Dreamgirls

OT: -  131 Minuten -  Musical
Dreamgirls
Kinostart: 02.02.2007
DVD-Start: Unbekannt - Blu-ray-Start: 05.05.2011
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Filmkritik zu Dreamgirls

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Wer seine Träume erreichen will, muss seine moralischen Überlegungen vergessen. Diesen Leitsatz sollten sich vor allem angehende Stars gut einprägen. Besonders dies will uns Dreamgirls vermitteln, der den Zuseher in eine rasante Glitzerwelt entführt und ihm in unterhaltsamen 131 Minuten erzählen will, wie oberflächlich die Musikwelt doch ist. Diese Kritik erweist sich zwar als etwas platt und unausgegoren, aber die emotionale und glitzernde Oberfläche ist dennoch einen Blick wert.

 

Die drei Freundinnen Deena Jones (Beyonce Knowles), Lorell Robinson (Anika Noni Rose) und Effie Melody White (Jennifer Hudson) treten unter dem Namen "The Dreamettes" bei einem Talentwettbewerb an. Sie gewinnen zwar nicht, werden aber vom Gelegeheitsmusikmanager und Autoverkäufer Curts Taylor Jr. (Jamie Foxx) entdeckt und engagiert, um für den etablierten Künstler James "Thunder" Early (Eddie Murphy) im Background zu singen. Obwohl der langjährige Manager von James, Marty Madison (Danny Glover), dagegen ist und sich von der Zusammenarbeit distanziert, geht das Gespann gemeinsam auf Tour. Doch nach einem Autritt in Miami wird Curtis schnell klar, dass er etwas an der Konstellation ändern muss.

 

Die weißen Zuhörer werden durch die extrovertierte und energiegeladene Show von James Early abgeschreckt und so beschließt Curtis, die Dreamettes von James zu trennen. Er will eine Band die sowohl den weißen, als auch den schwarzen Zuhörern gefällt und deshalb schiebt er seine Freundin, und vergangene Leadsängerin, Effie in den Background und befördert die attraktive Deena Jones zur Leadsängerin. Diese kann zwar nicht so gut singen wie Effie, sieht aber dafür besser aus, was in der Welt des Fernsehens ein unschätzbares Kapital ist. Doch jetzt zerfressen Eifersucht und Wut die Band und deshalb beendet Curtis sowohl die Beziehung, als auch die Zusammenarbeit mit Effie. Er heiratet Deena und leitet die Gruppe mit eiserner Faust. Während die Band, die sich jetzt "The Dreams" nennt und einen Hit nach dem anderen abliefert, muss sich Effie, die als sie von Curtis verlassen wurde schwanger war ohne ihm das zu sagen, als alleinerziehende, arbeitslose Mutter durchschlagen. Auch der ehemalige Star James "Thunder" Early landet auf dem absteigenden Ast und verfängt sich in Alkohol- und Drogenabhängigkeit...

 

Der an der wahren Geschichte der Supremes angelehnte Dreamgirls entpuppt sich bald als rasantes und humorvolles Feel-Good Movie mit einigen dramatischen Zügen. Zwar können diese nicht durchgehend überzeugen und auch die kritischen Töne, die der Film an manchen Stellen, speziell über die Schnelllebigkeit und Skrupellosigkeit der Musikindustrie, anschlägt wirken sehr oberflächlich. Dennoch ist Dreamgirls ein Film, bei dem die Zeit wie im Flug vergeht und der trotz 131 Minuten Laufzeit nie langweilig wird. Dies liegt zum Großteil an den absolut vorbildlichen Darstellern.

 

Die beiden großen Frauen des Films, die beide aus der Musikwelt stammen, wurden bereits im Vorfeld sehr gelobt und überzeugen tatsächlich als gestandende Schauspielerinnen. Sowohl Beyonce Knowles, als auch Jennifer Hudson haben zwar den Vorteil dass vieles in Dreamgirls durch Musik zum Ausdruck gebracht wird, aber dennoch können sie sich als Schauspielerinnen profilieren und spielen mit sehr viel Emotion. Zwar ist Beyonce die Werbefigur für den Film, die überzeugendere Leistung bringt aber eindeutig Jennifer Hudson, die nicht nur durch ihre stimmlichen Qualitäten überzeugt, sondern auch große Gefühle glaubhaft übermitteln kann.

