Sex and the City: Der Film

OT: -  135 Minuten -  Komödie 
Sex and the City: Der Film
Kinostart: 30.05.2008
DVD-Start: Unbekannt - Blu-ray-Start: Unbekannt
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Gegen Ende der neunziger Jahre lief die Erfolgsserie Sex and the City beim amerikanischen TV-Sender HBO an und konnte schon binnen kürzester Zeit eine große Fangemeinde anhäufen: Durch den ungezügelten Wortgebrauch von 4 New Yorkerinnen, der durch komödiantische Eingriffe rund um die Hauptfiguren erweitert wurde, lief die Serie von 1998 bis 2004 unter großem medialen Interesse und wurde mit diversen Preisen wie dem Emmy oder Golden Globe mehrfach ausgezeichnet. Mit fortlaufender Dauer wandelten sich die Charaktere der stets wortgewaltigen Frauen von eher plakativen Schicki-Micki Abziehbildchen hin zu mode- und selbstbewussten Prototypen, deren Leben mehr Tiefe und Schicksalsschläge verpasst wurde.

Heute, vier Jahre später, startet schlussendlich der möglicherweise letzte Ableger der mit großem internationalem Erfolg bedachten Marke Sex and the City - der gleich betitelte Film zur Serie, der vier Jahre nach den letzten Ereignissen angesiedelt ist.

Eine adrette Montagesequenz, passend unterlegt mit dem Anfangsthema der Serie, erzählt in knappen Rückblenden das bisherige Leben von Miranda, Charlotte, Samantha und Carrie - was angesichts der Tatsache, dass sich mit hoher Wahrscheinlichkeit ein Großteil der Zuseher ohnehin die sechs Staffeln zu Gemüte geführt haben dürften, eher ein sentimentaler Rückgriff auf dramatische Wendungen als ein ausführliches Bild der Charaktere betrachtet werden kann. Fans dürften sich also schon von der ersten Filmminute an zuhause fühlen, auch - oder vor allem - weil ein unterschwellig wehmütiger Ton zu bemerken ist.

Wie schon als eines der vielen Markenzeichen der Serie wird das schnelle Abhandeln der Hintergründe der vier unterschiedlichen Powerfrauen mit der Erzählstimme der Hauptfigur Carrie Bradshaw unterlegt, die von der ebenso zynischen wie hektischen, vollends in ihre Arbeit eingebundene Miranda (Cynthia Nixon) erzählt, die nun in Brooklyn mit ihrem Mann Steve und ihrem Sohn lebt.

Charlotte (Kristin Davis), die Vorzeigegaleristin, hat hingegen ein im Vergleich sorgloses Leben und alles was sie anstrebte: Einen Ehemann (Evan Handler), ein (adoptiertes) Kind und all das unter ihrer Kontrolle - soviel Glück, das sie unter der ständigen Angst leidet, es zu verlieren. Der Männerverschlingende Vamp Samantha (Kim Cattrall) scheint ebenfalls in einer Idylle zu leben: Sie hat den Brustkrebs besiegt und ist mit ihrem Schauspielerschwarm Smith (Jason Lewis), der sie durchgehend unterstützte, nach Los Angeles in ein beeindruckendes Malibu Beach Strandhaus gezogen. Allerdings scheint ihr die vermeintliche Sorglosigkeit einer etablierten, monogamen Beziehung schlechter zu bekommen als vermutet, da durch die langen, unregelmäßigen Arbeitszeiten ihres Freundes ihr anspruchsvolles Sexleben am meisten darunter zu leiden hat.

Die Schriftstellerin und neuerdings auch Vogue-Autorin Carrie (Sarah Jessica Parker), auf dessen Kolumne sich der Titel der Serie beruft, befindet sich dagegen im siebten Himmel: Nach zehnjährigem Hin- und Her mit dem eigenwilligen und vermögenden Mr.Big (Chris Noth), der ihr ebenso herbe Enttäuschungen wie glückselige Momente bereitete, hat sie diesen (wie Kenner der Serie bzw. der letzen Folge wissen dürften) schlussendlich für sich gewinnen können und ist momentan auf der Suche nach der perfekten und vor allem gemeinsamen New Yorker Wohnung. Eher zweckmäßig und beiläufig unterbreitet ihr Big, das eine Heirat vielerlei Vorteile für beide bringen würde (mit einem lakonischen „I won't mind being married with you") - Carrie lenkt erwartungsgemäß ein und beginnt daraufhin, eine bombastische Hochzeit mit (letzten Endes) 200 Gästen zu planen.

