Der australische Regisseur Peter Weir schuf, neben solch großartigen Filmen wie Witness – Der einzige Zeuge (ebenfalls mit Harrison Ford), Dead Poets Society, The Truman Show und Master and Commander, in den 80er Jahren, dieses kleine und oft übersehene Filmjuwel. Einmal mehr zeigt Peter Weir, dass er mit dem richtigen Stoff in Händen, zu großem fähig ist und wohl zu den am meisten unterschätzten Filmemachern heutzutage zählt. Der Grund für seine relative Unbekanntheit und seine nicht hoch genug geschätzten Werke, mag wohl daran liegen, dass ihm bisher der ganz große Wurf versagt geblieben ist.
Trotz bereits jahrzehntelanger Tätigkeit als Regisseur, fehlt ihm nach wie vor der richtige Durchbruch. Was das Betrifft, befindet er sich aber in guter Gesellschaft mit einigen anderen Filmemachern, die einfach nicht die Aufmerksamkeit und Anerkennung bekommen, die sie verdienen (z.B.: Sidney Lumet, Curtis Hanson oder Terrence Malick, um nur einige zu nennen).
Leider gelang ihm auch mit Mosquito Coast nicht der große Wurf. Obwohl der Film wirklich gut ist, so hat er dennoch einige kleine Fehler, die sich im Laufe des Films summieren und leicht störend auf das gesamte Filmerlebnis wirken. Dabei wurde das Drehbuch von niemand geringeren als Paul Schrader verfasst (Autor von Taxi Driver, Raging Bull und City Hall) und Harison Ford liefert eine seiner eindringlichsten und besten Darstellungen seiner Karriere ab. Zusätzlich findet der Regisseur immer wieder tolle und imposante Bilder um den Film zu erzählen.
Dennoch hat Mosquito Coast einige Schwächen im Drehbuch. Allen voran in der Schilderung der Mutter, gespielt von der sonst eigentlich großartigen Helen Mirren. Trotz ihrer durchaus guten Darstellung, bleibt ihre Figur den ganzen Film über sehr blass und eindimensional. Es fehlt ihrer Figur an nachvollziehbarer und verständlicher Motivation, wodurch die Beweggründe für ihr Verhalten einfach nicht zu verstehen sind. Dadurch wirkt ihre Figur zum einen unnötig und zum anderen störend. Abgesehen davon gibt es durchaus noch den einen oder anderen Fehler, die dem Film zeitweise das Tempo rauben, ohne ihn jedoch langweilig werden zu lassen.
Aber auch mit all seinen Schwächen, bleibt der Film, dank seiner starken Thematik, ein überaus denkwürdiges Erlebnis, dass einem nicht so schnell wieder los lässt. Dies ist zum einen der überaus stilsicheren Inszenierung Peter Weirs zu verdanken und zum anderen, wie gesagt, dem Thema des Films. Wobei ich darüber nicht allzu viel verraten oder vorwegnehmen will. Jeder Zuschauer soll dabei seine eigenen Schlüsse ziehen und sich seine eigenen Gedanken dazu machen.
Fazit:
Der Film hat ohne Zweifel seine Schwächen, die eine Höchstwertung leider verhindern. Aber wegen seiner großartigen Atmosphäre, den überaus dichten Bildern und einer Thematik, die voll und ganz auf meiner Wellenlänge ist, bleibt der Film dennoch ein kleines Meisterwerk, das man unbedingt mal gesehen haben sollte. Schon alleine wegen der herrlich wahnsinnigen Performance eines Harrison Ford, die sicherlich zu seinen fünf besten Darstellungen überhaupt gehört. Dieser Mann ist facettenreicher als man manchmal glauben mag.
Bewertung:
9/10
Golden Globes:
Nominiert:
* 1986 - Bester Hauptdarsteller (Drama)
* 1986 - Bester Score
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