Die Simpsons - Der Film

OT: -  87 Minuten - Animation
Die Simpsons - Der Film
Kinostart: 26.07.2007
DVD-Start: Unbekannt - Blu-ray-Start: Unbekannt
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Filmkritik zu Die Simpsons - Der Film

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Wer kennt sie nicht, die gelbe Kultfamilie, die seit 20 Jahren die Fernseher rund um den Globus unsicher macht? Die Rede ist natürlich von den Simpsons, den Fahnenträger der Popkultur schlechthin und eine Fernsehserie, welche nicht nur eine unglaubliche Masse an Fans ihr eigen nennt, sondern von sich behaupten kann sowohl Kritiker, als auch das Publikum voll und ganz auf seiner Seite zu haben. Ja, Die Simpsons sind kult und eigentlich schon mehr als "nur" eine Sendung im Fernsehen.

Sie sind repräsentativ für unsere Gesellschaft und wagen es auch immer wieder eben diese mit viel Zynismus aufs Korn zu nehmen. Besonders die Amerikaner geraten häufig ins Kreuzfeuer der subtilen Anspielungen und finden sich als Zielscheibe der sympathischen Gelbhäuter wieder. Diese oft bitterböse Abrechnung mit dem American Way findet jedoch nicht nur breite Zustimmung, sondern vor allem erzkonservative, puristische Amerikaner störten sich an der Serie. Dem Erfolg tat dies jedoch keinen Abbruch.

Das Licht der Welt erblickte die Familie das erste Mal im Jahr 1987, als Produzent James L. Brooks, der durch die Life in Hell Comics auf Matt Groening aufmerksam wurde, bei dem Zeichner etwas Neues für seine Tracy Ullman Show bestellte. So kam es dass Die Simpsons schließlich als Kurzfilm über die Bildschirme flackerten, doch dies war erst der Anfang einer Weltkarriere. 1989 griff der amerikanische Fernsehsender Fox die Familie auf und gab eine Fernsehserie in Auftrag.

Der Rest ist Fernsehgeschichte. Die Simpsons eroberten unsere Wohnzimmer und sind seit 1991 auch im deutschsprachigen Raum zu sehen. Am 20. Mai 2007 wurde in den USA die 400. Episode ausgestrahlt und somit avancierte die Kultserie zu einer der am längsten laufenden Fernsehserien aller Zeiten. Die Gerüchte um einen Kinofilm gibt es bereits seit den Anfangszeiten der Serie. Bereits vor 10 Jahren registrierte 20th Century Fox die Domain Simpsonsmovie.com, und so war es eigentlich nur eine Frage der Zeit bis Die Simpsons auch in den Kinos zu sehen sind.

Lange Zeit ging man davon aus, dass der Film im Sommer 2008 kommen würde, doch man überraschte die Fans, als man vor Ice Age 2 einen kurzen Teaser im Kino zeigte, welcher den Film schon für 2007 ankündigte. Und nun ist es soweit, Die Simpsons erorbern die große Leinwand. Die Meinungen darüber gingen jedoch grob auseinander. Viele freuten sich uneingeschränkt auf den Film, jedoch gab es auch Stimmen, die bezeifelten, dass das Konzept der Serie im Kino funktionieren würde. Was ist nun herausgekommen? Leider nicht das Meisterwerk, was die Serie für das Fernsehen war. Aber dafür ein sehr unterhaltsamer Film, der einfach Spaß macht.

In Springfield kündigt sich eine Krise an. Nachdem die Band Green Day, während eines Konzertes durch die hohe Verseuchung des Lake Springfield, ums Leben kommt, versucht Lisa die Umweltbedrohung in den Griff zu bekommen. Währenddessen hat Grandpa in der Kirche eine Vision und warnt die Stadt vor einem drohenden Unheil. Marge glaubt im Gegensatz zu allen anderen, dass man diese Vision nicht auf die leichte Schulter nehmen sollte und vermutet, dass Homers neues Hausschwein für die Katastrophe sorgen wird.

Damit liegt sie auch goldrichtig, denn als Homer das Silo mit dem Schweinekot nicht vorschriftsmäßig entsorgen will, und es stattdessen einfach in den Lake Springfield kippt, sorgt er für eine Umweltkatastrophe. Dies zieht wiederrum die Aufmerksamkeit von Präsident Schwarzenegger auf sich, welcher eine riesige Glaskuppel rund um die Stadt positioniert. Ein wütender Mob, durstet nun nach dem Leben des Verursachers. Homer muss sich also mit den aufgebrachten Nachbarn und dem Zorn seiner Familie auseinandersetzen. Hinzu kommt, dass Bart sich in letzter Zeit überraschend gut mit Flanders versteht und in ihm so eine Art Ersatzvater gefunden hat...

Was wäre der Fernsehalltag ohne Die Simpsons? Für mich sind sie aus dem täglichen Fernsehprogramm einfach nicht wegzudenken und ich bin seit unzähligen Jahren ein großer Fan der gelben Familie. Dennoch stand ich dem Kinofilm skeptisch gegenüber. Die Simpsons sind nun mal auf knappe 20 Minuten ausgelegt und wenn wir ehrlich sind, erwarten wir uns doch etwas anderes, wenn wir ins Kino gehen, als wenn wir den Fernseher einschalten. Zumindest teilweise haben sich meine Befürchtungen als berechtigt erwiesen, denn man muss zugeben dass es schon deutlich bessere Kinofilme gegeben hat. Und selbst der Konkurrenz vieler Serienepisoden ist der Kinofilm nicht gewachsen.