Achtung Spoiler: Doch einen Tag vor der Zeremonie überschlagen sich die Ereignisse: Bei einer Vorprobe unterbreitet die frustrierte Miranda (sie hat zuvor von ihrem Mann Steve erfahren, das der sie aufgrund eines sexlosen Zeitraums einmal betrogen hat) Mr.Big, dass eine Heirat alles in einer glücklichen Beziehung ruiniert - woraufhin dieser erwartungsgemäß kalte Füße bekommt und Carrie ausgerechnet am Tag der Hochzeit sitzen lässt. Tief getroffen versinkt Carrie in monatelangem Frust und Selbstmitleid. Nur mit der Hilfe ihrer Freundinnen und der neu engagierten persönlichen Assistentin Louise (Jennifer Hudson) kann sie sich aus dem selbst zerstörerischen Teufelskreis befreien und wieder die sein, die sie einmal war...

Ein Film über Vertrauen und wie dieses wieder aufgebaut werden kann, nachdem es zerbrochen wurde - so erklärt Cynthia Nixon die Grundthematik des Films. Die Befürchtungen waren groß, dass Regisseur Michael Patrick King das Rezept der Sex and the City - Serie einfach nur weiterführt und eine wenig originelle Best-of Sammlung der sechs Staffeln produzieren würde. Davon grenzt sich der Film erstaunlicherweise schon in den ersten Minuten ab: ein Zeitraum von vier Jahren ist vergangen, in der Zwischenzeit ist vieles passiert, die Frauen sind (noch) reifer geworden, haben Lebenserfahrung hinzugewonnen und wirken erstaunlich bodenständig.

Vielleicht vermag man dem Film gerade deswegen einen gewissen Charme zusprechen: Während man mit einer Neuauflage von alten Probleme gerechnet hat, bekommt man stattdessen die grundlegende Essenz der Serie in Kinoformat aufbereitet, nur eben auf einer reiferen, erwachsenen Basis. Natürlich sind auch wieder haarsträubende Momente und äußerst banale Elemente integriert worden - genau davon nährte sich die Serie in ihren besten Augenblicken - die Grundthematik rund um Beziehungen, Liebe und deren Darstellung bleibt jedoch der Hauptkern.

Mit seinen mehr als zwei Stunden Laufzeit erscheint der Film aber dann doch etwas zu platt - während sich der Großteil der Story mit dem Schicksal von Carrie befasst, können die anderen Handlungsstränge aufgrund ihrer Vernachlässigung nicht an deren Brisanz anknüpfen und erscheinen zumeist nebensächlich (besonders Charlotte wird eklatant ausgeblendet).

Auch die neu hinzugekommen Figur der Louise vermag nicht zu überzeugen: Sie wirkt eher als nette Begleiterscheinung, mit ihrem naiven und zugleich (unbeabsichtigt) abgeklärten Wesen stellt sie zu penibel den Rettungsanker und Hoffnungsschimmer dar. Die Männer im Film werden ebenso wie in der Serie als teil primitive, unfähig hinsichtlich vorauszusehender Ereignisse handelnde und regelmäßig ins Fettnäpfchen tretende Bestien dargestellt, die letzten Endes nur als Motor für die Handlung gebraucht werden - bedenkt man allerdings die Zielgruppe, kann man diese Gegebenheit natürlich vernachlässigen.

Fazit:

Ein Film über das Schicksal von mehreren Frauen und deren Streben nach dem ultimativen Ziel: Eine glückliche Beziehung zu führen. Gespickt mit dem Charme der Serie, kann Sex and the City zwar überzeugen und den Hauptdarstellerinnen ein würdiges Comeback bescheren, leider trüben die wenig mitreißenden Nebenhandlungen und die etwas substanzlosen Charaktere das Filmvergnügen. Nichtsdestoweniger ein unterhaltsamer, weil teilweise sehr klischeebehafteter Streifen, bei dem sich die Fangemeinde zufrieden gestellt zurücklehnen kann (Oder wie Carrie es formuliert: „it wasn't logic, it was love").

Bewertung

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Ø Wertung: 4.4/10 | Kritiken: 2 | Wertungen: 35
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