Hancock

Hancock
Hancock
OT:

Regie: Peter Berg
Filmstart: 04.07.2008 | Laufzeit: | Actionkomödie

hancock-Scene04.jpgHancock ist die Geschichte des vom Leben enttäuschten Superhelden John Hancock (Will Smith), der als einziger seiner Art auf Erden wandelt und auch infolgedessen an einem schweren Alkoholproblem leidet. Von der Öffentlichkeit aufgrund seiner ungehobelten und rücksichtlosen Verbrechensbekämpfungsmethoden geschmäht und verstoßen, verabscheut Hancock seine Berufung zum Retter hilfloser Mitmenschen. Seine grundsätzlich guten Intentionen scheitern an seiner sarkastischen Art und dem gewaltigen Schaden, den seine Rettungsversuche meist nach sich ziehen - die unzähligen geretteten Opfer scheinen weniger zu zählen als die enormen finanziellen Einbußen.

Als der erfolglose PR-Manager Ray Embrey (Jason Bateman) auf der Heimfahrt zu seiner Familie staubedingt mit seinem Auto auf einem Bahnübergang eingeklemmt und in letzter Sekunde von Hancock zwar effektiv, aber mit gigantischem Sachschaden befreit wird, ergibt sich für beide eine große Chance: Ray rückt quasi als Dankeschön das Image des zweifelhaften Vorbilds wieder ins rechte Licht, während dieser seinen Status als Held und gefeierte Persönlichkeit (widerwillig) etablieren kann.

hancock-Scene06.jpgSo lässt sich Hancock auf den Deal ein und lässt sich freiwillig – auf Druck der Öffentlichkeit – inhaftieren. Zugleich will er damit beweisen, dass durch die Abwesenheit eines Helden die Verbrechensrate automatisch in die Höhe schnellen und seine eigene Notwendigkeit dadurch bewiesen wird. Langsam aber sicher weist die Aktion in vielerlei Hinsicht Erfolg auf: Hancock hat sein Alkoholproblem wieder im Griff, die Stadt versinkt im Chaos (!) und der daraus resultierende Ruf nach seiner Person wird immer lauter. Mit neuem Outfit und neuem Styling präsentiert sich der vormals verbitterte Übermensch als geläutert und unentbehrlich. Die seltsame und zugleich vertraute Verbindung zu Rays Frau Mary (Charlize Theron) wirkt jedoch mit zunehmender Dauer befremdlich, bis Hancock schließlich die Wahrheit über sie erfährt…

Still und heimlich kündigt sich ein erster Vorbote auf die bevorstehende Fülle an Superheldenfilmen am Horizont an: Hancock. Lange ist das Skript unter anderem Namen (Tonight, He Comes) in Hollywood herumgeirrt, bis sich schließlich der durch seinen schwarzhumorigen Kultfilm Very Bad Things (1998) und kürzlich mit The Kingdom (2007) bekannt gewordenen Peter Berg erbarmte und unter Hilfestellung von namhaften Produzenten wie Michael Mann, Jonathan Mostow, James Lassiter und Will Smith selbst das 150 Millionen Dollar-Projekt Hancock auf die Beine stellte. Herausgekommen ist dabei leider wenig mehr als eine nette Idee, aufgepumpt zum Sommer-Blockbuster mit zwei namhaften Hollywoodakteuren.

hancock-Scene08.jpgWill Smith scheint nun endlich dort angekommen zu sein, wo er sich selbst hingearbeitet hat: Ein schwarzer Superman, kugelsicher, blitzschnell durch die Lüfte fliegend und mit übermenschlicher Stärke ausgestattet. Allerdings – und das ist der Twist an der gesamten Geschichte – hat dieser Held ein Problem, vielmehr gleich mehrere: Durch seinen verstärkten Alkoholkonsum (der weiteres verschwindet), das schlampige Outfit und eine wenig rücksichtvolle Art, Konflikte zu beseitigen (Kopf in Hinterteil stecken), leidet sein Image in der Öffentlichkeit und damit – natürlich – auch er selbst. So torkelt-fliegt er mit Schallgeschwindigkeit durch Verkehrsschilder, landet unvorsichtig im Beton, wirft Kinder in die Stratosphäre und gerät unkontrollierbar in Rage, sobald er mehr als zweimal „Asshole“ genannt wird.