Der Film lässt sich wunderbar in drei Akte zerteilen, die in ihrer Qualität leider deutlich schwanken. Der erste Akt ist dabei der deutlich beste des Films. Hier stimmt einfach alles und Die Simpsons - Der Film liefert ein wahres Feuerwerk an Gags und skurrilen Einfällen, die bereits Großes vermuten lassen. Schon die Einleitung in den Film ist sehr gelungen. Nachdem Ralph Wiggum die 20th Century Fox Fanfare unterstützt sehen wir einen Itchy & Scratchy Cartoon, der sich später als Kinofilm herausstellt. Homer fragt sich wieso man für etwas bezahlen soll, was man täglich gratis im Fernsehen bekommt. Danach wendet er sich demonstrativ an den Zuseher. Genau so muss dieser Film beginnen.

Doch dann kommt leider der zweite Akt und die Qualität sinkt merklich. Der Grund hierfür ist klar: Während man im ersten Akt noch voll und ganz auf die Gags setzte, versucht man in diesem Abschnitt die Geschichte weiter zu bringen. Dies ist jedoch leider nicht wirklich reibungslos gelungen. Während man es in der Serie vorbildlich schaffte die Geschichten durch Gags und Witze zu erzählen, trennt der Kinofilm diese beiden Aspekte. Die Gags stehen oftmals völlig für sich, was nicht negativ ist, jedoch wird die Geschichte an manchen Stellen recht zäh weitererzählt, was sehr wohl negativ ist.

Im dritten Akt bessert sich die Lage dann wieder etwas. Zwar greifen die einzelnen Storyräder nicht immer reibungslos inneinander, aber der Film zieht wieder an. Dennoch ist der holprige Mittelteil sehr ärgerlich, denn Durchhänger ist man von den Simpsons einfach nicht gewohnt. Überhaupt fällt an einigen Stellen ein Unterschied zur Serie auf. Vielleicht liegt es an der höheren Erwartungshaltung, die entsteht sobald man ein Kino betritt, aber die Struktur wirkte einfach nicht so passend und homogen wie man es gewohnt ist. Irgendwie fehlt an manchen Stellen das Simpsons - Feeling.

Ein möglicher Grund dafür ist wohl auch, dass man viele Nebenfiguren fast sträflich vernachlässigt hat. Die Simpsons - Der Film klammert sich nur an die Familie und lässt fast keinen Raum für die unzähligen Charaktere, welche das Simpsons Universum erst so liebenswert machten. Lediglich einer bekommt etwas mehr Raum, und dabei ist es gerade die Episode um diese Figur welche man als weiteren Negativpunkt erwähnen muss. Die Geschichte rund um Ned Flanders, der für Bart so eine Art Ersatzvater wird, ist nicht nur uninteressant, sonder vor allem auch nicht nachvollziehbar.

Man erinnert sich zurück an die Episode, in der Bart und Lisa vom Jugendamt zu den Flanders gebracht werden und dort vom religiösem Wahnsinn so eingeschüchtert werden, dass sie den Flanders für immer abschwören. Beim  Film nun lassen sich die rebellischen Ansichten von Bart ohne Probleme mit dem religiösem Eifer von Ned in Einklang bringen, was uns zu einem weiteren Negativpunkt führt: Während sich der Film im ersten Abschnitt durchaus bissig präsentiert und einige Seitenhiebe parat hat, sucht man diese danach vergebens.

Die Simpsons - Der Film erweist sich als über weite Strecken handzahm und baut Szenen ein, die man so nicht erwartet hätte. Zwar spielte der Zusammenhalt der Familie auch in der Serie immer eine große Rolle, jedoch präsentierte man die Happy Endings dort immer noch mit einem Augenzwinkern. Wenn sich im Film die Familie vereinigt und so die Bedrohung abwendet, sucht man diesen ironischen Wink vergebens. Auch beim Streit mit Marge, als Homer schließlich auf einer herzförmigen Eisscholle davontreibt, welche in der Mitte zerbricht, lässt sich keine Ironie entdecken. Man hat sich dem Mainstream etwas zugewand, und entfernt sich so etwas von der Serie.

Dies klingt jetzt alles vielleicht schlimmer als es wirklich ist, aber als langjähriger Fan der Serie fallen beim Film eben so einige Negativpunkte auf. Ausgeglichen wird das Ganze jedoch vom überaus hohem Unterhaltungswert des Films. Es gibt unzählige Gags die gelungen sind und einge davon sorgen für regelrechte Lachkrämpfe. Zwar muss man auch erwähnen dass die Witze oberflächlicher sind und weniger hintergründig als zu den besten Zeiten der Simpsons, aber dennoch sollte man sich diesen Spaß nicht entgehen lassen.

Fazit:
Als langjähriger Fan der Simpsons fallen mir so einige Punkte auf, die den Film negativ beeinflussen. Dennoch muss ich zugeben, dass der unglaublich hohe Unterhaltungswert darüber hinwegtröstet. Die Simpsons - Der Film bietet Kurzweiligkeit mit Schenkelklopfergarantie. Auch wenn die Witze oberflächlicher, die Geschichte weniger kompakt und das gesamte Setting weniger perfekt, als zu den besten Zeiten der Serie, ist.

Wertung:
7/10 Punkte

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Ø Wertung: 7.3/10 | Kritiken: 0 | Wertungen: 51
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