil wie vergessen scheint. Natürlich darf man auch nicht vergessen, dass sich auch der gelungene Teil an Mensch, Dave! nur auf mittelmäßigen Niveau abspielt, und es eigentlich schon traurig ist, dass man sich bereits darüber freut, wenn der einst so witzige Eddie Murphy eine mittelmäßige Leistung abliefert.

Einer der Hauptgründe warum Mensch, Dave! im letzten Drittel so an den Nerven zehrt ist, dass er völlig die Richtung wechselt. Während der Film zuvor eine harmlose, aber durchaus kurzweilige Gagparade ist, verläuft sich das letzte Drittel in einer wirren Mischung aus SciFi, Action und aufdringlicher Schnulzenromanze. Da sehen wir plötzlich einen Dave, der Laserstrahlen aus seiner Hand schießt, deplatziert durch die Szenen stolziert und natürlich am Ende noch einen kitschigen Monolog hält. Der mittelmäßige Rang den sich Mensch, Dave! zuvor erarbeitet hat, wird auf jedenfall durch dieses dilletantische Finale zerstört. Ein Kinobesuch lohnt sich für Mensch, Dave! also nicht wirklich, wer aber doch einmal dazu verdonnert wird den Film zu sehen, der wird zumindest nicht so stark leiden wie bei Norbit. Denn an einigen Stellen ist Mensch, Dave! wirklich lustig. Doch auf Dauer ist das leider zu wenig.

Fazit:
Mensch, Dave! ist ein leichter Aufwärtstrend nach dem desaströsen Norbit. Gut, es wäre auch wirklich ein Kunststück diesen miesen Film noch zu unterbieten. Doch tatsächlich macht Mensch, Dave! speziell im Mittelteil auch an manchen Stellen wirklich Spaß. Wie die Außerirdischen versuchen mit den Feinheiten der menschlichen Umgangsformen klarzukommen wurde wirklich unterhaltsam umgesetzt, doch auf Dauer ist dies leider zu wenig. Vor allem da der Film im letzten Drittel völlig abgleitet und sich selbst zur Peinlichkeit degradiert.

Wertung:

3/10 Punkte

Filmering.at
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