Resident Evil

OT: - 100 Minuten - Horror
Resident Evil
Kinostart: 22.03.2003
DVD-Start: Unbekannt - Blu-ray-Start: Unbekannt
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Filmkritik zu Resident Evil

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In einem geheimen, unterirdischen Forschungslabor der Umbrella Cooperation, dem Hive, wird ein Virus freigesetzt und tötet alle Mitarbeiter. Darauf wird eine Spezialeinheit in den Komplex geschickt. Auf ihrem Weg in den Komplex treffen sie auf Überlebende, sie sich aber auf Grund von Nervengas an nichts erinnern können. Als man in den Hive eindringt fährt die KI des Labors seine Schutzmechanismen hoch. Aber das sind nicht die einzigen Fallen, mit denen das Team zu kämpfen hat...

„Resident Evil“ ist leider wieder nur ein schlechter Versuch aus einem erfolgreichen PC Spiel einen erfolgreichen Film zu machen. Dabei rechne ich dem Werk hoch an, dass man sich nicht lange mit einer Rahmenhandlung aufhält, sondern den Virus gleich freisetzt. Nachdem alle Arbeiter tot sind, darf eine Spezialeinheit in den Komplex, die aber einen viel zu langen Weg zurücklegen muss, bevor sie endlich kämpfen kann. Geschickt wird erst schrittweise in Rückblicken über die Ursache der Katastrophe aufgeklärt. So braucht man keinen Tiefgang erwarten, hat aber eine akzeptable Alibistory.

Hartes Gewummer am laufenden Band untermalt das unheimliche Geschehen im Hive. Leider geht dabei aber die bedrohliche Atmosphäre komplett vor die Hunde. Bei der Musik glaubt man sich eher in einem Musikclip wiederzufinden, denn die Musik könnte so für Adrenalinkino sorgen, doch leider können die mauen Kämpfe nicht mithalten. Anderson hätte sich zwischen Adrenalinkino mit totaler Action und Technosound oder zwischen einen unheimlichen Horrorthriller mit atmosphärischer Musik entscheiden sollen...

Atmosphäre ist wenig bis kaum vorhanden. Das fängt schon mit der übel misslungenen Synchro bei Alice und Rain an. Alice spricht leider sehr emotionslos und platt, wobei sie unfreiwillig komisch wirkt. Das selbe bei Rain: Ihre übertriebenen Machosprüche mögen im O-Ton vielleicht noch akzeptabel sein, hier gehen sie nach spätestens 5 Minuten den Zuschauern auf die Nerven.

Obwohl der Film von Anfang an in die Vollen geht, passiert leider lange Zeit gar nichts. Das Sterben der Angestellten wird schnell abgehandelt und wurde leider nicht sonderlich spannend inszeniert. Bei einigen netten Ideen, wie zum Beispiel den Kopfabhacker im Fahrstuhl wird nervig umgeschnitten. Dazu gesellen sich noch ein paar Logikpatzer, denn wenn ein Virus freigesetzt wird, sollte man ihn wohl eher mit Feuer bekämpfen, anstatt die Labore zu fluten. Der Sinn dieser Maßnahme blieb mir dann doch verschlossen.

Nachdem Alice hektisch eingeführt wird und kurz Kurven zeigen darf (Ich frag mich, was diese Szene sollte) und in kurzem Rock (Hosen gab’s wohl nicht) sowie Lederstiefel durch’s Haus schleicht, darf die Spezialeinheit ran. Normalerweise kommen die durch die Tür, hier wird aber aus irgendeinem Grund durch das Fenster geknallt. Man macht sich also auf den Weg, um in den Hive zu gelangen. Dabei versuchen die Soldaten drei Überlebende auszufragen, welche aber gasbedingt unter Amnesie leiden. Über einen längeren Zeitraum geschieht nun erst mal gar nichts, denn die Einheit tastet sich langsam zum Komplex vor. Wer dabei auf mindestens einen Zombie oder ein anderes experimentielles Wesen hofft, wird enttäuscht. Anderson überspannt den Spannungsbogen nämlich viel zu weit. Bis zum ersten Kampf vergeht zu viel Zeit, so dass man als Zuschauer bald ungeduldig wird. Anstatt uns ein paar Zombies zur Befriedigung zu servieren, muss nämlich erst mal der PC lahmgelegt werden. Nachdem man in einem Raum ohne Gasrückstände ankommt, will man eine Kette bilden um nach Überlebenden zu suchen. Gleich darauf laufen alle Menschen will durcheinander (sehr intelligent), wobei einige alleine losziehen (noch intelligenter).

