Druids - Der letzte Kampf gegen Rom

OT: -  120 Minuten -  Abenteuer
Druids - Der letzte Kampf gegen Rom
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Filmkritik zu Druids - Der letzte Kampf gegen Rom

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Der Gallier Vercingétorix (Christopher Lambert) schafft es alle gallischen Stämme hinter sich zu vereinen und so den Kampf gegen die römischen Besatzer um Anführer Julius Cäsar (Klaus Maria Brandauer) aufzunehmen. Unterstützt wird er hierbei vom Druiden Guttuart (Max von Sydow). Doch als er in Alesia belagert und eingeschlossen wird und seine Truppen außerhalb der Stadt nicht warten wollen kommt es zur entscheidenden Schlacht...

In einem für französische Verhältnisse aufwendigem historischem Film wird von der Kindheit Vercingétorix erzählt und wie er später als Mann die Gallier gegen Rom führt. Anschaulich werden die Ereignisse wiedergegeben, wobei aber blutige Gemetzel meist außen vor bleiben. Auch für eine Darstellung vieler historischen Figuren bleibt noch Zeit. Leider endet der Film wahrheitsgemäß recht traurig.

Ob Romantik, Action, Naturaufnahmen: Die Musik ist nicht sonderlich spektakulär, überzeugt aber mit ihrer harmonischen Natürlichkeit und versucht nie reißerisch zu werden. Man hat fast den Eindruck, sie wolle seriös bleiben, was zwar nett gemeint ist, der Spannung aber nicht gut tut. Hinzu gesellt sich die damalige Volksmusik, welche dafür in punkto Atmosphäre wieder Boden gewinnt.

Unweigerlich fällt einem bei diesem Film „Braveheart“ ins Gedächtnis, auf den es in diesem Film auch eine kleine Anspielung (Barbaren mit blau bemalten Gesichtern) gibt. Jedoch ist „Druids“ vergleichsweise unspektakulärer und bemüht sich mehr um die Darstellung der damaligen Ereignisse als um blutige Kämpfe. Das französische Budget war aber auch bestimmt nicht so hoch, wie beim Genreverwandten.

Der Film beginnt in der Jugend von Vercingétorix, in der schon mal von seinem Vater versucht wurde die Stämme zu einen. Doch wurde er damals wegen Verrats verbannt. Vercingétorix wuchs daher bei den Druiden auf und lernte auch hier den Schwertkampf. Das Lambert selbiges Instrument beherrscht sollte bekannt sein. Als er sich alt und reif genug fühlt macht er sich auf um Gallien erneut zu einen. Dabei trifft er unweigerlich auf Cäsar, welcher die Gallier für seinen Eroberungszug in Britannien einsetzen will. Somit würde dieser keine Soldaten verschwenden und hätte in Gallien selber keine Probleme. Vercingétorix soll eins der Machtinstrumente werden.

Ausführlich wird die Strategie Cäsars geschildert, um die Gallier zu missbrauchen. Parallel wird der Werdegang Vercingétorixes, welcher sich das Heim seines Vaters kompromisslos zurückerobert geschildert. So gewinnt dieser langsam an Einfluss und kann schrittweise Stämme hinter sich einen. Die oftmals barbarischen Gallier werden hier bei weitem nicht so primitiv dargestellt, sondern sind bezüglich Rom selber ein weitentwickeltes Volk.

Der stets überlegene und hochnäsige Cäsar achtet Vercingétorix nicht als Gefahr, was ihm schließlich zum Verhängnis wird, da die Gallier einen passiven Krieg führen. Mit Klugheit und Geschick nimmt man den Römern so sämtliche Nahrung. Ob alle diese Darstellungen historisch einwandfrei sind hinterfrage ich an dieser Stelle nicht, unrealistisch wirken sie aber nicht. Vercingétorix scheut den offenen Kampf, zu dem es aber irgendwann doch leider kommen muss, da Cäsar sich mit den Teutonen verbündet.

