Spawn

OT: -  96 Minuten -  Action 
Spawn
Kinostart: 13.10.1997
DVD-Start: Unbekannt - Blu-ray-Start: Unbekannt
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Filmkritik zu Spawn

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Al Simmons (Michael Jai White) ist ein Agent, der für Konzernchef Jason Wynn (Martin Sheen) auf der ganzen Welt illegale Aktionen durchführt. Als bei einem Einsatz bewusst Zivilisten ums Leben kommen, hat Al die Schnauze voll und will aussteigen. Sein Chef hat aber einen Vertrag mit dem Teufel geschlossen und der will ihn als Anführer seiner Höllenarmee, um die Erde zu unterjochen. Also wird Al geopfert und muss dem Teufel versprechen sein Anführer zu werden. Nur so kann er auf die Erde und zu seiner Familie zurück. Simmons willigt ein, doch nicht ohne Hintergedanken...

„Spawn“ ist eine weitere Realverfilmung eines Comics, die gewaltig in die Hose geht. An statt einen Superagenten zum Spawn zu machen, hätte man die Identität Spawns viel geheimnisvoller und ungeklärter handhaben müssen. Die Rettung der Welt und die Rachegelüste gegenüber Jason Wynn verkommen leider zu einem sehr schlechten CGI Gewitter, wo man sich spätestens in der Hölle fragt, ob man nicht doch in einem Computerspiel gelandet ist. Schlimm, wenn dann das Ende schon Hinweise auf eine Fortsetzung gibt. Au weia.....

Ähnlich wie in „Mortal Kombat“ versucht man auch hier mit Hardrock das junge Publikum ins Kino zu locken. Klar, die Musik hört sich klasse an, aber was hat sie in einer Comicverfilmung zu suchen? Ich erwarte hier etwas phantastisches und keinen harten Sound, bei dem ich mich auf einem Rockkonzert wähne. Das passt nun leider gar nicht zum Film.

Anfangs glaubt man sich in einem schlechten James Bond Film wiederzufinden. Da darf Al Simmons zwei mal eiskalt vor sich hinkillen und Gewissensbisse anmelden, die Chef Wynn aber schnell wegwischt. Hey, einen Auftrag noch, dann geht es ab in Rente. Simmons stakst also los, um später verraten zu werden und als knackiges Würstchen in der Hölle zu landen. Die dortigen Effekte treiben einem die Tränen in die Augen, aber dazu später mehr. Nach kurzer Unterredung (5 Jahre) mit Luzifer geht es ab auf die Erde um dort zum Spawn zu reifen. Eifrig wird da noch kurz bei „The Crow“ geklaut, na ja unsere Bratwurst ist ja auch von den Toten wieder auferstanden. Aus den dunklen und verregneten Slums geht es ab nach Hause. Dabei fragt man sich schon, ob Frauchen und Sohnemann auf einem anderen Planeten wohnen, denn die Unterschiede sind doch ziemlich krass.

Nach einer kurzen Mitleidstour für Bratwurst verrät er nicht wer er ist und lässt seine Familie dann doch lieber in Ruhe, denn Hauptcharakter Nummero dos betritt das Geschehen: Ein fetter, nervender Clown, der zwanghaft versucht lustig zu sein. Über die abgedroschenen Witze werden aber nur Neandertaler lachen können. Um noch ein paar weitere Lacher zu kassieren, darf Spawn an seinem Grab ein paar Möchtegernsatanisten erschrecken, um dann seines Weges zu gehen. Bratwurst ist nämlich mächtig böse und deckt sich von oben bis unten mit fetten Wummen ein, das selbst der Terminator neidisch werden dürfte.

Ab geht’s: Spawn zieht seine Show ab und jagt Wynn erst mal einen Riesenschrecken ein, worauf der sich gleich einen ausgefuchsten Herzschrittmacher einbaut. Praktisch, dass kein Mensch deswegen Bedenken hat. Aber das gehört ja alles zum genialen Plan des Teufels, der will nämlich das überall auf der Erde fieses Giftgas freigesetzt wird, damit er seine Armee losschicken kann. Jetzt ratet mal wer Wynn töten will? Genau...

