![]() ![]() Der unglaubliche Hulk OT: Regie: Louis Leterrier Drehbuch: Zak Penn Filmstart: 11.07.2008 | Laufzeit: | Comic-Action |
Die Geschichte des Bruce Banner (Edward Norton) ist eigentlich hinlänglich bekannt. Ein Wissenschaftler, der einer Überdosis Gammastrahlen exponiert wurde, verwandelt sich, wenn er gereizt oder in die Enge getrieben wird, in das unkontrollierbare, vor Kraft und Energie fast platzende Monster Hulk. Ständig vom Militär gehetzt, versucht er sein anderes Ich endgültig loszuwerden, da er es als Krankheit empfindet, die er mit Hilfe von Betty Ross (Liv Tyler) heilen will. Erst als das Militär unter der Leitung von General Thaddeus „Thunderbolt“ Ross (William Hurt) aus dem Soldaten Emil Blonsky (Tim Roth) die alles zerstörende Bestie Abomination erschafft, ist Banner gezwungen, eine endgültige Entscheidung über die Akzeptanz seiner grünen Persönlichkeit zu fällen...
Es wird versucht, im Film einen Bruce Banner zu zeigen, der mit seinen inneren Dämonen hadert und dadurch gezwungenermaßen zu einem Ausgestoßenen der Gesellschaft wird. Leider gelingt das nicht über die volle Distanz. Hulk, der von so großen Vorbildern wie Frankenstein und Dr. Jekyll und Mr. Hyde inspiriert wurde, ist eine Versinnbildlichung und gleichzeitig metaphorische Gegenüberstellung unserer aggressiven Menschlichkeit. Dieser Umstand negiert die Möglichkeit, dass der Hulk ein Superheld im eigentlichen Sinne ist, sondern vielmehr ein Antiheld, der seine Fähigkeiten als Fluch empfindet und es selbst kaum in der Hand hat, zu bestimmen, wann er sich in den Hulk verwandelt. Denn wie es auch schon in Goethes Faust heißt, wohnen zwei Seelen in seiner Brust, die im Falle Bruce Banners unterschiedlicher kaum sein könnten.
Fazit:
Auch wenn Der unglaubliche Hulk kein Meisterwerk unter den Comicverfilmungen darstellt, schafft er es trotzdem, das Interesse an diesem Marvel Monster (um bei Stan Lees Vorliebe für Alliterationen zu bleiben) wieder neu zu erwecken. Der Film bietet solide Action und gute visuelle Effekte an passend ausgewählten Drehorten, wobei vor allem die Szenerie am Anfang in den Slums von Rio de Janeiro überaus beeindruckt und gut gewählt wurde. Der unglaubliche Hulk ist ohne Zweifel der erste (großteils) gelungene Blockbuster dieses noch sehr jungen Sommers und lässt, aufgrund vieler unbeantworteter Fragen, auf eine Trilogie oder zumindest eine Fortsetzung schließen, auf deren Fortgang man gespannt sein darf. Besonders was die Entwicklung von Dr. Bruce Banner und Mr. Hulk anbelangt. Denn wie schon erwähnt, handelt es sich beim grünen Koloss um einen der interessantesten, aber in seiner Ambiguität leider sehr unterschätzten Marvel-Charaktere. Da der Film vorwiegend auf Unterhaltung setzt und nicht vorgibt mehr zu sein (obwohl dank der interessanten Comicfigur das Potenzial für mehr durchaus da wäre), haben Action- und Comicfans sicher ihren Spaß daran, alle anderen sollten nicht zu viel erwarten.
Bewertung:
7/10
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