Get Smart

OT: Get Smart   -  110 Minuten -  Action / Komödie 
Get Smart
Kinostart: 18.07.2008
DVD-Start: Unbekannt - Blu-ray-Start: Unbekannt
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Filmkritik zu Get Smart

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Zwar zeigte sich das Hollywoodkino seit jeher risikoscheu, aber speziell in den letzten Jahren hat dieser Trend eine unglaubliche Dimension erlangt. Um die Möglichkeit eines finanziellen Flops weitgehend auszuschließen, verzichten die Produzenten immer lieber auf das Risiko etwas Neues zu erschaffen. Die Literatur und das Theater waren ja schon immer beliebte Vorbilder, doch danach folgten die Comics und natürlich die Videospiele um nur einmal bei den Adaptionen aus anderen Medien zu bleiben. Viel unbeliebter sind nämlich die unzähligen Remakes, und seit neuem gibt es ja auch noch Serienverfilmungen. Die Simpsons machten es vor, Sex and the City lieferte die Bestätigung, und schon war der Weg geebnet. Überraschend ist eigentlich nur, dass man sich für Get Smart bei einer doch relativ alten Serie bedient hat, die weltweit wohl kaum die Popularität der prominenteren, oben genannten Serien teilt: Mini-Max (Im Original Get Smart). Und noch viel überraschender ist, dass das Ergebnis ausgesprochen gut unterhält.

Agent Maxwell Smart (Steve Carell) ist einer der besten Bürohengste der Geheimorganisation CONTROL und deshalb fällt es seinem Chef (Alan Arkin) auch schwer Maxwell seinen größten Wunsch zu erfüllen: Er will in den Aussendienst und hat auch alle Tests mit Bravour bestanden, doch seine großen Fähigkeiten im Büro binden ihn an seinen eingefahrenen Job. Doch als das CONTROL Hauptquartier von der feindlichen Organisation KAOS überfallen wird, und die Identitäten aller Agenten bekannt werden, bleibt CONTROL nichts anderes über als Maxwell gemeinsam mit Agentin 99 (Anne Hathaway), die unbekannt ist, da sie eine Gesichtsoperation hatte, loszuschicken um die Pläne von KAOS zu vereiteln…

Mini-Max avancierte in den 60ern zum Kult. Comedy-Legende Mel Brooks und Buck Henry zeigten sich für sie verantwortlich und neben den Gags und der gewitzten Action waren es vor allem die satirischen politischen Seitenhiebe die das Geschehen dominierten. In der Zeit des Vietnamkriegs, und natürlich des Kalten Kriegs, waren die pointierten Agentengeschichten eine gelungene Reflektion und Parodie auf die paranoiden Zustände in der westlichen Welt. Jeder verdächtigte jeden, überall könnte ein Doppelagent lauern und man weiß ja nie welche Waffen sich der Feind im Geheimen zusammenbastelt.

Der Kalte Krieg ist natürlich für die Verfilmung kein Thema mehr, sollte Get Smart doch auch kein direktes Remake mit gleichen Vorzeichen werden, sondern viel mehr eine Hommage, die in der aktuelle Zeit angesiedelt ist. Die Paranoia der aktuellen Gesellschaft sollte auch nicht allzu schwer auszumachen sein. Spätestens seit dem 11. September 2001 ist die Terrorgefahr in den Köpfen vieler Menschen allgegenwärtig und bietet natürlich auch eine wunderbare Angriffsfläche um einige Gags in diese Richtung abzufeuern und den Film um eine satirische Dimension zu erweitern.

Doch Get Smart nimmt diese offene Einladung nur bedingt an. Denn man hat sich wohl bewusst dazu entschieden den Film eher weg von der satirischen und politischen Dimension zu legen, sondern stattdessen beschränkt man sich zur Gänze darauf einfach nur zu unterhalten. Man muss dieses Vorgehen aber auch verstehen, könnten doch ansonsten speziell in den USA einige unliebsame Erinnerungen an die nicht so schönen Seiten des Lebens geweckt werden, die wohl den Unterhaltungsfaktor herunterdrücken würden. Und es ist sehr erfreulich, dass Get Smart auf der Ebene, auf der er operieren möchte auch blendend funktioniert.