Smith stellt somit einen Wollmützen tragenden Antihelden dar, der als Querschnitt seiner bisherigen filmischen Laufbahn gesehen werden kann: Eine Prise Bad Boys (Action), ein wenig Wild Wild West (Schwachsinn), ein bisschen I,Robot (Product Placement) – das ganze mit I am Legend (Starvehikel) vermengen und Voilà! es entsteht ein sinnloser Actionheld namens John Hancock, der durch einen mehr als dürftigen und unausgegorenen Plot wandelt. Weiters ist ein Superheld in der Sinnkrise, verstoßen von der Öffentlichkeit aus unterschiedlichsten Gründen schon lange nichts Neues, geschweige den Aufregendes mehr – mittlerweile ist die Selbstfindung schon zum fixen Bestandteil aller Verbrechensbekämpfer geworden (Superman, Batman, Spiderman, Hellboy, X-Men usw. usf.).

hancock-Scene14.jpgFraglich ist zudem, ob ein Film rein nur über das Image eines Helden bzw. dessen Aufbau funktionieren kann: Zweifellos sind die Anfangsminuten amüsant (und die Special-Effects mäßig imposant), einen griesgrämigen, betrunkenen und vor allem fliegenden Will Smith mit Drei-Tage Bart zu sehen hat schon seinen gewissen Reiz. Allerdings kann der Film schon nach kurzer Zeit wenig begeistern, zu witzlos die Dialoge, zu platt die Handlung – Einfallslosigkeit macht sich breit, vor allem gegen Ende hin weist das Drehbuch enorme dramaturgische Schwächen auf. Da kann auch die offensichtlich nur als hübsche Star-Power-Frau engagierte Charlize Theron mit kiloweise Kajal, High Heels und aufreizendem Outfit wenig ändern. Und was soll der Mond mit dem Herz-Logo?

Fazit:
Antihelden als Hauptcharaktere sind zumeist amüsant anzusehen, die gewisse Skrupellosigkeit und die durch das Scheitern gesteigerte Glaubwürdigkeit ermöglichen es dem Zuseher, schnell und besser emotionale Bindung aufzunehmen – sie wirken einfach realistischer als muskelbepackte, schmalzgelockte Spandex-Träger. Diese Grundidee vom Anti-Anti-Helden, vom gescheiterten Übermenschen, der seine Tage mit Chaos und Trübsinn vergeudet, hat sicherlich etwas für sich. Die Probleme der wirkungsvollen Umsetzung sind jedoch tiefgreifend: Will Smith, der Vorzeigestrahlemann, in der Hauptrolle? Ein Drehbuch, dem nach zehn Minuten die Luft ausgeht? Wo ist der Antagonist? Was ist die Motivation des Helden? Schlechte Kombinationen wohin man blickt. Wenn schon Superhelden, dann schon lieber Fledermäuse oder rote Höllenwächter, die hier knapp 90 vorgeführten Minuten sind im Vergleich pure Zeitverschwendung.


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2/10 Punkte

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4/10

Hancock

Hier wird eine wirklich guter Ansatz verspielt. Die erste Hälfte ist einfach nur dämlich. Die Witze niveaulos, die Action nichts Besonderes. Nachdem der Film gegen Ende mehr Tiefgang erhält, die Hintergrundgeschichte besser erklärt wird, beginnt der Film auch zu funktionieren. Schade, denn so bleibt es ein herkömmlicher Popcornfilm.

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5/10

Warum denn nicht?

Ok, es ist kein besonders toller Film geworden, aber muss es denn immer das Gleiche sein?
Warum muss es immer einen Superhelden und einen Antihelden geben?
Das ist doch sooo ausgelutscht...
Diesbezüglich finde ich Hancock erfrischend, weil er einen eigenen Weg geht. Der Held muss zu sich selber finden, ohne Antagonisten...

Als seichter Unterhaltungsfilm aber allemal passabel.

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4/10

Hancock

Hancock

Der Film wurde hier ja schon tierisch durch den Fleischwolf gedreht und ich muss sagen, dass viele dieser Kritikpunkte auch zutreffen. Dennoch bin ich der Meinung, dass für die TV-Weekend Unterhaltung ein Film dieses Kalibers nicht schaden kann.

Hancock hat übernatürliche Kräfte, die er jedoch nur minderwertig nutzt, da er sich dem Alkohol und seinen fiesen Launen hingegeben hat. Erst Image-Berater Ray präsentiert Hancock welches Leben er führen könnte, wenn er in die Rolle des Superhelden schlüpft.

Was macht einen guten Superheldenfilm aus? Natürlich der Bösewicht, der Gegenpart zum Superhelden der versucht Chaos, Angst und Schrecken zu verbreiten. Nicht in den seltensten Fällen spricht man von der totalen Weltherrschaft. In Hancock fällt dieser Punkt meiner Meinung nach komplett weg, denn es gibt keine Gegner und keine Schlüsselsequenzen. Die Story baut sich Step-by-Step auf und wird zum Schluss immer schwachsinniger.

Einige Passagen aus dem schönen Superheldengenre wurden jedoch tatkräftig auf Celluloid gebannt. Aus vielen Filmen kennt man die Benennung und Ausnutzung der Schwachstelle eines Superhelden, bei Superman wäre das zum Bleistift das Kryptonit. Hancock besitzt ebenfalls Schwachstellen die ihm zum Verhängnis werden könnten. Die Flugszenen und auch das Kostüm, sowie die Zusammenarbeit von Hancock mit der Polizei, lassen das Gefühl eines Superheldenfilms für kurze Zeit entstehen.

Leider wurde nur wenig bis gar kein Potenzial des Filmes genutzt, weshalb ich hier auch nur 4 Punkte vergebe und den Film damit als durchschnittlich bis schlecht abstempel.

4/10

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