Kung Fu Panda

OT: -  90 Minuten -  Animationsfilm 
Kung Fu Panda
Kinostart: 04.07.2008
DVD-Start: 01.11.2013 - Blu-ray-Start: Unbekannt
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Filmkritik zu Kung Fu Panda

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Noch immer findet der klassische Eastern, in allen seinen Abwandlungen, zahlreiche Fans. Besonders die Kung-Fu- und sonstigen Kampfsportfilme erfreuen sich größter Beliebtheit. Jeder, der schon einmal einen solchen Film gesehen hat, und das betrifft auch die 80er Jahre B-Actionfilme eines Jean-Claude Van Damme, muss eingestehen, dass die asiatische Mentalität gleichzeitig faszinierend ist, aber im Mix mit einer westlichen Einstellung auch gigantisches komödiantisches Potential enthält. Die Macher von Kung Fu Panda haben dies scheinbar auch erkannt, und es ist wirklich schön, dass sie es auch voll genutzt haben.


Der übergewichtige Panda Po arbeitet für seinen Vater Mr. Ping als Nudelkoch und Verkäufer. Doch im Geheimen träumt er davon, ein großer Martial Arts Meister zu werden. Als die örtliche Kung-Fu Schule eines Tages ein Fest veranstaltet, welches dazu genutzt wird, den Drachenkrieger zu bestimmen, der den mächtigen Bösewicht Tai Lung zurückschlagen soll, welcher laut einer Prophezeiung von Großmeister Oogway bald aus dem Gefängnis entfliehen wird, soll Po eigentlich nur Nudeln verkaufen. Doch es soll alles anders kommen: Durch einen dummen Zufall erregt Po die Aufmerksamkeit von Meister Oogway und wird von ihm als Drachenkrieger erwählt. Den Schülern Monkey, Tigress, Mantis, Viper und Crane und ihrem Meister Shifu schmeckt das jedoch gar nicht, und so versucht man zunächst, den bequemen Po aus ihren Reihen zu ekeln. Doch bald schon sollen alle entdecken, wie sehr sie sich in ihm getäuscht haben...


Früher waren Zeichentrickfilme etwas ganz Besonderes. Im Wesentlichen gab es kaum Einschränkungen, sondern als Familie konnte man beinahe wahllos jeden besuchen und kam auf seine Kosten. Im Zeitalter des Animationsfilms war dies zunächst nicht anders, doch nach und nach schlichen sich immer mehr faule Äpfel in den Korb. Da es meistens schon reicht, einige berühmte Sprecher zu verpflichten um den Kassenerfolg zu garantieren, fragt sich wohl so mancher findige Studioboss, warum man denn überhaupt viel Energie in den Rest stecken soll.


Doch um eines klar zu stellen: Kung Fu Panda ist von diesem Trend mit Sicherheit nicht betroffen. Zwar kann auch dieser Film mit prominenten Namen, wie zum Beispiel Jack Black, Angelina Jolie oder Dustin Hoffman punkten, aber es scheint so, als wären die Schauspieler wirklich durch das höchst unterhaltsame Drehbuch begeistert und nicht von einem astronomischen Gehaltsscheck geködert worden.


Einer der Hauptgründe, warum Kung Fu Panda so gut funktioniert, ist, dass er nicht nur jede Chance nutzt, um eine Pointe in Richtung Kung-Fu Filme zu schieben, sondern auch selbst ein Film nach klassischem Muster des Genres ist, der sich dadurch enorm viel Charme bewahrt. So steht am Beginn ein eher wenig klassischer Krieger, der mit seinem Vater ein Restaurant betreibt. Po träumt zwar davon, ein großer Kung-Fu Kämpfer zu werden, aber seine eher wenig elegante Körperform holt ihn schnell wieder auf den Boden der Realität zurück.


Danach folgt der Film im Wesentlichen den Mustern des Genres: Natürlich schafft es der Panda durch Zufall, der Schüler eines Kung-Fu Meisters zu werden, und muss im Folgenden die gewohnt harte Ausbildung durchlaufen. Wirklich herrlich ist dabei der Humor gelungen, der beinahe immer den richtigen Ton trifft und sowohl Slapstick als auch Wortwitz geschickt miteinander kombiniert und in Einklang bringt. Das einzige Problem hierbei ist es wohl, das lose Mundwerk von Jack Black und den treffenden Witz des Films in eine vernünftige deutsche Fassung zu bringen, sodass ich allen nur den Besuch der englischen Version raten kann.


Doch nicht nur die humoristische Seite des Films funktioniert, er schafft es auch noch, Actionszenen auf die Beine zu stellen, die wohl Jung und Alt gleichermaßen begeistern werden. Natürlich ist man dabei den jugendfreien Weg gegangen, und die Kämpfe werden stets durch humoristische Einlagen aufgelockert und entschärft, aber dank des anziehenden Charmes des Films kann man es ihm einfach nicht ankreiden.


Der wahre Höhepunkt bleibt allerdings Panda Po, der alle Sympathien auf seiner Seite hat und für so manchen Schenkelklopfer sorgt. Kongenial von Jack Black vertont wird hier das gesamte Potential des Films genutzt. Doch nicht nur er, sondern auch Meister Shifu, herrlich gesprochen von Dustin Hoffman, überzeugt als schön skizzierter Charakter mit viel Potential. Doch das bringt uns auch schon zum großen Problem des Films: Alle anderen Charaktere können sich leider kaum profilieren und so gehen die Figuren von Angelina Jolie (Tigress) und Seth Rogan (Mantis), wie auch alle anderen „Furios Five" (Jackie Chan, Lucy Liu und David Cross) leider unter und hinterlassen ein schmerzliches Loch. Auch muss erwähnt werden, dass die Geschichte des Films eine klassische Underdogstory aus dem Handbuch ist und wohl keinen Kreativitätspreis gewinnen wird.


Dafür sind die optischen Werte umso beeindruckender. Zwar erreicht auch Kung Fu Panda nicht die visuelle Brillanz, wie sie Pixar zum Beispiel kürzlich im virtuosen Ratatouille vorlegte, aber trotzdem setzt sich der Film spielerisch an die optische Topliste der Dreamworks Filme und kann auf dieser Ebene ohne Wenn und Aber überzeugen. Die Farben sind satt, die Figuren sehr schön animiert und die Welt ist so detailliert gestaltet, dass man sich gerne darin verliert.


Fazit:

Wie sehr Kung Fu Panda gefällt, hängt wohl stark von der Einstellung zum Film ab. Wer ein Meisterwerk erwartet ,wird enttäuscht werden, aber jeder, der wie ich ohne Erwartungen in den Film geht, bekommt ein spaßiges Abenteuer, das es überraschend gut schafft, Jung und Alt gleichermaßen zu unterhalten. Ein wesentlicher Kritikpunkt ist allerdings, dass es der Film nicht schafft, alle Hauptfiguren zu beleuchten und so eigentlich nur zwei Figuren Profil bekommen. Doch ansonsten sollt man dem Film einfach eine Chance geben. Kung Fu Panda wird zweifellos der ganzen Familie gefallen und sorgt speziell im englischen Original für einige Schenkelklopfer, die wohl die Synchronisation nicht unbeschadet überstehen werden. Also wenn möglich unbedingt auf Englisch konsumieren.


Wertung:

7/10 Punkte

Filmering.at
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Ø Wertung: 6.7/10 | Kritiken: 0 | Wertungen: 35
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