Stirb Langsam 4.0

OT: -  129 Minuten -  Action
Stirb Langsam 4.0
Kinostart: 28.06.2007
DVD-Start: Unbekannt - Blu-ray-Start: 01.02.2013
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Filmkritik zu Stirb Langsam 4.0

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Er hatte es damals vorgemacht und veränderte mit seinem Auftreten ein ganzes Genre: Bruce Willis als John McClane ist der Prototyp des coolen Actionhelden und Stirb Langsam sowas wie der Urvater der heutigen Actionfilme. Als Held wider Willen trägt er sein weißes Unterhemd, ballert sich durch Unmengen an Gegnern und trägt dennoch immer einen lockeren Spruch auf den Lippen. Er ist der falsche Kerl am falschen Ort und füllt dennoch die Leinwand mit Charisma und Energie. Ja, als Filmfan muss man Bruce Willis einfach lieben. Kaum jemand ist ähnlich für eine solche Rolle geeignet und genau wie man Sylvester Stallone immer mit Rocky Balboa identifizieren wird, muss sich Bruce Willis es gefallen lassen für alle John McClane zu sein.

Die Filmwelt hat einen Kerl wie ihn auch wieder bitter nötig. Eigentlich wollte er schon länger keine Action Rollen mehr spielen, da er sich nicht reduzieren lassen möchte und seinen Horizont erweitern will. Die 80er Jahre haben allerdings ein schmerzliches Vakuum hinterlassen. Wo sind sie hin die großen Stars? Man sehnte sich nach den ehemaligen Helden wie Sylvester Stallone, Arnold Schwarzenegger, Mel Gibson und natürlich Bruce Willis. Kein Held mit ähnlicher Ausstrahlung ist in Sichtweite und die Actionfans müssen sich mit Darstellern abgeben, die ihren Idolen nie im Leben das Wasser reichen können.

Doch nun ist die Wartezeit zu Ende. Sylvester Stallone war es der sich als erstes wieder zurückmeldete und mit Rocky Balboa nicht nur seiner vielleicht wichtigsten Figur den würdigen Abschied bescherte, sondern vor allem der Welt eines zeigte: Die alte Garde kann es doch noch am Besten. Nächstes Jahr wird er hoffentlich mit John Rambo erneut zeigen, was in ihm steckt. Doch im hier und jetzt hat mein persönlicher Favorit unter den Actionstars Blut gewittert: Bruce Willis lässt John McClane wiederauferstehen und zeigt es mit Stirb Langsam 4.0  mal wieder allen. So muss ein Actionfilm aussehen und nicht anders.

Detective John McClane (Bruce Willis) bekommt den Auftrag den regierungsbekannten Hacker Matt Foster (Justin Long) zuhause abzuholen. Es sieht nach einem ganz gemütlichem Auftrag aus, doch als er bei ihm ist, werden die beiden plötzlich angegriffen. Der alte Hase McClane hat allerdings nichts verlernt, und gibt den Eindringlingen gleich eine Lektion in den Punkte Kämpfen und Sprücheklopfen. Bald schon stellt sich allerdings heraus, dass dieser Angriff nur die Spitze des Eisberges war: Amerika wird von hochtechnologisierten Terroristen angegriffen.

Unter der Leitung von Greg (Timothy Olyphant) attackiert ein Team von Computerspezialisten die Vereinigten Staaten und legt beginnend mit der Stromzufuhr alles lahm. Sie kontrolieren alle Elektronik im Land, lassen Ampeln verrückt spielen und richten somit verheerende Katastrophen an. Im Schutze des allgemeinen Chaos können sie ihre Pläne unbehindert durchziehen. Doch mit einem haben sie nicht gerechnet: John McClane ist ein höchst analoges Kampfgerät, der es locker mit der digitalen Streitmacht aufnimmt. Verzweifelt nimmt sich Greg McClanes Tochter als Geisel. Keine gute Idee. Denn nun ist Papi richtig sauer...

Machen wir es kurz: Stirb Langsam 4.0 rockt. Der Film macht so gut wie alles richtig, was die heutigen Actionfilme falsch machen. Natürlich ist die Story mit vielen Logiklöchern versehen und die Tricks die John McClane abzieht sind einfach unvorstellbar, aber das alles ist vollkommen egal. Stirb Langsam 4.0 macht verdammt viel Spaß und Bruce Willis geht in seiner Rolle vollkommen auf. Den Spaß an den Dreharbeiten kann man der Darstellerriege in jeder Sekunde ansehen und diese Energie überträgt sich ohne Verluste direkt auf den Zuseher.

