Happy Gilmore

OT: -  92 Minuten -  Komödie 
Happy Gilmore
Kinostart: 30.05.1996
DVD-Start: Unbekannt - Blu-ray-Start: Unbekannt
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Filmkritik zu Happy Gilmore

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Obwohl Happy Gilmore (Adam Sandler) einen brillanten Schlag hat, bekommt er nie die Chance zum Profieishockeyspieler. Zufällig entdeckt er sein Talent für das Golfen. Die Golflegende Chubbs Peterson (Carl Weathers) erkennt sofort Happys Talent und will ihn ganz groß rausbringen. Da das Haus seiner Oma zur Versteigerung angeboten wird, braucht er das Geld um Schulden zu bezahlen. Gilmore nimmt an der Tournee teil und gewinnt Preisgeld um Preisgeld. Das passt dem Golfprofi Shooter McGavin aber überhaupt nicht, beide werden zu erbitterten Feinden...

Die grundsätzlich dämliche Story, ist eigentlich nur ein Mittel zum Zweck um Sandlers kindisches, teilweise recht geschmackloses Auftreten zu verknüpfen. Die Geschichte um den Niemand der zum Golfstar wird birgt keine Überraschungen, sondern steckt statt dessen voller witziger Einfälle. Der daraus resultierende Streit mit Shooter birgt aber so manch witzigen Dialog.

Die Musik ist ein großer Pluspunkt des Films. Hier werden etliche Musikstücke eingespielt, die den eigentlich langweiligen Sport doch gewaltig aufpeppen. Ob Evergreen oder härterer Rocksong, oft wird der richtige Ton gefunden um die derzeitige Lage zu charakterisieren und Gilmores derzeitigen Gemütszustand wiederzugegeben. Meist übertreibt man dabei heftig und zieht die Situationen damit ins Lächerliche.

Entweder man hasst Adam Sandler oder man liebt ihn. Ich gehöre eher zu letzter Fraktion, denn mit seiner kindisch, dummen Art befindet sich Sandler nur eine Stufe unter Starkomiker Jim Carrey. Die oftmals in Brutalität ausartenden Scherze gehen schon mal zu weit. Fans lieben ihn dafür, während Kritiker ihn zerreißen.

Die Story um den Underdog, der plötzlich zum Golfprofi wird ist natürlich nur ein Mittel um Sandlers „One man show“ einen Sinn zu geben. Der Mann, der das Gemüt eines Kindes zu haben scheint, rastet gern aus, wenn er provoziert wird, tut selbiges aber speziell zum Ende auch gern. Schon am Anfang wird sein Verhalten beim Eishockey deutlich. Nachdem er nun seine Oma ins Altersheim brachte (höllisch, fieser Auftritt von Ben Stiller) schlägt Gilmore eher per Zufall einen Golfball, so dass Mann, Frau und Glas schwer zu leiden haben. Klar, diese Gags sind anspruchslos und nicht sonderlich einfallsreich, aber Adam Sandler bringt einem mit seinen darauf folgenden Auftritten immer wieder zum Lachen.

So schickt er sich an, auf dem Golfplatz mit seinen Schlägen abzukassieren. Der dortige Golflehrer und Exprofi Chubbs erkennt sein Talent und fördert ihn. Dieser hat übrigens in Sandlers „Little Nicky“ ebenfalls einen Gastauftritt, den man nur verstehen dürfte, wenn man „Happy Gilmore“ kennt. Nachdem Happy aber nun an der Tournee teilnimmt und sich die Wege Gilmore/Chubbs wieder trennen, konzentriert sich der Film komplett auf das Duell McGavin/Gilmore und bringt mit Virginia den weiblichen Part mit in den Film. Die herrlichen Dialoge zwischen dem arroganten Shooter und dem coolen Gilmore sind dabei sehr unterhaltsam, während Virginia nur nettes Beiwerk ist. Als solches ist sie aber immer wieder ein Augenschmaus.

