Tagebuch eines Skandals

OT: - 92 Minuten -  Drama
Tagebuch eines Skandals
Kinostart: 22.02.2007
DVD-Start: Unbekannt - Blu-ray-Start: Unbekannt
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Filmkritik zu Tagebuch eines Skandals

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Tagebuch eines Skandals ist einer dieser typischer Filme, an denen sich die Cineasten und die Mainstreamkinogänger aufspalten werden wie das Meer an einer vorragenden Klippe. Während die anspruchsvollen Kinogänger nach diesem Werk jubeln werden, werden Durchschnittskinogänger, die sich nur einen unterhaltsamen Abend machen wollten, enttäuscht und vielleicht sogar gelangweilt abziehen. Denn Tagebuch eines Skandals ist eben genau so ein Film, der jede Form von Action, oder aufdringlicher Effektharscherei aussen vorlässt, sich ganz auf seine zwei Hauptdarstellerinnen und die ergreifende Geschichte verlässt. Deshalb muss gleich an dieser Stelle erwähnt werden, dass sich Zuseher die mit solchen Werten nichts anfangen können lieber einen anderen Film suchen sollten. Anspruchsvolle Geister, kommen hier jedoch voll auf ihre Kosten.

 

Barbara Covett (Judi Dench) arbeitet als Lehrerinn an einer Schule und hat weder unter dem Lehrerkollegium, noch im Privatleben eine echte Freundin. Deshalb vertraut sie ihre Geheimnisse nur ihrem Tagebuch an. Doch als die neue Lehrerin Sheba (Cate Blanchett) in der Schule zu arbeiten beginnt, fühlt sich Barbara sofort von ihr angezogen. Sie hat alles was ihr selbst fehlt: Einen Mann, Kinder, Jugend und Schönheit. Die beiden lernen sich kennen und freunden sich an. Doch als die beiden Freundinnen immer mehr aneinander geschweißt werden, entdeckt Barabara, dass Sheba eine Affäre mit einem 15 jährigen Schüler hat. Barbara will die Situation ausnutzen und Sheba noch mehr an sich binden...

 

Tagebuch eines Skandals  beginnt mit sehr gemächlichem Tempo und führt in aller Ruhe die Charaktere ein, bis sich die Affäre enthüllt und der Film in eine ganz andere Richtung geht. Wird zu Beginn noch das Zeichnen einer engen Freundschaft in den Vordergrund geschoben, ändert sich der Film allerdings nach der Aufdeckung der Affäre vollkommen. Nun bekommt der Zuseher ein fesselndes Katz und Maus Spiel geboten. Sheba steht mit dem Rücken zur Wand. Barbara nutzt sie schamlos aus, um sich eine künstliche Beste Freundin zu schaffen. Sie entwickelt eine Obsession und fordert Sheba ganz für sich. Die Gefühle schaukeln sich immer mehr auf und die Lage eskaliert.

 

Obwohl mit Bill Nighy ein durchaus überzeugender Darsteller für die Rolle von Shebas Ehemann verpflichtet wurde, kann man den Film fast nur als Kammerspiel zwischen Judi Dench und Cate Blanchett betrachten. Die beiden Darstellerinnen werden deutlich in den Vordergrund geschoben und mit ihren grandiosen Darstellungen tragen sie den Film ganz alleine auf ihren Schultern. Wie sie es zuerst schaffen Sympathien zu erzeugen und sich das Blatt dann wendet, die beiden es alleine durch Dialoge und Ausdruck schaffen den Film spannend und mitreissend zu halten ist bemerkenswert.

 

Dabei weiß man nicht, wen man mehr loben soll. Die Hauptdarstellerin ist zwar Judi Dench und sie überzeugt besonders durch ihr ruhiges und feinfühliges Spiel, aber auch Cate Blanchett mit ihrer facettenreichen Darstellung steht ihr in nichts nach. In Wahrheit sollte man keine Darstellerin über die andere stellen, da sie es beide schaffen den Zuseher auf ihre Weise zu beeinflussen. Judi Dench stellt den Antagonist gekonnt dar, die man als Zuseher wahrlich verachtet und Cate Blanchett spielt den Protagonist, der die Sympathien, obwohl sie im Film keine weiße Weste hat, ständig auf ihrer Seite hat.

 

Somit ist mit Tagebuch eines Skandals ein durchgehend intelligentes Drama mit einigen Thrillerelementen geworden, das wohl hauptsächlich für anspruchsvolle Kinogänger geeignet ist. Ein weiterer großer Pluspunkt geht an den Score von Philip Glass, der es sowohl schafft, dass sein Soundtrack die Szenen im Film unterstützt, als auch den Zuseher, durch seine wunderschöne Klangfarbe, in Erinnerung zu bleiben.

 

Fazit:

Tagebuch eines Skandals ist ein sehenswerter Film für ein anspruchsvolles Publikum, der eigentlich nur durch die intelligente Story und die grandiosen Darstellerinnen lebt. Die Geschichte entwickelt sehr viel Kraft und staut sich zu einem Emotionshöhepunkt auf. Auch der Score von Philip Glass und die gekonnte Inszenierung können sich sehen lassen!

 

Wertung:

8/10 Punkte

Filmering.at
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Liste von hans-dieter
Erstellt: 26.04.2015