Freche Mädchen

OT: -  xx Minuten -  Jugendkomödie 
Freche Mädchen
Kinostart: 29.08.2008
DVD-Start: Unbekannt - Blu-ray-Start: Unbekannt
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Filmkritik zu Freche Mädchen

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„Freche Mädchen - Freche Bücher!" von Bianka Minte-König ist die erfolgreichste Mädchenbuchreihe im deutschsprachigen Raum. Die Reihe wurde in 22 Sprachen übersetzt und weltweit bereits 7 Millionen Mal verkauft. Da war es eigentlich nur mehr eine Frage der Zeit, bevor ein findiger Produzent auf die Idee kommen würde, eine Adaption für die große Leinwand vorzuschlagen. Nun ist es also so weit, und der fertige Film bringt auch alle Themen mit, die für das Zielpublikum interessant sind. Aber leider hat man sie alle schon unzählige Male besser verarbeitet gesehen.

Mila (Emilia Schüle), Hanna (Selina Shirin Müller) und Kati (Henriette Nagel) sind beste Freundinnen und immer füreinander da. Probleme gibt es im Teenageralter ja genug: In der Schule gibt es immer diese Lehrer, die mit dem Unterricht von den wichtigen Themen des Lebens ablenken und die Liebe macht es allen auch nicht gerade leichter: Hanna will bei einer Castingshow mitmachen und streitet sich deshalb mit ihrem Freund Branko (Ben Unterkofler), Mila hat sich in den neuen Referendar Pit Winter (David Rott) verknallt, der zu allem Übel auch noch etwas mit ihrer Mutter (Anke Engelke) anfängt, und als der neue Mitschüler Brian (Wilson Gonzalez Ochsenknecht), in den sich Kati sofort verliebt, zur Klasse stößt, wird die Sache auch nicht gerade einfacher...

Ganz klar, Freche Mädchen richtet sich vorwiegend an ungefähr 14 jährige Mädchen, die sich in den unzähligen Problemen dieser Geschichte wiederfinden, also bin ich eigentlich gleich doppelt für diese Kritik ungeeignet. Die Zielgruppe darf also das Geschriebene getrost ignorieren und ins Kino pilgern, aber alle, die dieser nicht entsprechen, können getrost einen Blick auf diese Kritik riskieren.

Teenagerprobleme, die Tücke mit dem Erwachsenwerden und die kleinen und großen Probleme mit der Liebe sind zeitlose Themen, die jede Generation aufs Neue entdecken wird, und sich dementsprechend auch für Filme zu diesem Thema interessiert. Dabei gibt es auch zwei Herangehensweisen, wie man sich dieser Thematik annähern kann. Die finanziell wohl wesentlich uninteressantere Methode ist es, sich wirklich ernsthaft mit den Figuren und deren Problemen zu beschäftigen und grundlegende Fragen aufzuwerfen, und die kommerziell wesentlich effektivere Methode ist es, das Thema einfach zu missbrauchen und es mit platten Witzchen aufzuweichen.

Es ist kein großes Geheimnis, welchen Weg Freche Mädchen geht. Bereits das Jimi Blue Ochsenknecht Starvehikel Sommer zeigte ja dieses Jahr eindrucksvoll, auf welchem Niveau dieses Genre mittlerweile angekommen ist. Um die Zielgruppe anzulocken, reicht ein bekanntes Gesicht, das man möglichst hastig durch die Szenen hetzt, um alles auch schnell in den Kasten zu bekommen, angereichert mit den üblichen Versatzstücken der klischeehaften Teeniesorgen, und fertig ist der Film.

Freche Mädchen steht Sommer nun prinzipiell in nichts nach, ist aber vielleicht einen Hauch besser gemacht. Zumindest die drei Hauptdarstellerin bringen dank ihrer Unerfahrenheit den nötigen Charme mit, aber gegen das maue Drehbuch können sie leider auch wenig ausrichten. Die klassische Klischeecheckliste wird durchgearbeitet, und mit Tricks, die so alt sind wie das Kino selbst, versucht man, das höchstwahrscheinlich noch filmunerfahrene Zielpublikum zu überraschen.

Jeder, der dabei nicht der oben beschriebenen Zielgruppe entspricht, wird wohl mit dem großen Gähnen zu kämpfen haben, denn die tonnenschweren Klischees ersticken jeden durchaus vorhandenen erfrischenden Ansatz im Keim. Wirklich nervig fällt auch die Performance von Anke Engelke aus, die krampfhaft versucht, aus jedem Nebensatz, der ihr genehmigt wird, einen Gag zu pressen. Der Spaßfaktor generell fällt außerdem reichlich niedrig aus, da die Witze nur schlechte Kopien bereits ausgelutschter Gags sind.

Fazit:

Freche Mädchen ist ein Film für Mädchen rund um das 14. Lebensjahr. Punkt und aus, denn die Chance, dass der Film sonst jemandem gefällt, ist verschwindend gering. Die Gags sind äußerst schwach, die Klischeedosis erdrückend und auch ansonsten verhindert die kurzsichtige Herangehensweise und Fixierung auf das bereits Bekannte jeden frischen Wind, der dem Ganzen etwas Leben einhauchen könnte. Da hilft es auch nicht, dass die drei Hauptdarstellerinnen eigentlich ganz sympathisch wären und sich durchaus einen besseren Film verdient hätten.

Wertung:

4/10 Punkte

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