Der Film macht von Anfang an richtig Spaß und legt ein schwindeleregendes Tempo vor. Bruce Willis greift nicht nur zur Kanone, sondern entwickelt einige Kreativität beim Ausschalten seiner Opfer. Während er mit dem Auto vor einem Helikopter flieht, erschießt er den Scharfschützen nicht einfach, sondern fährt einen Hydranten nieder, sodass sein Gegner vom Wasserstrahl aus dem Hubschrauber bugsiert wird. Der Helikopter selbst wird schließlich auf klassischer Art und Weise mit einem Auto zur Explosion gebracht. Solche Einfälle finden sich im Film haufenweise und bringen mächtig viel Spaß.

Natürlich wäre John McClane nicht John McClane wenn er nicht zu jeder Situation den passenden Oneliner auf den Lippen hätte. "Did you see this?" "No, I did this!". Bruce Willis ist um es salop auszudrücken so ziemlich die coolste Sau im Filmbusiness und dies zeigt er hier auch wieder auf eindrucksvolle Weise. Kein anderer kann diese "leckt mich doch alle am Arsch" Atmosphäre auf diese ungezwungene Art und Weise wie er präsentieren. Stirb Langsam 4.0 steht und fällt mit seinem Hauptdarsteller und Bruce Willis weiß wie man mit dieser Verantwortung umgehen muss.

Anders als in den Vorgängern wird John McClane allerdings nicht mehr alleine auf die Jagd geschickt. Da er zwar der Weltmeister der analogen Problemlösung ist, aber auf digitaler Ebene keinen Schimmer hat, stellt man ihm einen Partner zur Verfügung. Justin Long und Bruce Willis harmonieren wunderbar miteinander und so bekommt Stirb Langsam 4.0 auch noch Elemente des klassischen Buddy-Movie. Die Verbesserungen passen allesamt wunderbar ins Konzept und obwohl das Drehbuch eigentlich ursprünglich ein ganz anderer Film hätte werden sollen und schließlich nur auf Stirb Langsam 4.0 umgeschrieben wurde, kann man keine Schnitzer entdecken die den Filmgenuss trüben würden.

Ganz der 80er Retrofilm ist es nicht geworden. Dies liegt wohl großteils daran dass man in Amerika ein PG-13 Rating anstrebte, was es schließlich nicht ermöglichte viel Gewalt oder Schimpfwörter in den Film einzubauen. Doch für alle die schon im Vorfeld wegen dieses Rating am Verweifeln waren, kann ich Entwarnung geben: Natürlich werden keine wirklich brutalen Szenen gezeigt, aber das trübt den Spaß des Films gar nicht. Auch aus dem obligatorischen "Jipika-jeh Motherfucker" ist schließlich ein "Jipika-jeh Mother..." geworden, und es wird vorm Schimpfwort der Ton überlagert. Aber stören tut das wirklich nicht, da es erstens geschickt gelöst wurde, und sich zweitens jeder denken kann was er sagt. Es wurde also meiner Meinung nach eine gute Lösung gefunden um ein PG-13 Rating zu bekommen, ohne den Fans ihren Spaß zu rauben.

Vom Look her erinnert Stirb Langsam 4.0 sehr an einen modernen Film, ist aber im Inneren doch noch das 80er Actionmovie geworden, das ich sehen wollte. Der Film zeigt den heutigen Actionfilmen, wie man es richtig macht und legt die Messlatte für ähnliche Produktionen eine Stufe höher. Die Action ist aller erste Sahne und Stirb Langsam 4.0 wird in keiner Sekunde langweilig. Lediglich der Bösewicht ist deutlich schwächer als noch in den Vorgängern und das Finale hätte etwas bombastischer ausfallen können. Ansonsten ist es ein wunderbarer Unterhaltungsfilm geworden, der allen Actionfans Fun auf hohem Niveau bringen wird. So soll es sein.

Fazit:
Stirb Langsam 4.0 lässt mein Herz höher schlagen. Der Film zeigt den Actionfilmen der neueren Generation wie man es richtig macht und überzeugt auf ganzer Linie. Der Film startet mit rasendem Tempo und leistet sich auch keinen Durchhänger. Bruce Willis ist noch immer in Topform und die Rolle als falscher Kerl am falschen Ort ist ihm einfach auf den Leib geschrieben. Keiner verprügelt die Bösen besser und vor allem gibt es Keinen, der einen so reichhaltigen Schatz an trockenen Onelinern im Gepäck hat. Ein actiongeladener Höllenritt der Superlative mit Spaßgarantie. Die alten Recken können es doch noch am besten!

Wertung:
8/10 Punkte

Filmering.at
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Ø Wertung: 6.8/10 | Kritiken: 0 | Wertungen: 59
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