Die Todeskandidaten

OT: -  113 Minuten -  Action
Die Todeskandidaten
Kinostart: Unbekannt
DVD-Start: Unbekannt - Blu-ray-Start: Unbekannt
Will ich sehen
Liste
3610
Bewerten:

Zehn kämpfen, neun werden sterben, bla bla bla. Aber nun genug zur Handlung. Bei Die Todeskandidaten handelt es sich um ein weiteres Prunkstück aus der ohnehin schon großartigen Sammlung von WWE (World Wrestling Entertainment) produzierten Filmen und setzt damit die Reihe von so modernen Klassikern des qualitativ hochwertigen Films, wie See No Evil (mit „Kane" Glen Jacobs)  und The Marine (mit John Cena) fort. Diesmal mimt der, nicht mehr aktive, aber dafür umso populärerer Steve Austin, die von inneren Konflikten zerrissene, hochkomplexe Figur des Jack Conrad.

Manche Leser vermuten hinter diesen Zeilen vielleicht einen tief verwurzelten und über das Filmerlebnis verbitterten Sarkasmus. Und sie haben recht! Dabei spielt der Umstand, dass der Film von der führenden Wrestlingliga WWE produziert wurde, keine unerhebliche Rolle und das obwohl ich als treuer Zuschauer schon seit sehr langem ein großer Fan des Wrestlings bin. Aber genau darauf sollten sie sich auch beschränken, haben sie doch momentan schon damit alle Hände voll zu tun, den Zuschauer mit halbwegs glaubhaften Storylines, spannenden Fehden und gut choreographierten Kämpfen vor dem Fernseher zu halten.

In den amerikanischen Kinos floppte der Film, trotz der, unter Wrestlingfans, immens großen Popularität des Hauptdarstellers. Deshalb erscheint der Film bei uns direkt auf DVD. Auch die zukünftigen Meisterwerke von WWE Films (so der glanzvoll originelle Name der Produktionsfirma) werden von nun an nur mehr direkt auf DVD vertrieben, auch in Amerika. Sagt dies in vielen Fällen nichts über die Qualität eines Filmes aus, so trifft es bei diesem Exemplar umso mehr zu.

Dies hängt vor allem mit der nichtexistenten Regie und einem sinnfreien Drehbuch zusammen, bar jeglicher Originalität, Tiefgang oder zumindest Stellenweisen Unterhaltungswert. Die Figuren sind dermaßen eindimensional und uninteressant, dass sie es kaum durchhalten würden einen Werbespot zu tragen, ganz zu schweigen von einem 113 Minuten (viel zu) langen Gewalt-Action-Spektakel. Selbst die Actionszenen, von WWE Promotern zu den besten Actionszenen der Filmgeschichte gelobt, degradieren sich bei genauer Betrachtung, zu simplen, spannungsarmen Feuerwerken und Faustkämpfen, die man alle schon mal besser erlebt hat.

Die größte Enttäuschung beschert einem jedoch Steve Austin. Es ist natürlich verständlich, dass er im Film nicht seine Figur aus guten alten, aber leider längst vergangenen Wrestlingtagen darstellt, sondern eben jenen vor Klischees triefenden, zum Glück aber einsilbigen „Todeskandidaten" Jack Conrad. Dennoch erhofft man sich als Kenner (und Fan) seiner beinhart antisozialen, provokativen und beinahe nihilistischen Persona aus WWE Zeiten, im Film zumindest einen Schimmer davon durchblicken zu sehen. Weit gefehlt. Überraschend überzeugend und vor schauspielerischer Vielfältigkeit strotzend, spielt er ungewollt eines der größten Weicheier, die je in einem Actionfilm dargestellt wurden. Ungewollt deshalb, weil es mit Sicherheit nicht die Intention der „Filmemacher" war, seine Figur dem Zuschauer so zu präsentieren.

Was aber mit Sicherheit Absicht war, ist die ungenierte und überaus geschmacklose Darstellung von Gewalt, die jedoch in einer Hinsicht einen Treffer landet, der sich aber leider als Tiefschlag entpuppt. Die beinahe schon perverse zur Schaustellung der Brutalität wirkt derart widerwärtig, dass einem beim Betrachten schlecht werden kann (und ich bin kein zartbesaiteter Mensch!). Wer jedoch auf die erhoffte Genugtuung wartet und sich wünscht, den Übeltätern wird gleiches oder schlimmeres Schicksal erfahren, irrt sich gewaltig. Der Titel (und auch der Filmslogan, der meine Kritik eingeleitet hat) hält zwar schon was er verspricht, denn dieser Film ist logischerweise keine harte Gesellschaftsparabel, in der die Bösen ungeschoren davon kommen, während die Guten für den Rest ihres Lebens gebrandmarkt sind, aber er hält sein Versprechen auf eine zutiefst unbefriedigende Art und Weise, die den Zuschauer enttäuscht und vielleicht sogar beleidigt zurücklässt.

Fazit:

Obwohl ich ein großer Fan des Wrestlers „Stone Cold" Steve Austin und auch der WWE bin, kann ich beim besten Willen absolut nichts Positives an diesem Film finden. Er beweist einmal mehr, dass die WWE nichts in der Filmbranche verloren hat und Wrestler sich nicht als Schauspieler versuchen sollten. Zumindest nicht in von der WWE produzierten Filmen. Dwayne „The Rock" Johnson ist der einzige Wrestler, der es geschafft hat in der Filmbranche erfolgreich zu sein. Er ist zwar auch kein neuer Robert De Niro und schon gar kein besserer Christian Bale, aber er hat es zumindest geschafft in einigen halbwegs akzeptablen Filmen mitzuspielen, die zumindest irgendeine Anziehung haben.

Schade, dass Steve Austin seinen Einstand als Actiondarsteller in einem derart miserablen Film geben musste. Denn auch wenn er nie in einem anspruchsvollen oder höchstqualitativen Meisterwerk zu sehen sein wird, so dürfte er dennoch in der Lage sein eine Vin Diesel Karriere zu starten und zumindest ein paar halbwegs akzeptable Action Filme zustande zu bringen. Das Schlimmste bei Die Todeskandidaten ist das Gefühl danach. Man kommt sich beleidigt vor, dass man sich tatsächlich hingesetzt hat und seine Zeit mit einem derartigen „Machwerk" verschwendet hat. Schade drum!


Jeder der nicht darauf steht sich selbst Schmerzen zuzufügen und sich gerne verarschen lässt, sollte einen großen Bogen um diesen Film machen. Allen anderen, viel Spaß dabei ... aber sagt nicht, ich hätte euch nicht gewarnt!

Bewertung:

1/10 Punkte

Filmering.at
Community
Ø Wertung: 1/10 | Kritiken: 0 | Wertungen: 1
10 /10
0%
9 /10
0%
8 /10
0%
7 /10
0%
6 /10
0%
5 /10
0%
4 /10
0%
3 /10
0%
2 /10
0%
1 /10
100%
Vielleicht interessiert dich auch
Keine Empfehlungen gefunden!
Der Film ist in diesen Listen
Keine Listen gefunden!