Ein Hauptgrund für dieses Gelingen ist der erneut großartige Steve Carell. Nachdem er mit der TV-Serie The Office und dem weltweiten Kinoerfolg Jungfrau (40), männlich, sucht… groß durchstartete und mit dem von Kritikern und Publikum geliebten Little Miss Sunshine schließlich seinen vorläufigen Karrierehöhepunkt erreichte, danach aber leider mit dem schwachen Evan Allmächtig gehörig auf die Nase flog, ist es schön zu sehen, dass seine Karriere weiter nach oben zeigt. Nach Dan – Mitten im Leben und Horton hört ein Hu zeigt er in Get Smart erneut, dass er ein großartiger Komiker ist. Wenngleich es schön wäre ihn öfters in einem Film alá Little Miss Sunshine zu sehen.

Get Smart ist im Wesentlichen eine wunderbar abgedrehte Slapstick- und Wortwitzparade, die einen Großangriff auf die Lachmuskeln der Zuseher startet. Eine positive Erwähnung verdient sich auch der Trailer, der nicht dem aktuellen Trend aus Hollywood folgt die besten Gags schon Vorab zu verfeuern. Besonders das komödiantische Potential, dass sich aus der Figur von Steve Carell ergibt, die auf der einen Seite ein unerfahrener Bürohengst ist, aber andererseits durch Glück und verblüffenden Fähigkeiten für Überraschungen sorgt, wurde beispielhaft genützt, und wenngleich die Romanze zwar nach Schema F abläuft, stimmt die Chemie zwischen Steve Carell und Anne Hathaway sichtlich und es macht einfach Spaß den beiden zuzusehen.

Auch ist es schön, dass der Film es gleichzeitig schafft Fans der Fernsehserie durch zahlreiche Insidergags bei der Stange zu halten, aber auf der anderen Seite nicht den Fehler macht diese Insidergags nur den Serienkennern zu präsentieren. Denn unabhängig ob man denn die Serie kennt, oder nicht, die Gags funktionieren auf jedenfall, nur dass die Kenner eben noch mit einem zusätzlichen Retroelement belohnt werden. Besonders genial ist dabei der Kurzauftritt von Comedy-Großmeister Bill Murray. Allerdings sollte an dieser Stelle ganz klar die Originalversion empfohlen werden, da die vielen Wortwitze wohl kaum unbeschadet durch die Synchronisation kommen werden, und man sich den Genuss von Steve Carells Gagparade nicht entgehen lassen sollte. Zwar haben sich auch einige schwächere Gags in den Film geschlichen, die Story ist auch nicht der Rede wert und die Actionszenen kann man mit Sicherheit auch zu den Schwachstellen zählen, aber da die Unterhaltung im Großen und Ganzen stimmt, soll man sich nicht weiter damit aufhalten und sich auf den Spaß einlassen.

Fazit:
Get Smart ist lockere Unterhaltung wie sie sein sollte. Zwar hat man jede politische, satirische Dimension aus dem Konzept entfernt, aber dafür ist die Gagdichte angenehm hoch ohne jemals auf ein sinnloses, dümmliches Niveau abzusinken, und wenngleich einige Gags daneben gehen ist der Spaßfaktor doch angenehm hoch. Die Darsteller hatte sichtlich Spaß beim Drehen, die Chemie stimmt, und wenn auch manche Actionszene nicht ganz so toll geworden ist, kann das fertige Produkt im Endeffekt dennoch überzeugen und sorgt mit Sicherheit für eine unterhaltsame Zeit.

Wertung:

7/10 Punkte

Filmering.at
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Liste von Missdavies
Erstellt: 18.10.2015