Die Glorreichen Sieben

OT: -  128 Minuten -  Western 
Die Glorreichen Sieben
Kinostart: 24.02.1961
DVD-Start: Unbekannt - Blu-ray-Start: Unbekannt
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Filmkritik zu Die Glorreichen Sieben

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Ein kleines mexikanisches Nest wird regelmäßig von Desperados heimgesucht, die ihnen die Ernte stehlen. Aus Verzweiflung engagieren sie den Revolvermann Chris (Yul Brunner), damit er mit ein paar Männern dem Treiben Einhalt gebietet. Obwohl sie kaum Geld für das Unterfangen bekommen, nehmen sie an und können tatsächlich das Dorf verteidigen. Doch Banditenanführer Calveras (Eli Wallach) trickst die Sieben aus und schickt sie waffenlos aus dem Dorf. Nun müssen die Männer sich entscheiden, ob sie verschwinden oder ob sie, obwohl sie keinen Lohn bekommen, ins Dorf zurückkehren...

Dieser Western ist ein Klassiker des Westerngenres und dazu noch mit Stars gespickt. Ausführlich wird jeder Charakter und seine Eigenschaft vorgestellt, um bald das Dorf zu verteidigen. Schon bald kommt es zu Schießereien, doch dank einer List wird man aufs Kreuz gelegt. Der nach Akira Kurosawas Klassiker "Die sieben Samurai" inszenierte Western hat im Gegensatz zu manch anderen Western viele Überraschungen zu bieten und besitzt kein wirkliches Happy End.

Die Musik sollte jedem aus dem Kino bekannt sein. Die heutige Musik der Marlboro Werbung ist nämlich aus diesem Film entnommen. Stimmig glorifiziert sie die sieben Helden und ihre Taten, kann aber auch vor allem in der finalen Schießerei für Spannung sorgen. Nicht so würzig wie von Morricone, aber ebenfalls verdammt gut.

„Die glorreichen Sieben“ nimmt sich sehr viel Zeit für jede einzelne Person im Film und erläutert auch die Lage der Bauern sehr ausführlich. Nach dem Calvera seinen Überfall begangen hat, ziehen drei Männer in die nächste Stadt um dort ihren zukünftigen Beschützern bei einer Heldentat zuzusehen. Die Szene in der die Sargkutsche zum Friedhof gefahren wird, stellt die Helden vor. Chris und Vin kennen keine Angst und sind füreinander da, dass sie auf dem Weg dahin schnell ziehen können versteht sich von selber. Die Männer, die sie aufhalten wollen, werden entwaffnet. Hier taucht auch Heißsporn Chico auf, der sich wie ein kleines Kind gebärdet und den humorigen Part inne hat.

Nachdem man den Sarg auf den Friedhof brachte (Schwarzer auf weißem Friedhof war zu der zeit nicht ganz unproblematisch) treten die Mexikaner an Chris heran. Der ist alle andere als begeistert, denn Geld springt bei der Sache nicht raus. Letztendlich entschließt er sich aber doch dazu und findet sechs weitere Männer, die alle ihre Eigenarten haben. Vin ist recht unauffällig, kann aber verdammt schnell ziehen, Bernardo ist ein kinderlieber Mann, der scheinbar niemanden etwas zu leibe tun kann, Lee ist hingegen Ein Mann der vor seiner Vergangenheit flieht. Britt ist mit dem Messer schneller, als andere mit dem Revolver und Harry ist ein lebensfroher Mensch der nie sorgen hat. Erst später stößt Chico zu ihnen. Dieses so unterschiedliche Gespann bereitet das Dorf zur Verteidigung vor und zeigt ihnen wie man schießt. Um die Atmosphäre ein wenig aufzulockern werden ab und zu ein paar kleine Sprüche geklopft oder von Vin eine Lebensweisheit abgelassen.

Als die Desperados auftauchen, kommt es zum ersten Showdown. Leider sind die Schießereien aber noch nicht so schmutzig und spannend, wie in den späteren Leonewestern. Man beschränkt sich hier auf jungendfreie Action, die aber im Vergleich zu den Genrekönigen etwas zu unspektakulär ausfiel.

Unsere Helden wähnen sich in Sicherheit, was sie teuer bezahlen müssen. Auf Grund von Verrat kommen die Desperados zurück und entwaffnen sie. So müssen sie aus dem Dorf flüchten und bekommen später ihre Waffen zurück. An dieser Stelle wird klar, dass die Hauptfiguren keine reinrassigen Helden sind. Man kämpft mit seinem Gewissen. Auf der einen Seite wissen die Männer das in dem Dorf nichts zu holen ist, auf der anderen Seite meldet sich bei ihnen das Gewissen. So kommt es zur finalen Schlacht im Dorf, die nur 3 von ehemals 7 überleben.

Optisch sieht der Film noch nach „Heile, bunte Cowboywelt“ aus, denn erst Leone erschuf den wahrhaft schmutzigen Western. Doch auch hier gibt es wie in späteren keine reinrassigen Helden. Mir gefällt der Stil dieses Westerns nicht, obwohl er einwandfrei inszeniert wurde. Der Western ist zu sauber und trocken inszeniert und leider mangelt es ihm stellenweise an Spannung. Der Film braucht für meinen Geschmack etwas zu Lange bis zu Konfrontation. Zusätzlich fehlen die ausgefeilten Pistolenfights, die eigentlich das A und O eins Western sind. Keinesfalls ein schlechter Western, aber einer der noch nicht fertig war und erst von Leone perfektioniert wurde.

Ob Yul Brynner, Eli Wallach, Horst Bucholz, Steve McQueen, Charles Bronson, Robert Vaughn oder James Coburn: Der Film ist mit Stars gespickt, von denen aber nur wenige in den Vordergrund treten. Yul Brunner markiert als Chris den Inbegriff des coolen Revolvermannes. Nie sagt er ein Wort zu viel, sondern lässt lieber taten sprechen. Da er auch der Anführer ist, ist er die präsenteste Figur im gesamten Film und überzeugt mit Auftreten und Ausstrahlung. Eli Wallach merkt man hier sein Potential zum Fiesling an, dass er erst in „Zwei glorreiche Halunken“ vollends ausschöpfte. Obwohl man weiß, dass er zu allem fähig ist, spielt er seine Rolle mit sehr viel Humor und Überlegenheit. Im Grunde genau so, wie man sich einen damaligen Bandenchef in Bezug auf seine Männern und die armen Bauern vorstellt.

Nicht vergessen darf man den jungen Horst Buchholz, der sich als junger Mann in diesem Film seine Sporen wahrhaftig verdient hat. Augenzwinkernd gebärdet er sich wie ein kleines Kind, um später über sich selber hinauszuwachsen. Köstlich.

Fazit:
Guter Western, dem es aber an Spannung mangelt. Des weiteren bietet „Die glorreichen Sieben“ einen ganzen Haufen von gut aufgelegten Hollywoodstars und die damals typische „Heile Welt“ Optik. Westernfrühwerk, in dem man schon erste Anzeichen der späteren Leonewestern erkennen kann. Obwohl der Klassiker schon etwas angestaubt ist, darf man ruhigen Gewissens einen Blick riskieren.

Wertung:
7/10 Punkte

Filmering.at
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Liste von Al
Erstellt: 21.06.2014