Leider hat Luzifer aber nicht bedacht, dass Spawn einen magnetischen Röntgenblick hat, um ihm das Teil aus dem Hintern zu saugen, quasi so eine Art Organstaubsauger.. Der Teufel holt zwar Spawn nebst Kumpel mit ähnlichen Fähigkeiten noch in die Hölle zurück, aber da die Bratwurst inzwischen sogar fliegen kann, entkommt er da auch irgendwie. Somit siegen die Guten und die Bösen bleiben in der Hölle. Alle sind glücklich, nur der Zuschauer nicht, der fragt sich nämlich was dieses sinnlose Werk eigentlich darstellen soll?

Spawn schwächelt an sehr vielen Stellen, hatte aber überraschenden Erfolg an den Kinokassen. Leider blieb es mir verwehrt dem Film irgendwas positives abzugewinnen. Das liegt vor allem an den vielen CGI Effekten, die leider aussehen als wären sie am Heim-PC entstanden. Sowas einem Zuschauer zuzumuten ist eine Frechheit. Besonders das Höllenende erinnert da schon eher an ein billiges PC Game. Man hätte diese Szenen bestimmt auch anders darstellen können, meiner wegen alles düsterer Gestalten und dafür ein ordentliches Set benutzen.

Ein wenig mehr hätte ich auch ganz gern über die aktuelle Weltsituation erfahren, besonders hier hätte man eine hübsche postapocalyptische Welt zaubern können. Stattdessen kann man sich nicht zwischen „The Crow“ und „Beverly Hills Cop“ entscheiden. Die Figur Spawn wird leider verschenkt. Zwar ist der Ansatz in bezug auf Sorge um die Familie nett gedacht, aber leider passt so was eher weniger zu diesem Comichelden. Erst recht nicht, wenn der Familienvater sich anfangs als eiskalter Killer vorstellt. Zu dem nimmt der nervige und ach so witzige Clown viel zu viel Platz im Film ein. Nach dem ersten Auftritt beginnt er nämlich gewaltig zu nerven.

Wie sieht’s mit der Logik aus? Müsste Jason Wynn nicht wissen, dass er selber auch sterben wird, wenn die Teufelsarmee auf der Erde ihr Unwesen treibt? Wieso kann der Teufel sich nur in der Hölle bewegen? Und warum zum Teufel habe ich mir diesen Film angesehen? Wenn man PC Effekte mit etwas mehr Gefühl einsetzt und kompetente Darsteller zur Verfügung hat, kann man eine gute Comicumsetzung inszenieren. Das hat leider erst bei „X-Men“ geklappt. Ich bin schon mal auf „Spawn 2“ nächstes Jahr gespannt.

Da Michael Jai White nach ein paar Minuten sowieso unter einer Maske verschwindet, ist es nicht weitertragisch, dass er die Spawn spielt. Viel schauspielerisches Talent besitzt der Mann nämlich nicht und ist für mich nur ein kleiner „Möchtegern Wesley Snipes“, nur kann sein Vorbild wirklich cool sein (Siehe „Blade“). Allenfalls akzeptabel, aber wirkliche Emotionen kann der dem Höllenkäfer nicht verpassen. Bleibt noch Martin Sheen der den Bösewichten spielen darf. Leider mangelt es aber an fiesen Taten und Ausstrahlung. Selbst bei der Ermordung von Simmons, kommt er noch viel zu brav rüber. Er ist doch ein mächtiger Industriegigant? Wo bleiben die fiesen Aktionen? Warum wird nicht mal ein Verräter hingerichtet? Am Ende wird er sogar zum lieben Unschuldslamm... Brauchte der Mann das Geld so nötig, dass er sich an so einem Film beteiligte? Na besten Dank...

Fazit:
Misslungene Realumsetzung der Comicserie „Spawn“. Besonders die CGI Effekte treiben den Zuschauer immer wieder zur Weißglut. Eine dämliche Story, ein paar Klauereien und ein wirklich nerviger Clown, der viel zu viel Platz im Film einnimmt, unterstützen das negative Gesamtbild. Das ging nach hinten los..


Wertung:

2/10 Punkte

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