Casablanca

OT: -  102 Minuten -  Liebesdrama
Casablanca
Kinostart: 29.08.1952
DVD-Start: Unbekannt - Blu-ray-Start: Unbekannt
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Casablanca zählt ohne Zweifel zu den bekanntesten Filmklassikern aller Zeiten. Einer der frühesten Kultfilme, aus dem selbst heutzutage, nach über 60 Jahren, immer noch eifrig zitiert wird. Sprüche wie: „Ich schau dir in die Augen Kleines“ oder „Ich denke das ist der Beginn einer wunderbaren Freundschaft“ sind schon seit langem Teil der Alltagssprache und gelten als Synonyme für diesen Film. Jeder kennt diese Zitate, selbst wenn man den Film nicht gesehen hat. Casablanca hat einen kulturellen Einfluss ausgeübt, sowohl auf den Alltag als auch auf die Filmlandschaft, der seinesgleichen sucht (dass aber auch andere Filme einen derartigen Einfluss erreicht haben, sei hier nur am Rande angemerkt!).

Egal auf welche Liste der besten Filme aller Zeiten man blickt, Casablanca fehlt nie und spielt meist irgendwo in den Top 20 mit. Erst kürzlich wurde sogar das Drehbuch zum besten Drehbuch aller Zeiten gewählt. Auch an den Universitäten ist es beinahe eine Pflicht diesen Film zu kennen (obwohl ich zu meiner Schande gestehen muss, dass ich den Film nun zum ersten Mal gesehen habe). Der Ruf eilt dem Film voraus, ohne Frage. Dementsprechend skeptisch geht man dann aber auch an ihn heran, wenn man ihn zum ersten Mal sieht. Ist der Film also tatsächlich so großartig?

Schwierig darauf eine einfache Antwort zu liefern. Jeder Film, der sich dermaßen lange halten kann, tut dies nicht ganz ohne Grund und Berechtigung. Demnach kann dieser Film unmöglich wirklich schlecht sein. Wobei die Produzenten und Filmemacher damals nicht so recht an den Erfolg geglaubt haben, war doch der Film bloß als ein billiges B-Movie konzipiert und gemacht. Zu beginn galt er nur als ein weiterer pro-amerikanischer Kriegspropagandafilm. Keiner hatte auch nur den Hauch einer Ahnung, dass Casablanca zu einem derart unvergesslichen Film werden würde.

Allen voran ist es Humphrey Bogart, dem man für alle Zeit in Erinnerung behält und dessen Name für immer mit diesem Film in Verbindung gebracht wird. Seine Darstellung des Rick Blaine machte ihn unsterblich und hob ihn in den Hollywood Olymp empor, wo er seitdem neben Größen wie Marlon Brando, James Stewart, Cary Grant und anderen residiert. Zwar war Casablanca keinesfalls Bogarts einzige großartige Performance, aber es ist nach wie vor die Rolle, an die man zuerst denkt. Bei der damaligen Oscarverleihung hat der Film zwar drei der Hauptkategorien gewonnen (Film, Regie und Drehbuch), die Darsteller gingen allerdings leer aus, trotz Nominierungen.

Der Film ist in erster Linie eine Liebesgeschichte, die vor dem Hintergrund des zweiten Weltkriegs spielt. Und obwohl ich alles andere als ein Fan von Liebesfilmen bin, so hat dieser Film seine Wirkung dennoch nicht verfehlt. Er erzählt eine zutiefst universelle und archetypische Geschichte. Genau darin liegt auch das Geheimnis seines Erfolgs verborgen. So gut wie jeder, kann zu den Figuren und der Geschichte eine starke persönliche Bindung aufbauen. Das Schicksal der Figuren ist ergreifend, aber auch real und nachvollziehbar, weshalb einem ihre Geschichte nicht kalt lässt und man mit ihnen mitfühlt und mitfiebert.

Selbst aus heutiger Sicht betrachtet, und ohne den ganzen (film)geschichtlichen Hindergrund, beinhaltet der Film erstaunlich wenig Schwächen. Am überraschendsten ist hierbei, dass es Casablanca gelingt, völlig ohne Kitsch und Schmalz auszukommen, was bei dermaßen alten Filmen, und ganz besonders Liebesfilmen, eher eine Seltenheit ist, aber eine gerngesehene und wohltuende Ausnahme darstellt. Der Film besticht gerade durch seinen starken Kontrast zwischen überaus harten Zynismus und Pessimismus auf der einen Seite, und einem starken Gefühl für Hoffnung und Liebe auf der anderen Seite. Gerade auf diesen zwei Ebenen entfaltet er seine wahre Größe und Schönheit und versteht es, selbst nach all diesen Jahrzehnten, den Zuseher nach wie vor zu berühren und zu bewegen.

Bei Casablanca handelt es sich um einen Film, der objektiv betrachtet, keinerlei Fehler aufweist und einfach perfekt gemacht ist. Um zu der vorhin gestellten Frage, ob der Film nun tatsächlich so großartig ist, zurückzukommen. Die Antwort lautet ja! Casablanca ist tatsächlich großartig und gilt zurecht als einer der besten Filme seiner Art. Es ist ein Film der zurecht unvergessen ist und hoffentlich auch in Zukunft immer wieder angesehen wird. Einzig Zuschauern, deren Filmgeschmack sich eher auf Jerry Bruckheimer oder Uwe Boll Filme spezialisiert hat, sollten um diesen Film einen Bogen machen, sie werden schwer enttäuscht sein.

Übrigens: Das Drehbuch ist tatsächlich überaus gut geschrieben und lässt sich sehr gut lesen. Jeder der interessiert ist, sollte es sich mal anschauen!

Fazit:
Ein Meisterwerk. Unbedingt ansehen. Ein muss für jeden Filmfan und Cineasten.

Bewertung:

10/10

Oscars:
Gewonnen:
* 1943 - Bester Film
* 1943 - Beste Regie - Michael Curtiz
* 1943 - Bestes Drehbuch

Nominiert:
* 1943 - Bester Hauptdarsteller - Humphrey Bogart
* 1943 - Bester Nebendarsteller - Claude Rains
* 1943 - Beste Kamera
* 1943 - Bester Schnitt
* 1943 - Beste Musik

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