Powerplay

OT: -  91 Minuten -  Action 
Powerplay
Kinostart: 08.03.1990
DVD-Start: 11.02.2011 - Blu-ray-Start: Unbekannt
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Filmkritik zu Powerplay

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Winter 1988: Der Eiserne Vorhang steht kurz vor dem Zusammenfall. Zwei Veteranen sehen das aber ganz anders. Der US-Colonel Jack Knowles (Roy Scheider) tritt seinen Dienst bei einer neuen Einheit an, denn als ausgedienter Vietnamveteran weiß man nicht wo man ihn noch einsetzen soll. Auf der anderen Seite kommandiert der Oberst Valachev (Jürgen Prochnow), ein Afghanistan-Veteran, die Truppen des Ostens. Da die beiden sich immer wieder gegenseitig provozieren kommt es zum Kleinkrieg....

Actionroutinier John Frankenheimer drehte einen interessanten und witzigen Politthriller. Die Geschichte ist schnell erzählt, denn die beiden Veteranen schenken sich nichts, wollen aber auch niemanden in den Streit verwickeln. Die beiden unbelehrbaren Krieger tragen den Kampf persönlich aus und schrecken dabei weder vor Fallen, noch vor miesen Tricks zurück. Im Grunde handelt der Film nur von den ständigen Aktionen und Gegenaktionen der beiden Kommandeure. Das Ende dürfte beide Seiten zufrieden stellen, da es nicht eskaliert. Bis auf eine Überraschung nichts großartiges, dass exotische Szenario reißt aber viel wieder raus.

Bis auf die militärische Musik, hat der Film musikalisch nicht besonders viel zu bieten. Sie passt aber zum militärischen Ambiente und kann in dramatischen Aktionen den Film mittragen. Kein Meistwerk der Kompositionskunst, aber solides Handwerk, dass für diesen Film ausreicht.

Nachdem der Zuschauer den Eigenbrödler Jack kennen gelernt hat und dabei zusieht, wie er seine Geburtstage alleine feiert freut man sich auf die Konfrontation mit Valachev. Als man die Grenze inspiziert, kommt es zum ersten Aufeinandertreffen. Ein Flüchtling im Osten wird auf der Flucht erschossen. Knowles würde am liebsten eingreifen, will aber keinen Zwischenfall riskieren. Er lässt es bei einem Schneeballwurf, worauf Valachev einen zurück schmeißt. Das geschieht alles spontan und trocken, so dass man sich ein Grinsen bestimmt nicht verkneifen kann.

Da Jack sich an seinem Geburtstag allein fühlt geht er nachts über die Grenze und überrascht einige Soldaten, um sie zu entwaffnen. Sie dürfen ihm ein Ständchen singen. Der Film lebt von dieser Situationskomik. Am besten gefiel mir aber die Gegenaktion am nächsten Tag. Jack fährt die Grenze ab, steigt aus seinem Jeep, geht ein paar Meter und sieht durch ein Fernglas. Darauf hört man kurz ein leises Pfeifen und seinen explodierenden Jeep hinter ihm. Jack darf zu Fuß zum Stützpunkt laufen. So geht es weiter, denn obwohl Jack von seinem Vorgesetzten gemaßregelt wird, hört er nicht auf. Auf der anderen Seite werden inzwischen dick Klischees aufgetragen. Die sowjetische Flagge darf nirgends fehlen und das Russen keine Ahnung von Football haben dürfte auch klar sein.

Positiv überrascht war ich, dass die amerikanische Flagge dagegen so selten zu sehen ist. Nach einem letzten Appell seines Vorgesetzten möchte Jack dann auch aufhören, aber er beschließt leider einer tschechischen Frau zu helfen. Das entpuppt sich als großer Fehler. So kommt es zur finalen Konfrontation zwischen Jack und Valachev im Wald. Der spannende Kampf der beiden endet im Eiswasser direkt auf der Grenze. Die russische und amerikanische Armee haben bereits Stellung bezogen...

„Powerplay“ lebt von den beiden Hauptdarstellern, welche grundverschieden aber doch ähnlich sind. Beide sind auf ihren Gegner fixiert und können ohne Feinbild nicht leben. Dabei wird nicht auf Bombastaction gesetzt, obwohl auch Panzer und Hubschrauber vorkommen, sondern auf viele kleine Duelle, die den Film so versüßen. Oft genug bricht dabei ein eigenartiger Humor durch, der den Zuschauer amüsiert. An Klischees hätte man aber ein wenig sparen können. Ganz so dumm und einfältig hätte man die russische Armee nicht darstellen müssen. Was bleibt ist ein unterhaltsamer Politthriller mit Actionanleihen und einem gewaltigen Schuss Humor.

Roy Scheider spielt den zerbrochenen Vietnamhelden recht eindrucksvoll. Ähnlich wie „Rambo“ braucht er die Perspektive des Kriegs und ein Feindbild. Da die Armee ihm das nicht bieten kann, wird er aufs Abstellgleis geschoben. So bastelt er sich selber eins. Besonders bei Jacks Telefonat mit seinem Sohn wird einem ganz anders, denn obwohl Scheider keine Emotionen zeigt, geht ihm seine Verfremdung doch an die Nieren. Ein ausrangierter Held. Scheider spielt den Dickkopf und Eigenbrödler sehr intensiv.

Perfektes Gegenstück dazu ist der deutsche Bösewichtexport Jürgen Prochnow. Der eiskalte Kommandant verkörpert den Prototypen des fiese, russischen Feindbildes. Nur der Akzent hat mir noch gefehlt. Prochnow überzeugt weniger durch Worte, sondern durch seinen eiskalten, undurchdringlichen Blick. Roy Scheider und er scheinen ein ideales Duo zu sein, um einen Kleinkrieg zu führen. Bravo......

Fazit:
Unterhaltsamer Film mit ungewohntem Szenario und einer Portion Humor. Nette Action und zwei gute Hauptdarsteller runden das positive Bild ab. Über ein paar Klischees und eine(bis auf eine Ausnahme) recht geradlinige Story sollte man sich nicht weiter aufregen. Kurzweiliger Spaß, den man aber nicht zu oft sehen kann.

Wertung:
7/10 Punkte

Filmering.at
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