Happy muss während der Tour aber leider einsehen, dass er noch nicht soweit ist und kehrt zu seinem Trainer zurück. Der erklärt ihm auf dem Minigolfplatz wie man einlocht. Sandlers dortige Ausraster bezüglich des Clowns gehören zu den Glanzpunkten des Films. Gilmore ist danach gestählt, muss aber mit dem Tod Chubbs einen herben Verlust verdauen. Nichts desto trotz kommt es zum finalen Showdown der beiden Golfgiganten, das vor witzigen Einfällen nur so strotzt. Allein schon Gilmores Vorstellungen seines „Happy Place“ dürften für einige Lacher gut sein. Wie das ganze endet kann man sich vorstellen, oder?

„Happy Gilmore“ ist nicht viel mehr als eine bloße Aneinanderreihung von guten Gags, doch dank Sandlers Aussetzern und Flüchen fällt das nicht so negativ auf, wie man erwarten dürfte. Ein paar Gastauftritte und etliche Schlägereien, sowie Dialoge bei denen man sich am Boden kugelt vor Lachen (Sie fressen Scheibenscheiße zum Frühstück?) machen weiter sehr viel Boden gut. Der oftmals sehr schwarze Humor (besonders um Carl Weathers) dürfte für die Jüngeren aber eher schwer verdaulich sein. Ich denke dabei besonders an den Anfang bezüglich Nagelpistole und etliche Gegenstände, die er zwischen seine Beine steckt.

Zu einer richtig guten Komödie fehlen „Happy Gilmore“ aber leider die unmöglichen, unerwartenden Einfälle. Viele Witze sind nämlich genau so komisch wie vorhersehbar. Entweder man kann nichts mit diesem Film anfangen und schaltet nach 5 Minuten ab, oder man lacht sich 80 Minuten kaputt. Eine Mitte wird es kaum geben, denn die Meinungen zu Adam Sandler Filmen sind doch sehr verschieden.

Adam Sandler wie man ihn kennt und liebt. Als liebenswerter Happy Gilmore hat er das Gemüt eines kleinen Kindes und will eigentlich nur Gutes tun. Provoziert man ihn aber oder wird er in die Ecke getrieben, kann ihn niemand mehr aufhalten. Sandler in seiner gewohnten Rolle, die er nun mal perfekt beherrscht. Schwierig zu bewerten, denn anders kennt man ihn gar nicht. Christopher McDonald spielt seinen Gegenspieler „Shooter“ bravourös. Die Arroganz trieft bei ihm aus jeder Pore. Völlig überzogen markiert er den versnobten Golfprofi und trifft dabei den Nerv des Zuschauers. Er spielt zwar sehr übertrieben, doch gerade das macht ihn zum idealen Gegner. Besonders seine verqueren Wortspielereien gefielen mir.

Zu guter Letzt noch Carl Weathers. Auf seine alten Tage beweist er zwar eher weniger Talent für eine Komödie, besticht aber durch seine weisen Ratschläge, bei denen besonders der „Happy Place“ ein Reißer ist. Sein Austritt aus dem Film kommt leider sehr früh und heftig. Ein Opfer des schwarzen Humors. Nett, ihn bei „Little Nicky“ wieder einzubauen.

Fazit:
Viel gibt es bei „Happy Gilmore“ nicht zu diskutieren. Die recht dünne Story hält die vielen Gags gerade so zusammen. Die Schauspieler überziehen ihre Rollen meist recht stark. Der Film hat etliche Lacher auf seiner Seite und schreckt auch vor schwarzem Humor nicht zurück, der oft sehr brutal wird. Für Fans Kult, für andere nur dummer Schwachsinn. Mir gefiel’s. Eine gelungene Komödie auf den Golfsport.

Wertung:
7/10 Punkte

Filmering.at
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Ø Wertung: 7.7/10 | Kritiken: 0 | Wertungen: 3
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