Klassentreffen

OT: -  14 Minuten -  Thriller 
Klassentreffen
Kinostart: Unbekannt
DVD-Start: Unbekannt - Blu-ray-Start: Unbekannt
Will ich sehen
Liste
3584
Bewerten:

Filmkritik zu Klassentreffen

Von am

Irgendwie ist es immer schön, wenn ab und zu wieder einmal ein Paket von einem jungen, ambitionierten Filmemacher in der Redaktion eintrifft, der um eine Besprechung seines Werkes bittet. Schön ist dies insofern, bieten diese Filme doch meist einen angenehmen Kontrast zum Gewohnten, und liefern außerdem den Beweis, dass es in Österreich tatsächlich noch eine intakte Filmszene gibt. Die Grazer Independent Filmcrew Artrinity, vertreten durch Regisseur und Drehbuchautor Peter Brandstätter, sandte uns kürzlich wieder ein solches Paket: Ihren neusten Film Klassentreffen, der am 15. Mai in Graz seine Kinopremiere feierte und nun bereits auf DVD erhältlich ist.

Pauli (Gernot Rieger) ist auf der Durchreise durch sein altes Heimatdorf und kehrt dort in ein Lokal ein. Er rechnet allerdings nicht damit, dort auf seinen alten Schulpeiniger (Siegfried Klinger) zu treffen. Die Geschichte soll sich also wiederholen, doch diesmal ist nicht Pauli derjenige, der Qualen zu ertragen hat…

Hand aufs Herz, obwohl man sich sehr darüber freut, wenn ein heimischer Filmemacher sein Werk präsentiert und ein ehrliches Urteil erhofft, ist es auch nicht unbedingt angenehm, solche Filme zu besprechen. Denn ein durch und durch großartiger Kurzfilm aus der Independentszene (wie zum Beispiel Peter Kollers Skrypt) ist leider die Seltenheit, und so bleiben immer wieder Angriffsflächen, an denen man als ehrlicher Kritiker nicht vorbei kommt. Gerade da diese Werke aber meistens ohne kommerziellen Hintergedanken und vor allem ohne wirkliches Budget auskommen müssen und alle Beteiligten ihr Herzblut in den Film gesteckt haben, ist dies nicht immer eine leichte Aufgabe.

Dabei überrascht Klassentreffen zunächst mit einer angenehm professionellen Herangehensweise. Die Kamerawinkel wirken durchdacht, der Ton und die Musik unglaublich stimmig (wenngleich man es mit dem Musikeinsatz vielleicht etwas übertrieben hat) und auch ansonsten erweist sich die technische Komponente des Films als überaus stimmig. Es ist zwar nicht so, dass man schon am Ende der Leiter angekommen wäre, denn natürlich bleibt dem Team immer noch Luft nach oben, aber man kann auch nicht abstreiten, dass sie sich Lob für ihre Arbeit verdienen.

Die wahren Schwächen liegen aber vor allem in der Dramaturgie, und wie so oft ist der Teufel im Detail begraben. Denn das Rachethema des Films ist nicht unbedingt ein Musterbeispiel für Kreativität, und wie es vorgetragen wird, verwirrt den Zuseher wohl eher, als dass es ihn begeistert. Besonders störend sind die Rückblenden, die sowohl die Spannung der Haupthandlung bremsen, als auch selbst viel zu undynamisch sind, sodass sie die Qualität merklich hinunter ziehen.

Überhaupt erweist sich die Struktur, dass die Gründe für die Handlung eher in den Hintergrund geschoben werden, zwar als interessant, aber da man durch die Rückblenden dennoch wieder einiges aufgreift, relativiert sich dieser Umstand auch gleich wieder. Die Folterszenen selbst haben zwar deutlich mehr Dynamik als die etwas lahmen Flashbacks, aber der richtige Drive fehlt auch hier, sodass sich Klassentreffen zwar nie langweilig anfühlt, aber eben auch nicht wirklich packend ist.

Die Auflösung der Foltersequenz ist zwar ein interessanter Ansatz, funktioniert aber in der Praxis nicht wirklich, da sich der Film so leider etwas abgehakt und unvollständig anfühlt. Die letzte Einstellung ist da schon eher gelungen, wenngleich man auch anführen muss, dass das Pacing noch nicht so richtig klappt und dadurch einiges an Potential verloren geht. Als letzter Kritikpunkt, den man leider nicht unter den Tisch kehren kann, bleiben die Dialoge, die sich einfach nicht plastisch anfühlen, sondern bemüht wirken und daher dem Film zusätzlich Intensität rauben. Doch trotz all dieser Kritikpunkte werden Freunde dieser Art Film auf ihre Kosten kommen und sollen nicht davor zurückschrecken, junge Filmemacher zu unterstützen, in demsie die DVD zum Film erwerben.

Fazit:
Klassentreffen ist ein klassischer Independent-Kurzfilm, der zwar zunächst mit einer überraschend professionellen visuellen Gestaltung punkten kann, seine Schwächen aber im Laufe des Films immer mehr offenbart. So erweist sich das Pacing als zu träge, die richtige Dynamik und Intensität fehlt, stellenweise ist das Bild auch schlicht zu dunkel, und die Dialoge wirken bemüht. Aber dennoch sollte man sich nicht davon abbringen lassen, die jungen, durchaus talentierten Filmemacher zu fördern, in dem man ihrem Werk eine Chance gibt und die DVD zum Film ordert.

Wertung:

5/10 Punkte

Hier gibt’s die DVD!

Filmering.at
Community
Ø Wertung: 5/10 | Kritiken: 0 | Wertungen: 1
10 /10
0%
9 /10
0%
8 /10
0%
7 /10
0%
6 /10
0%
5 /10
100%
4 /10
0%
3 /10
0%
2 /10
0%
1 /10
0%
Vielleicht interessiert dich auch
Keine Empfehlungen gefunden!
Der Film ist in diesen Listen
Keine Listen gefunden!