Der Schrecken vom Amazonas

OT: -  79 Minuten -  Horror
Der Schrecken vom Amazonas
Kinostart: 24.09.1954
DVD-Start: Unbekannt - Blu-ray-Start: 02.10.2014
Will ich sehen
Liste
3677
Bewerten:

Filmkritik zu Der Schrecken vom Amazonas

Von am

Eine Expedition findet im Amazonasgebiet eine versteinerte Klaue eines bisher nicht bekannten Tiers. Sofort bricht eine Expedition mit Dr. David Reed (Richard Carlson) auf, um den Fundort zu begutachten. Als die dort ankommen ist das Lager verwüstet und beide Forscher tot. Man denkt an einen Tiger und sucht weiter. In Wirklichkeit treibt aber eine Mischung aus Mensch und Amphibie sein Unwesen im Urwald. Als man es jagt, beginnt es sich zu wehren...

Jack Arnold ist der Urvater des gepflegten Horrors. Man nehme eine exotische Kulisse, packe ein schickes Monster dazu und serviere die Opfer, welche man mit einem Schuss Romantik garniert. Fertig ist der S/W Horrorklassiker. Nach dem Prinzip läuft „Der Schrecken vom Amazonas“ ab. Superbillige Unterhaltung, die aber auf Grund seines Alters einen dicken Nostalgiebonus von mir bekommt.

Hier wird dramatisch sehr dick aufgetragen. Ist das Monster in Sicht wird fiese und tiefe Musik eingespielt, sobald man den beiden Turteltäubchen an Board zusehen darf, ist Romantik gefordert und wenn das Monster der Frau beim Schwimmen zusieht glaubt man sich in einem Dokumentarfilm wiederzufinden. Schon hinreißend übertrieben, so dass man wirklich seinen Spaß hat.

Auf Grund seines Alters dürfte der Film nicht mal ein 6jähriges Kind erschrecken, denn die Effekte locken heute keine Maus mehr unter dem Sofa hervor. Für Nostalgiker ist dieser Film aber eine Offenbarung, denn mit soviel Naivität wird heute nicht mehr gedreht. Das fängt schon mit der Besatzung der Expedition an. Da hat man den gescheiten Doktor, die hübsche Frau, den verliebten zweiten Forscher und den unsympathischen Mann, der das Vieh am liebsten ausstopfen möchte. Nicht zu verachten ist auch der übertrieben fröhliche Kapitän nebst Matrosen.

Nachdem man die beiden Menschen tot aufgefunden hat (man achtet darauf bei den Morden das Vieh noch nicht zu zeigen) wird in die schwarze Lagune geschifft, um dort weiter nach Skeletten zu suchen. Das Monster wartet schon neugierig auf dem Grund, lässt die Menschen aber erst mal in Ruhe und beobachtet sie nur. Die Unterwasseraufnahmen sind zwar in einem Aquarium gedreht verlieren aber bis heute ihren Reiz in Bezug auf die Spannung nicht. Besonders die Szene, als das Vieh unter Kay herschwamm hat einen sehr großen Unterhaltungswert.

Abzüge gibt es bei der Moralkeule, denn Arnold versucht zwanghaft das Wesen nicht als Monster sondern als Wesen darzustellen, was schließlich dazu führt, dass der Unterwassergodzilla seine Jane von Bord holt. Vorher gibt es aber noch einen Bodycount zu knacken, bei dem dann alle überflüssigen Charaktere (Matrosen) hops gehen. Es verteidigt sich ja nur... (Klatscht dabei aber alles ab, was keine Brüste hat)

Der unsympathische Doc mit der Harpune kann das Flussmonster natürlich nicht in Ruhe lassen und muss es harpunieren. Ja, Rache ist später süß. Und die Moral von der Geschicht’, hätte man das Tier nicht angegriffen... Naja, lassen wir das. Hätte Arnold die „Lasst die Natur in Frieden“ Paste nicht ganz so dick aufgetragen, hätte der Film besser unterhalten können. So bleibt „nur“ ein Horrorschwarzweißklassiker mit damaligen erstklassigen Effekten, der erfreulich straff (ca. 80 Minuten) inszeniert wurde.

Die Schauspieler bringen ihre Klischeecharaktere gut rüber. Besonders die leichtsinnige und später rumkreischende Julie Adams erinnert als Kay an so manch andere „Screamqueens“. Der Kapitän ist für die Lacher zuständig, der nächste für die Romantik, der zweite Doc für den wissenschaftlichen Teil und der letzte darf dann den Bösewicht spielen, da dass Flussmonster ja ein armes Tier ist. Glänzen kann keiner, aber die Rollen spielen sie annehmbar.

Fazit:
Unterhaltender Horrorschinken mit dicken Nostalgiebonus und Abzug für die Moralkeule. Für Fans alter Horrorfilme ein Muss, für den Rest nur ein Langweiler. Ich habe mich auf Grund der Naivität und der klischeebestrichenen Figuren gut amüsiert. Inzwischen schon unfreiwillig komisch....

Wertung:
7/10 Punkte

Filmering.at
Community
Ø Wertung: 7.5/10 | Kritiken: 0 | Wertungen: 2
10 /10
0%
9 /10
0%
8 /10
50%
7 /10
50%
6 /10
0%
5 /10
0%
4 /10
0%
3 /10
0%
2 /10
0%
1 /10
0%
Vielleicht interessiert dich auch
The Descent
The Devils Rejects
A Nightmare on Elm Street
28 Days Later
Hostel
Die unheimliche Macht
Resident Evil 3: Extinction
Texas Chainsaw Massacre: The Beginning
Alle Empfehlungen anzeigen
Der Film ist in diesen Listen
Keine Listen gefunden!