Arthur und die Minimoys

OT: Arthur et les Minimoys - 102 Minuten - Animation
Arthur und die Minimoys
Kinostart: 25.01.2007
DVD-Start: Unbekannt - Blu-ray-Start: Unbekannt
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Filmkritik zu Arthur und die Minimoys

Von am

Luc Besson ist sicher ein Name, der wenn er auf dem Kinoplakat zu lesen ist, die Cineasten wie ein Magnet anzieht. Doch der Regisseur so großartiger Werke wie Im Rausch der Tiefe und Léon - Der Profi setzt in seinem neusten Film Arthur and the Minimoys auf Werte die weit weg von seinen anderen Filmen platziert sind. Mit der Mischung von Animationsfilm und Realfilm sollen vor allem Familien ins Kino gelockt werden. Zumindest die Jünglinge werden wohl auch gefallen an dem Film finden.

 

Arthur (Freddie Highmore) freut sich schon auf die Sommerferien, die er bei seiner Großmutter (Mia Farrow) auf dem Land verbringen wird. Sein Großvater ist bereits vor einiger Zeit auf einer seiner Expeditionen verschwunden. Dadurch fehlt Freddies Großmutter auch das Geld, um alle Rechnungen zu bezahlen und deshalb erscheint ein Immobilienhai der die Familie warnt, dass sie ausziehen müssten, wenn sie nicht binnen 48 Stunden das Geld auftreiben können. Dies käme den besagten Gläubiger sehr recht, da er dann ein Einkaufzentrum auf dem Grundstück errichten könnte.

 

Doch irgendwo auf dem Grundstück befindet sich ein Schatz, den der Großvater von einem afrikanischen Stamm geschenkt bekam. Freddie macht sich auf die Suche nach dem Schatz und entdeckt in den Aufzeichnungen seines Großvaters, wie er in das Land der Minimoys reisen kann, in dem der Schatz versteckt ist. Die Minimoys sind ca. 2 Milimeter große Lebewesen, die im Garten der Familie leben und die dort ein eigenes Universum haben, das von dem bösen Tyrannen Maltazard bedroht wird. Freddie gelingt es durch die Notizen in ihr Universum einzudringen und der König der Minimoys beschließt ihm zu helfen. Gemeinsam mit Prinzessin Selenia und ihrem Bruder Beta macht sich Arthur auf den Weg den Schatz zu finden...

 

Arthur and the Minimoys ist ein zwiegespaltener Film. Dies macht sich alleine schon dadurch bemerkbar, dass der Teil in der echten Welt normal gedreht wurde und der Teil im Land der Minimoys animiert wurde. Positiv muss man dem Film anrechnen, dass die Effekte wirklich sehr gelungen sind und die Übergänge zwischen Realwelt und animierter Welt auch nicht negativ auffallen. Die Animateure haben ganze Arbeit geleistet, deshalb ist der Look des Films sehr gut gelungen.

 

Jedoch findet sich das erste Problem in den Szenen, die in der Realwelt spielen. Zu Beginn fällt bereits die sehr klischeehafte Figurenzeichnung auf, in der die Großmutter die stets fürsorgliche, liebenswerte Ersatzmutter ist, der kleine Arthur ein immer rechtschaffender und gutherziger Held und der Immobilienhai das absolute Böse darstellt. So schiebt dieser zum Beispiel das Spielzeugauto, dass Arthur zum Geburtstag bekommen hat in den Kanal und es scheint so als müsse alles, was er macht dazu dienen, um ihn als den Bösen hervorzubringen. Nicht nur, dass die Figuren reine Stereotypen sind, auch die Handlung wirkt wie aus einer Anleitung für Klischeedramen: Familie droht ihr Grundstück zu verlieren, hat eine bestimmte Zeit alles wieder gut zu machen und der Held bricht auf sein Abenteuer auf. Speziell von Luc Besson hätte man sich einfach mehr erwarten können.

 

Nachdem der Film dann in die Welt der Minimoys wechselt, wird er dann eine Spur besser. Kinder werden sowieso von der Zauberwelt im Garten begeistert sein und Zuhause gleich nachsehen, ob bei ihnen auch so kleinen Wesen wohnen. Doch auch Erwachsene werden hier teilweise auf ihre Kosten kommen. Das Ambiente ist angenehm, die Figuren sympathisch und die Zeit vergeht wie im Flug. Doch nach dem Höhepunkt des Films, der sich in der Bar von Max findet, in der die Gäste auf einer großen Schallplatte tanzen und die berühmten "Jack Fire" trinken, während sich Luc Besson einige gekonnte Anspielungen auf andere Filme, wie Pulp Fiction erlaubt, wird dem Zuseher eines klar: Trotz einigen guten Ideen und sympathischen Charakteren, wie den Rasta-Barkeeper Max, der im Original von Snoop Dog gesprochen wird, oder dem genialen Duo Romeo und Julia, die einige Moskitos während eines Angriffs auf die Stadt der Minimoys zu Fall bringen, wirkt der Film irgendwie lahm.

 

Dies liegt vor allem daran, dass der Humor von Arthur and the Minimoys nicht besonders ausgefeilt ist und nur wenige Szenen wirklich zum Lachen sind. Hier sind Familien Hits wie Ice Age 2 oder Ab durch die Hecke klar im Vorteil. Wenn der Film doch einmal versucht witzig zu sein, dann nur durch klassische Einfälle wie das Ausrutschen auf einem Baseball, und dies wird, ausser den Kleinen, wohl keiner allzu witzig finden. Ein weiteres Problem des Films ist die Storyline. Den Großteil über sieht man das Trio nur das Land der Minimoys entdecken, ohne wirkliche Anspannung, da im Endeffekt sowieso klar ist wie der Film enden wird. Doch auch das Bedrohungsszenario im Land der Minimoys kann nicht überzeugen, da dies zu kurzfristig eingebaut ist und realtiv rasch wieder abgeschlossen wird, ohne dass man sich als Zuseher wirklich auf diese Bedrohung durch das Reich von Maltazard einlassen konnte.

 

Das Ende hatte wahrscheinlich sowieso jeder vorhergesehen und auch die Romanze zwischen Arthur und Prinzessin Selina war wohl etwas was in so einen Film muss. Nur alle 10 Monde, was einem Jahr entspricht, öffnen sich die Tore in das Land der Minimoys. Arthur hat Selina versprochen dann wieder zu ihr zu kommen und zumindest in den mittlerweile 4 Romanen von Luc Besson zu diesem Thema hat er sein Versprechen gehalten. Ob man Arthur und die Minimoys auch auf der Leinwand wiedersehen wird, hängt wohl nur vom Einspielergebnis ab.

 

Fazit:

Arthur and the Minimoys ist ein Familienfilm, bei dem die Kinder voll auf ihre Kosten kommen und die Erwachsenen auch nicht ganz enttäuscht sein werden. Zwar hat der Film sehr viele Schwächen und der Humor reicht bei weitem nicht an Filme wie Ice Age heran, jedoch bietet der Film dafür ein angenehmes Ambiente, in dem man sich schön verlieren kann und deshalb ist der Film auch in keiner Sekunde langweilig. Dennoch rechtfertigen die vielen Schwachstellen keine höhere Wertung, außerdem gibt es auch bessere Familienfilme.

 

Wertung:

5/10 Puntke

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