Alice trifft dabei auf eine Horde von mutierten Kötern, die sie aber alle nacheinander mit nur einem Magazin abknallt. Man hätte dabei vielleicht einen kleinen Kampf oder blutende Hunde zeigen können, aber stattdessen darf man bei dem kurzen Kampf nur das schicke Mündungsfeuer betrachten. Danke für diesen spektakulären Kampf, bei dem ganz dreist von Matrix kopierte Musik eingespielt wird. Der Computer ist verständlicherweise alles andere als begeistert von seiner Abschaltung und schneidet die Hälfte der Eliteeinheit in kleine Scheiben („Cube“ lässt grüßen). Storytechnisch der totale Griff ins Klo, da die wenigen Hauptdarsteller nun auf ein halbes Dutzend zusammengeschrumpft sind. Nachdem man den Computer nun endlich ausgeschaltet hat, gehen die Türen auf und die Zombies können ihr Unwesen treiben. Selbige sind aber leider sehr schlecht animiert und jagen sicher niemanden Angst ein. Man hat hier versucht CGI Effekte mit Make up zu kreuzen, was leider in die Hose ging. Mit hartem Technogewummer werden ein paar Zombies verbogen, die aber vorher noch eine Kostprobe von Rain nehmen dürfen. Doch schon nach dem ersten Duell ist fast die gesamte Munition aufgebraucht, so dass man sich gar keine Hoffnung auf neuen Gefechte zu machen braucht.

Der Rest des Films ist eine einzige Flucht. Nachdem Heike Makatsch ihren Zombieauftritt hatte wird sich zum Computer zurückgezogen, welchen Alice wieder hochfährt. Alice scheint übrigens zwischendurch einen Schnellkurs in Mainboardeinbau gemacht zu haben, denn der Ausbau durch den Spezialisten war doch viel haariger. Nach dem man vor dem Start eine kleine Sicherung eingebaut hat, gibt sich der Computer überraschend kooperativ und erklärt ihnen wo es langgeht. Auf der Flucht werden die letzten Nebenpersonen angeknabbert. Nebenbei wird man ständig von Zombies und Rains nervigem Machogetue verfolgt, wo bei Alice mit ihren kräftigen Schenkeln noch ein paar Zombieköpfe knacken darf. Aber selbst diese Szenen gerieten lahm und konnten meinen Adrenalinspiegel nur ganz leicht anheben.

Zum Ende hin darf dann nun doch noch ein hübsch mutierendes Experiment sein Unwesen treiben, welches den Verräter im Team anknabbert und grottenschlecht animiert wurde. Man wundert sich schon ein wenig, wenn man die Leiche später sieht und keine Bissspuren zu sehen sind, sondern nur ein paar blutige Kratzer zu erhaschen sind. Zu guter Letzt fährt man wieder aus dem Hive raus und grillt das mutierte Möchtegernmonster noch ein wenig. Der Gipfel der Unverschämtheit ist aber das Ende, welches das Tor zu einer Fortsetzung ganz weit aufstößt. Hoffentlich verschont man uns davon. „Resident Evil“ reiht sich nahtlos in die Reihe von misslungen Filmen des letzten halben Jahres ein (Password:Swordfish, Zoolander, 13 Geister, From Hell, Collateral Damage), welche nur von „Herr der Ringe“ und „Pakt der Wölfe“ unterbrochen werden konnte.