Vercingétorix flüchtet vor den Teutonen in die Stadt Alesia und wird belagert. Mit Geschick positioniert er seine anderen Truppen um den Lagerring der Römer. Doch weil einer der gallischen Feldherren nicht warten kann bricht die Hölle aus. „Druids“ beleuchtet nicht nur die historischen Schlachten, sondern auch den Menschen Vercingétorix, welcher seine Ideen (Allianz mit Teutonen) nie wirklich umsetzen kann und dem schließlich die Ungeduld der eigenen Männer zum Verhängnis wird.

Zudem werden Freudschaften zu Guttuart, seiner Schwertlehrerin und seiner Frau Epona näher erläutert. Beeindruckend fand ich bei diesem Werk, dass alle Bilder die ich von den historischen Ereignissen mit Vercingétorix bisher sah im Film tatsächlich täuschend ähnlich inszeniert wurden. So steckt im ganzen Film steckt viel Liebe im Detail. Man merkt das es sich hier um einen Nationalhelden dreht: Egal ob Stadt, Dorf oder Festung man hat sich viel Mühe gemacht.

Auf Kämpfe wird nicht oder nur teilweise eingegangen. So wird vom ersten Stadtmassaker nur erzählt oder das traurige Finale in Zeitlupe abgespielt. Letzteres geht dafür dann um so mehr an die Nieren. Auch wenn „Druids“ kein Adrenalinkino wie „Braveheart“ ist gefiel er mir gut. Streckenweise mangelt es dem Film an Spannung, doch das Ende reißt viel heraus. Dazu fand ich die 110 Minuten ungeheuer informativ, wobei ich dennoch befürchte das bei der geringen Spielzeit viel von der Legende weichen musste.

Christopher Lamberts Karriere geht nun wirklich wieder aufwärts. Als Vercingétorix liefert er eine nicht solide, gute Leistung ab. Er konnte sich mit der Figur scheinbar recht gut identifizieren. Vor allem seine Mimik (besonders zum Ende) hat mir gefallen. Sein Auftreten hatte aber weniger das von einem Anführer. Nach einer guten Leistung in „Highlander Endgame“, einer akuraten Leistung in „Point Men“ geht es weiter aufwärts.

Max von Sydow spielt den alten weisen Druiden Guttuart. Eigentlich hat er nur eine Nebenrolle, ist aber eine Art Vaterfigur und Berater Vercingétorixes. Mit Kutte und müden Gesichtsausdruck nimmt man ihn den Druiden gern ab.
Erfreulich auch mal wieder Klaus Maria Brandauer auf der Mattscheibe zu sehen. Der Mann ist älter und etwas dicker geworden. Brandauer hätte Cäsar vielleicht noch eine Spur fieser und böser spielen können. Besonders seine immer währende ruhige Art macht den Feldherr so bedrohlich. Brandauer hat zwar schon besser geschauspielert, stellt aber zufrieden.

Für die Augen wurde Inés Sastre verpflichtet. Sie spielt Epona, Vercingétorixes Geliebte, und ist wohl der Hingucker des Films schlecht hin. Freue mich auf neue Filme mit ihr. Sastre ist eigentlich nur ein nettes Beiwerk, gehört aber seit seiner Jugend zu Vercingétorixes und muss schließlich zusehen wie er seinen Kampf zu Ende bringen muss.

Fazit:
Die Geschichte um den gallischen Helden ist informativ und größtenteils spannend inszeniert. Wer auf spektakuläre Schlachten wie bei „Braveheart“ verzichten kann, wird hier prima bedient. Am Ende dürfen Zartbesaitete schon mal die Taschentücher rauskramen. Ein weiterer, guter Export aus Frankreich mit vielen Stars.

Wertung:
6/10 Punkte

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Liste von JoKeRBlAcK8
Erstellt: 08.12.2014