 

Dennoch bleiben die schauspielerisch überzeugensten Darbietungen ganz in der Hand der "echten" Darsteller. Jamie Foxx, traut sich zum ersten Mal zu einen Bösewicht zu spielen, der den ganzen Film über unsympathisch ist und lediglich am Ende einen kleinen Sympathiebonus bekommt. Er spielt seinen Manager als gefühlskalten und berechnenden Menschen, dem alles recht ist, das in irgendeiner Form Geld bringt. Als sein Manager-Gegenpart sehen wir einen Danny Glover, der schon sehr lange nicht mehr auf so hohem Niveau gespielt hat. Er spielt quasi das Gegenteil von Jamie Foxx und repräsentiert den einzig "Guten" in der rauhen Musikwelt.

 

Doch einer überstrahlt alle und bleibt als der Glanzpunkt des Films in Erinnerung: Eddie Murphy, der nach komödiantischen Hochleistungen in den 90ern, am Boden lag und dessen Karriere viele bereits als beendet betrachteten, spielt sich mit seiner feinfühligen und nuancierten Darstellung direkt in die Herzen der Zuseher. Im ersten Teil des Films spielt er den energiegeladenden Superstar mit magischer Anziehungskraft und er schafft es auch den facettenreichen Übergang zum alkohol-und drogenabhängigen Star am absteigenden Ast, glaubhaft zu portraitieren. Er spielt diese Rolle mit seinem ganzen Herzblut und es ist ergreifend ihn dabei zu beobachten. Er empfiehlt sich hier sehr für einen Oscar als bester Nebendarsteller und wird ihn aller Vorraussicht nach auch erhalten. Ein Goldjunge wäre der beste Startschuss für die Rückkehr an die Spitze für den, wie der Phönix aus der Asche steigende, Eddie Murphy.

 

An Unterhaltungswert mangelt es dieser kurzweiligen Musicalproduktion sicher nicht. Doch leider gibt es ein anderes Problem in dem Film: Nach der etwas ruppigen Einleitung, in der sich der Zusher erst mal orientieren muss, da er ohne Einführung in das Geschehen geworfen wird, vergeht die Zeit bis zur Mitte des Films sehr schnell. Doch dann, als sich sowohl die Dreamettes untereinander, als auch von James "Thunder" Early trennen, leidet der Film daran dass man als Zuseher viel mehr Interesse an den Nebenfiguren, als an der Band hat. Nach dem sich die beiden großen Pluspunkte, Eddie Murphy und Jennifer Hudson, von der Band verabschiedet haben und man sie seltender zu Gesicht bekommt erleidet der Film einen kleinen Einbruch.

 

Nichtsdestotrotz ist Dreamgirls ein kurzweiliger Unterhaltungsfilm auf relativ hohem Niveau. Die Zeit vergeht schnell und die Musiknummern sind gut inszeniert und überzeugen durchgehend. Lediglich dass selbst manche Dialoge gesungen werden wirkt sich störend auf den Handlungsfluss aus. Was übrig bleibt ist ein grelles, Glitzermusical mit vortrefflichen Kostümen, pompöser Ausstattung und etwas Kitsch das großteils viel Spaß macht und für einen unterhaltsamen Abend sorgt.

 

Fazit:

Dreamgirls ist ein großartig gespieltes Musical, das Spaß macht, aber leider etwas oberflächlich ist und in den dramatischen Aspekten der Geschichte nicht durchgehend überzeugt. Dennoch empfinde ich den Film alleine wegen der schönen Musik und einen fabelhaften Eddie Murphy als sehenswert. Für kurzweilige Unterhaltung und einen schönen, entspannenden Abend sorgt der Film auf jedenfall.

 

Wertung:

7/10 Punkte

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