Top Gun - Sie fürchten weder Tod noch Teufel (1986)

OT: - 110 Minuten - Action
Top Gun - Sie fürchten weder Tod noch Teufel (1986)
Kinostart: 07.08.1986
DVD-Start: Unbekannt - Blu-ray-Start: Unbekannt
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Filmkritik zu Top Gun - Sie fürchten weder Tod noch Teufel

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Maverick (Tom Cruise) ist ein guter, aber risikoliebender Pilot. Zusammen mit seinem Copiloten Goose (Anthony Edwards) erhält er die Chance zu Top Gun zu gehen. Dies ist ein eine Flugschule für die allerbesten Piloten. Doch selbst hier kann er sein draufgängerisches Verhalten nicht abstellen, bis Goose bei einem Manöver ums Leben kommt. Der von Selbstmitleid und Depression geplagte Toppilot muss sich schwer zusammenreißen, doch das Leben ist nicht mehr das gleiche wie vorher...

„Top Gun“ ist der Inbegriff des amerikanischen Hochglanzpatriotenkinos, welches Michael Bay in den letzten Jahren so erfolgreich inszenierte. Der Film hat nicht viel Tiefgang, sondern konzentriert sich ganz auf die Luftkämpfe und eine Romanze. Um den Film trotzdem etwas Dramatik zu verleihen wird der Tod von Goose inszeniert, von dem sich Maverick am Ende erholt um zu guter Letzt seinem ärgsten Widersacher das Leben zu retten. Der Navywerbefilm ist Popcornpatriotenkino in Vollendung.

Große Klasse besitzt der sehr oft eingespielte Song „Take my Breath Away“, welcher besonders in den etwas romantischen Szenen besonders zur Geltung kommt. Weiter überzeugt man hier weniger mit militärischer oder dramatischer Musik, sondern eher mit ruhigen Tönen. Besonders in den Luftkämpfen wird sich eher auf die Bilder verlassen, als auf die Musik.

„Top Gun“ kann man als den Urvater aller Bruckheimer-Vehikel betrachten. Schon hier wird Patriotismus groß geschrieben. Kein Wunder, dass das Militär den Film mitfinanziert hat und beratend bei den Dreharbeiten tätig war. Wie in den 80ern üblich müssen die Russen (immer hübsch schwarze Visiere) beziehungsweise die MIGs als Gegner herhalten. Zur Story braucht man nicht viel zu sagen, denn nachdem Heißsporn Maverick zu Top Gun versetzt wurde herrscht in seinem Leben eitel Sonnenschein, denn mit Charlie hat er sich eine attraktive Blondine geangelt. Erst als sein Freund stirbt bekommt der Film einen dramatischen Knick. Doch was ein amerikanischer Pilot ist, lässt sich auch von so was nicht unterkriegen.

Hervorzuheben sind natürlich die einwandfrei inszenierten Luftkämpfe und Trainingseinsätze, welche damals noch völlig ohne PC Effekte auskamen. Dank schneller Schnitte und wackeliger Kamera kann man keine Schwächen ausmachen. Oft wurden aber die selben Szenen aus verschiedenen Perspektiven mehrmals genutzt. Dennoch sind diese Szenen Adrenalinkino in Reinkultur. Damit der (amerikanische) Zuschauer auch vollends zufrieden ist darf alle paar Minuten die amerikanische Flagge betrachtet werden. Doch auch in den Szenen am Boden hat der Film viel zu bieten. Tony Scott fängt hübsche Bilder vom Sonnenuntergang ein und verpackt alle diese Szenen in Hochglanz. Was aber darf in so einem Film nicht fehlen? Genau, Machogetue und nackte Haut. Beides bekommt man im Überfluss geboten. Man lässt keine Chance aus die Piloten nach dem Duschen im Waschraum zu zeigen, wo bei Maverick eine ganz besondere Stellung einnimmt. Er darf von allen Seiten, oben, unten, hinten und vorne mit Handtuch durch das Bild latschen.

Fürs Machogetue bekommt er mit Iceman aber einen prima Partner. Beide quasseln am liebsten Kaugummi kauend über ihre Heldentaten beim Training, um nebenbei ihre Haare auf Hochglanz zu gelen. Die Vergangenheit um Mavericks Vater wird nur am Rande angerissen, um ihn zum weitermachen zu überreden. Auch die Rolle von Goose Frau kommt nach dessen Tod etwas zu kurz. Auf eine Hintergrundgeschichte oder sogar Substorys wird also weitestgehend verzichtet. Am Ende gibt es bei einem Krisenduell den Endkampf gegen eine Überzahl von MIGs, bei der Maverick seinem ärgsten Konkurrenten das Leben rettet. Somit hat Amerika wieder über Lieblingsgegner Russland gewonnen und Maverick darf zum Helden stilisiert werden.

„Top Gun“ ist sicher ein guter Film, dennoch hat auch er seine schwachen Seiten. Der Film ist leider sehr aufdringlich inszeniert, so dass man ihn ruhigen Gewissens als Werbefilm betrachten kann. Alle Piloten sehen cool aus, lassen die tollsten Sprüche ab und sind auch sonst die allertollsten. So stellt man sich die amerikanischen Militärhelden vor. Etwas mehr Zurückhaltung wäre schon angebracht gewesen. Bei den vielen Ungereimtheiten im Film, möchte ich nur eine nennen. Unverständlich, warum man ausgerechnet Maverick in das Krisengebiet schickt, wo er doch gerade selber eins ist. Amerikanische Soldaten sind halt doch die härtesten oder wie?

Mit „Top Gun“ verbindet man automatisch Tom Cruise, der hier mit Maverick den endgültigen Durchbruch schaffte. Seine coole und gelackte Art, die mir in fast allen Tom Cruise Filmen auf den Wecker geht, darf er auch hier schon raushängen lassen. Dem furchtlosen Helden kann bis auf Gooses Tod nichts etwas ausmachen. Er ist der Prototyp des amerikanischen Soldaten: gutaussehend, draufgängerisch, charmant und klug. Val Kilmer spielt das etwas arrogantere Gegenstück dazu. Das sind aber bei weitem nicht alle Stars, die hier mitwirkten. So sind zum Beispiel in Nebenrollen Michael Ironside (leider zu blass, weil kleine Rolle), Anthony Edwards (als Dr. Green gar nicht wiederzuerkennen), Meg Ryan (kommt zu kurz), Tom Skeritt (gut besetzt, als Top Gun Chef) und Tim Robbins (kleine Nebenrolle als Merlin) zu sehen. Ein Staraufgebot, dass sich nicht zu verstecken braucht, aber leider nicht wie gewohnt glänzen kann, da die Rollen teilweise zu klein sind.

Fazit:
„Top Gun“ ist in den Luftkämpfen ein sehr spannendes Stück Fliegeractioner. Landet man aber, so bekommt man amerikanische Helden aus der Retorte, nackte Körper und ein Übermaß an Machosprüche geboten. Dramatische Elemente, wie Gooses Tod bleiben dabei auf der Strecke. Popcornfilm mit fadem Nachgeschmack. Dennoch recht unterhaltsam.

Wertung:
6/10 Punkte

Filmering.at
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