Inferno

OT: -  95 Minuten -  Action
Inferno
Kinostart: 25.09.1999
DVD-Start: Unbekannt - Blu-ray-Start: Unbekannt
Will ich sehen
Liste
3676
Bewerten:

Filmkritik zu Inferno

Von am

Eddie Lomax (Jean-Claude van Damme) besucht seinen alten Freund Johnny und gerät so in das Wüstenkaff Inferno. Hier herrschen zwei rücksichtslose Banden, welche die Einwohner der Stadt ausnehmen. Eddie Lomax nutzt die Gunst der Stunde und beginnt die beiden rivalisierenden Banden gegeneinander auszuspielen. Als die aber dahinterkommen, wer den Krieg eingefädelt hat wird die Luft dünn für Eddie.

Dies ist der bisher letzte Versuch einen Fremden in ein kleines Kaff zu schicken und dann die lokalen Banden gegeneinander auszuspielen. Leider geht Eddie alles andere als gewieft zur Sache, sodass in dieser Version die Gangster gemeinsame Sache machen. Ein Haufen komischer Charaktere und hübsche Ladys möbeln das billige Filmchen auf. Fertig ist ein weiteres van Damme Vehikel, dass kein Mensch braucht.

Man klaut die Musik bei vielen anderen Filmen, bekommt aber eine einigermaßen gute Untermalung unter Dach und Fach. Zufrieden stellen kann sie aber nur in den plumpen romantischen Szenen zwischen Eddie und Rebecca. Der Rest ist müde Kost, den man in jedem zweiten vermurksten Action-B-Film sieht.

Au weia, da haben wir nun den berühmten Höchstpunkt seiner Tiefpunkte. Man bezeichnete diesen Film schon als van Dammes Karriereende. Aber er scheint das Geld wohl dringend nötig zu haben, wenn er für jede Rolle unterschreibt und wenn sie noch so schlecht ist. Im übrigen ist dieser Film nicht so langweilig wie „Replicant“ und „The Order“. Besser ist er aber trotzdem nicht. Aber das wusste man wohl von vorne herein, daher nimmt sich der Film selbst nicht ernst und das ist positiv zu bewerten.

Alles beginnt mit dem mit einem durch die Wüste fahrenden Eddie, dem plötzlich die Maschine verreckt. Was macht man da? Genau, Wumme und Tequila vor den Sack geschnallt, 10 Meter gegangen und weggeratzt. In Visionen erfahren wir nun vom Kriegsveteran Eddie, der unbedingt sterben möchte. Daher ballert er wie wild in der Wüste rum und trifft einen vorbeifahrenden Jeep. Die Jungs sind nicht sonderlich begeistert und schlagen unseren Helden zusammen, um ihm das Motorrad zu stehlen. Nach einer Portion Schlaf und zwei Schluck Tequila ist Eddie nämlich noch so bräsig, dass er nichts auf die Reihe bekommt.

So findet ihn sein Kumpel Johnny, der ihn zu sich trägt und für die Lachnummer des Films sorgt. Danny Trejo (!!!) salbt van Damme die Füße und singt ihn in den Schlaf. Wem da nicht die Tränen kommen, hat es nicht besser verdient. Wird später noch besser, wenn sich Blondinen die Beine rasieren und nebenbei über den flotten Belgier philosophieren. Eddie ist stinkig und geht in die Stadt, um sein Bike zurückzuholen. Als erstes wird aber Apfelkuchen gefuttert und zwei Männer um die Ecke gebracht. Schnell wird eine himmlisch dämliche Liebesstory mit Rebecca inszeniert und fertig ist der Quark.

Um dem Film noch die fehlende Tiefe zu geben werden zusätzlich zwei Opas vorgestellt, die man aus der Muppet Show gecastet hat. Lomax (allein der Name....) peilt die schiefe Lage und knallt ein paar Rocker über den Haufen, um dann zwei Blondinen abzuschleppen, mit denen er es sich nacheinander („Du kommst auch gleich dran“..) so richtig gut gehen lässt. Das Treiben beobachtet eine lüsterne Greisin am Fenster. Da der Stein ins Rollen gebracht wurde, bleibt etwas Zeit für Familienzwist. Der lokale Drogenbaron erzählt seinen drei Söhnen im Auto, dass er nur einen von ihnen liebt, weil zwei von ihnen nur Gelegenheitsficks waren. (Autsch!) Quittung gibt es wenige Minuten später, wenn Sohnemann Papa im Rausch mal eben das Genick zerknüstert. Schnell raufen sich die beiden Banden zusammen, da sie Eddies Spiel durchschaut haben.

In einer brisanten Situation opfert sich Johnny für Eddie, womit der aber nicht Leben kann.(Verrückte Welt ist das...) Daher macht dieser nun noch den großen Otto los und tötet jede böse Figur im Film. Schießereien und Kämpfe sind aber nicht sonderlich interessant und daher auch nicht weiter erwähnenswert. Das Dorf hat dank der Schlagzeilen Touristen ohne Ende, der Belgier mit den Pferdeschenkeln fährt mit Rebecca Richtung Sonnenuntergang, für eine billige Hommage an das japanische Vorbild bleibt noch auch Zeit und Pat Moritas Alte taucht nach drei Jahren auch wieder auf. Jauchz, was ein Happy End.

Ja, dieser Film ist totaler Schrott, den man ohne weiteres ab 16 hätte freigeben können. Indizierung und FSK 18 sind völlig unangebracht. Da der Film sich selbst nicht sonderlich ernst nimmt und sich auch gern selbst auf die Schippe nimmt besitzt er einen Unterhaltungswert, dem Replicant zum Beispiel gefehlt hat. Das kann natürlich nicht über die billige und langweilige Inszenierung hinwegtäuschen.

Jean-Claude van Damme besitzt hier ausnahmsweise mal zwei Gesichtsausdrücke: süß und sauer. Sein Kampftalent kommt wie in „The Order“ und „Replicant“ aber nur ungenügend zum Einsatz. So bleibt er hier nur ein bekanntes Gesicht, denn die Rolle hätte man ebenfalls mit vielen anderen Schauspielern füllen können. Seinen Spagat scheint er wohl nicht mehr hinzubekommen, den vermisse ich hier. In Westen nichts neues..

Fazit:
Billig, lahm und harmlos inszenierter Actioner mit teils freiwilligen und teils unfreiwilligem Humor. Vielleicht was für Liebhaber von B-Movies, denn dieses Werk ist nur unterster Videothekendurchschnitt.

Wertung:
3/10 Punkte

Filmering.at
Community
Ø Wertung: 3/10 | Kritiken: 0 | Wertungen: 1
10 /10
0%
9 /10
0%
8 /10
0%
7 /10
0%
6 /10
0%
5 /10
0%
4 /10
0%
3 /10
100%
2 /10
0%
1 /10
0%
Vielleicht interessiert dich auch
Keine Empfehlungen gefunden!
Der Film ist in diesen Listen
Keine Listen gefunden!