The Fan

OT: -  116 Minuten -  Thriller 
The Fan
Kinostart: 03.10.1996
DVD-Start: Unbekannt - Blu-ray-Start: Unbekannt
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Filmkritik zu The Fan

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Baseballstar Bobby Rayburn (Wesley Snipes) wechselt zu seinem neuen Team, den San Francisco Giants. Gil Reanard (Robert de Niro), ein Messervertreter, ist einer seiner größten Fans. Leider verliert der seinen Job, muss sich scheiden lassen und darf seinen Sohn nicht besuchen. Da Gil aber so an Bobby hängt, verschafft er ihm einen ungeheuren Vorteil, den dieser aber nicht zu würdigen weiß. Um die Anerkennung zu bekommen, die er verdient kidnappt er Bobbys Sohn. Nun muss Renard im nächsten Spiel einen Homerun laufen und ihm Gil widmen...

Tony Scott inszenierte mal wieder einen über weite Strecken spannenden Reißer in Augenschmausoptik. Leider hat der Film aber Startschwierigkeiten, denn Gils sich anbahnende Ausbrüche verlaufen zu lange im Sand. Wenn er aber seinem Idol gegenüber steht und das Kidnapping begeht entwickelt sich der Film zu einem spannenden Psychothriller. Das dramatische Ende auf dem Baseballfeld erledigt den Rest. Anfangs etwas lahm wird der Film zum Ende hin immer besser.

Zu Hans Zimmer muss man wohl nicht mehr viel sagen. Er versteht es den Zuschauer mitzureißen und De Niro als Psychopath rüberzubringen. Besonders die Showdownmusik im Finale inklusive Zeitlupenbildern gefiel mir gut. Zwischendurch gibt es immer wieder Einspielungen härterer Rockmusik, die dem Film noch ein wenig mehr Drive geben. Hat mir gefallen.

Baseballstar bekommt Probleme mit einem Psychopathen namens Robert de Niro. Woher kennt man das bloß? Genau: Kap der Angst. Auch da schleicht sich ein Irrer in ein Privatleben ein und bedrängt eine Familie. Zufälligerweise ist auch dort de Niro am Werk. Die Idee ist als nicht die allerneuste, wurde aber aktuell verpackt und unterhält. Leider hat der Film aber akute Startschwierigkeiten. Es mag interessant sein, dass Profil Renards so ausführlich vorgestellt zu bekommen, aber dabei erfährt man zu früh, was dieser Mann für ein Mensch ist. So wartet man bei etlichen Vorfällen, dass der Typ endlich ausrastet. Er verliert seinen Job, darf seinen Sohn nicht sehen und streitet sich mit seiner Exfrau. Aber sein innerer Vulkan will und will nicht ausbrechen. Irgendwann ist die Geduld des Zuschauers auch zu Ende...

Parallel dazu darf man Sportler Bobby dabei zusehen, wie er bei seinem neuen Team keinen Fuß auf dem Boden bekommt. Der von Selbstzweifeln geplagte Mann legt sich schließlich sogar frustriert mit seinen Teamkollegen an. Die Mitleidsnummer um den vorbildlichen Superstar, der krebskranke Kinder besucht und sich gar kein bisschen für’s Geld interessiert nervt auf die Dauer aber auch.