Die Spielvorlage hätte dabei doch so viel hergeben. Tolle Locations wie das Herrenhaus werden leider nur als Einstieg genutzt, dabei hätte man doch speziell hier eine gruselige Horroratmosphäre schaffen können. Man erwartet eine düsteren Gruselfilm mit Horrorelementen und bekommt dafür ein Labor, das zu modern und hell geworden ist. Die grellen Gänge in den Laboren wirken zu „sauber“ und alles andere als furcheinflößend, als dass man da Angst bekommt. Zu dem kommen kaum Schockeffekte zum Einsatz. Selbige sind, wenn sie mal vorhanden sind, sehr vorhersehbar (Frau im Wasser, die die Augen aufmacht).

Dabei habe ich nicht mal gehofft, dass viel vom Spiel im Film wiederzufinden ist. Doch so, wie man „Resident Evil“ inszeniert hat, hätte man den Film auch einen x beliebigen Namen geben können. Denn die Stärken des Spiels bezüglich Gore und Atmosphäre sind in diesem Film nicht wiederzufinden. Die Kämpfe mit den Zombies hätten viel spektakulärer sein müssen. Man sieht sie zwar andauernd umkippen, aber hagelende Gewehrsalven sucht man vergebens. Dafür darf man um so öfter ins Mündungsfeuer glotzen. Nur bei Alice blitzt ab und zu ein wenig Brisanz in den Kämpfen auf. Man hätte mit Zombies doch so viel anstellen... Warum denn nicht mal einen Zombie schrittweise ein paar Knochen brechen (zb Bein), als man beim ersten Exemplar noch nicht wusste, was mit den Arbeitern los war? Statt dessen muss ein ängstlicher Soldat (wieso schickt man so einen labilen Menschen da runter?) den Zombies 20 mal warnen, bevor er endlich schießt. Ein wenig mehr Entschlossenheit darf man da schon erwarten.

Die Schauspieler reihen sich perfekt in die Negativserie ein. Milla Jovovich erinnert mich hier stark an ihre „Johanna von Orleans“, so läuft sie auch hier mit immer dem selben Gesichtsausdruck durch den Film, um ab und zu mit solch intelligenten Sätze wie „Sie will uns überraschen“ den Kinosaal zum Lachen zu bringen. Auch wenn sie kurz Haut zeigen darf, ist sie nur eine weitere schlechte Schauspielerin, die keine Sympathien (wie eigentlich keiner) für sich verbuchen kann.

Viel schlimmer war aber Michelle Rodriguez. Die Frau ging mir schon in „The fast and the furious“ auf die Nerven und topt diese Leistung hier tatsächlich. Egal ob sie verblutet, kotzt oder erschossen werden soll, jedes, aber auch jedes Mal muss sie einen ihrer ach so coolen Machosprüche ablassen, dass man bald hofft, dass die Frau sich endlich in einen Zombie verwandelt, damit sie verstummt. Selten habe ich den Filmtod einer vermeintlichen Heldin so herbeigewünscht. Der Rest der Schauspieler ist mehr oder weniger nettes Beiwerk, die ihren Figuren aber keine Konturen verleihen können. Ein weiteres Manko, denn man findet im Film keine Heldenfigur oder überhaupt einen Charakter, mit dem man sich identifizieren kann. Einer ist genau so schlecht wie der andere.

Fazit:
Misslungener Möchtegernhorrorfilm mit guter Musik. Die wenigen Kämpfe sind zu unspektakulär und die Synchro ist, um es mit einfachen Worten auszudrücken, scheiße. Die schlechten Schauspieler, ein Haufen unlogischer Szenen und eine nervende Tusse runden das schlechte Gesamtbild ab. „Resident Evil“ ist ganz sicher kein Horrorfilm, sondern eher ein lahmer Actioner, bei dem ab und zu mal ein paar Monster abgeknallt werden. Normalerweise versauert so was im Videothekenregal.

Wertung:
3/10 Punkte

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Erstellt: 31.07.2013