Trip to Asia

OT: -  108 Minuten -  Dokumentation 
Trip to Asia
Kinostart: 22.08.2008
DVD-Start: Unbekannt - Blu-ray-Start: Unbekannt
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Filmkritik zu Trip to Asia

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Auf der Suche nach dem Einklang, so suggeriert der Untertitel des Films, befinden sie sich, die Berliner Philharmoniker. Das traditionsreiche Orchester besteht seit 1862 und hat den Ruf, eines der besten weltweit zu sein. Sir Simon Rattle steht seit 2002 am Pult und führt seine 126 Musiker auf eine Tournee nach Asien. Schnell fällt auf, dass der Film diesen Vorwand nur dazu nutzt, um das Auge der Zuschauer mit betörenden Asienbildern zu verwöhnen: Pulsierende Großstädte stehen romantischen Landschaftsimpressionen gegenüber. Und einmal sogar suggeriert uns die Kamera, das Flugzeug mit den Philharmonikern würde über den Köpfen der ansässigen Bauern zum Landeanflug ansetzen.

Der Rest des Films hätte ebenso gut in Europa oder Amerika gedreht werden können: Die Musiker philosophieren darüber, was es nicht heißt, Berliner Philharmoniker zu sein, dass sie in ihrer Kindheit zu den Außenseitern zählten, und dass einzig und allein die Suche nach Liebe sie zur Musik getrieben hat. So ganz arm und verletzlich sind sie dann doch nicht, denn mittlerweile haben sie gelernt, sich durchzusetzen und zu kämpfen. Da sei es ganz normal, dass sie sich für wichtig nehmen – freimütig geben sie zu, extrem egozentrisch zu sein, denn schließlich habe man auch lange genug an sich selbst gearbeitet und Disziplin und Virtuosität gelernt. Wer schwach ist, hat keine Chance, denn die Philharmoniker sind immer nur so gut wie ihr schlechtestes Mitglied. Das bekommen auch die vier Musiker, die sich zur Zeit der Tournee im Probejahr befinden, zu verstehen. Über all dem schwebt Dirigent Sir Simon Rattle, der es sich zwar ebenso nicht nehmen lässt, mehr oder weniger tiefgründige Einsichten in das Wesen eines Musikers zu geben, aber zumindest durch seine ungeheure Präsenz allein schon das Interesse auf sich zu lenken vermag.

Der TRIP TO ASIA gestaltet sich auch in musikalischer Hinsicht wenig abwechslungsreich. Auf dem Programm stehen Ein Heldenleben von Richard Strauss, das vorwiegend die älteren Musiker nicht besonders mögen, weil es noch unter Karajan überstrapaziert wurde, Beethovens Eroica sowie eine Komposition namens  Asyla des zeitgenössischen Komponisten Thomas Adès. Simon Stockhausen, der Sohn von Karlheinz Stockhausen, besorgt den Rest der Filmmusik, die recht abwechslungsreich und stimmungsvoll geworden ist. Neben den Interviewpassagen nehmen die Aufnahmen von den Orchesterproben sowie schlussendlich die Aufführungen einen wesentlichen Teil der 108 Filmminuten ein. Diese sind wiederum lose in die jeweiligen Auftrittsorte gegliedert. Auch hier offenbart sich eine gewisse Antiklimax im Film: Nach dem Konzert in Taipeh feiern tausende Menschen die Musiker wie Rockstars (einzig diese Szene kann die filmische Asienreise tatsächlich rechtfertigen), doch anstatt nun gemächlich auszuklingen, folgt noch eine lieblos hinten dran gestückelte Kurzepisode in Tokio, die ebenso abrupt endet, wie sie dem Film nichts mehr hinzufügt.

Wertung:
4/10 Punkte

Filmering.at
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