Über einen zu langen Zeitraum hadert der Zuschauer mit dem Pulverfass Reanard und dem formlosen Sportler Bobby, bis Gil endlich austickt. Der Fan ist passend Messervertreter (Idealjob für den Psychopathen von heute.. wer hat sich das nur ausgedacht...) und erdolcht erst mal Bobbys größten Konkurrenten im Team. Tja, was ein richtiger Fan ist.... Bobby spielt nun besser, worauf der brave Fan auch ein Dankeschön möchte. Also geht’s zum Strandhaus, um den Sohn des Helden auf dramatische Weise vorm Ertrinken zu retten. Der lädt ihn darauf in sein Haus ein, wobei Gil so tut, als kenne er ihn nicht. Ein paar Gespräche und einige Würfe am Strand später wird Psychopath Gil recht säuerlich, denn Held Bobby weiß den Tod seines Kameraden nicht zu würdigen. Als Gil aufdringlicher wird, verzieht sich Bobby in sein Haus. Gil bleibt draußen zurück. Man könnte jetzt fragen ob so ein Mann keine Bodyguards hat, jedoch am meisten wundere ich mich aber über das Verhalten des Stars. Ich kann mir nämlich beim besten Willen nicht vorstellen, dass man in seiner Position einen Fremden unbeaufsichtigt ins Haus lässt und später nicht mal merkt, dass Sohnemann gekidnappt wurde. Die Verhaltensweise ist leider recht unrealistisch.

Dafür gibt es aber einen furiosen Showdown zu sehen, der sich gewaschen hat. Während Bobbys Sohn zu flüchten versucht, wird ein Blick auf Gils Vergangenheit geworfen. Das er den Sprung zum Profi nicht schaffte, muss hier nun als Grund für seine Vorgehensweise herhalten. Indes muss Bobby im Stadion einen Homerun schlagen. Problematisch, wenn das Spiel andauernd wegen des Regens unterbrochen wird und das Leben seines Sohnes auf dem Spiel steht. Das Ende ist dank Zeitlupen, entsprechend spannender Musik und eines spannenden Spiels extrem unterhaltend fotographiert, was man vom Rest des Films nicht immer behaupten kann.

Tony Scotts Werk hat ähnlich denen Michael Bays optisch einiges zu bieten. Die wenigen Actionszenen, aber besonders die Footballspiele sind spannend und atmosphärisch inszeniert. Der Film krankt schlicht und einfach am bescheidenen Drehbuch, denn der Stoff ist für einen Film scheinbar zu wenig. Das Warten auf Gils Ausbruch zieht sich wie ein Kaugummi ewig hin, worauf sein Kidnapping und das Finale Schlag auf Schlag kommen. Das hätte man viel besser auf die Gesamtspielzeit verteilen können. Die finale Entdeckung des Jungen mit den doch recht vagen Beweisen ist zusätzlich an den Haaren herbei gezogen. So einfach geht’s dann nun doch nicht. Was bleibt ist ein streckenweise spannender und zäher Thriller, dem das Timing fehlt.

Robert de Niro spielt den Psychopathen wie aus dem „FF“. Seit „Taxi-Driver“ und „Kap der Angst“ weiß man, dass der so was beherrscht. Neue Seiten kann der deshalb seiner Figur auch nicht abgewinnen. Er bleibt ein ernstzunehmender Psychopath, doch diese Rolle schien kein besonderer Reiz für ihn zu sein. Der Mann wirkte schon mal bedrohlicher. Gut, aber nicht in der Form, in der man ihn kennt. Wesley Snipes wagt mal einen Schritt aus dem reinen Actiongenre und wirkt hier nicht so fehlbesetzt wie in „Auf der Jagd“. Den schwarzen Baseballstar bringt er dem Zuschauer professionell rüber, ohne dabei kitschig zu wirken. Er erreicht nicht die Performance eines Denzel Washingtons, aber für diesen oberflächlichen Film reicht es allemal. Annehmbare Leistung...

Fazit:
Netter Psychothriller, der anfangs aber zu oft abgewürgt wird. Die Schauspieler sind nicht umwerfend, können ihren Figuren aber Leben einhauchen. Das Ende ist spannungstechnisch das Glanzstück des Films, auch wenn der Fund des Jungen viel zu einfach ist. Typischer Hollywoodschnellschuss, den man sich einmal anguckt und dann wieder vergisst. Dann schon lieber „Kap der Angst“..

Wertung:
5/10 Punkte

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Ø Wertung: 5.3/10 | Kritiken: 0 | Wertungen: 3
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