Mad Max (1978)

OT: - 93 Minuten - Endzeitaction
Mad Max (1978)
Kinostart: 29.02.1980
DVD-Start: Unbekannt - Blu-ray-Start: Unbekannt
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Die Handlung von George Millers düsterem, post-apokalyptischem Hochgeschwindigkeitsspektakel Mad Max ist simpel, beinhaltet unter der Oberfläche aber eine überraschende Komplexität (zumindest für jeden der danach sucht). In nicht allzu ferner Zukunft herrscht Chaos und Anarchie in den kleinen, nahezu unbewohnten Städten und den langen, lebensfeindlichen Straßen Australiens. Max Rockatansky (Mel Gibson), ein junger, risikofreudiger Polizist, tötet während einer Verfolgungsjagd den Nightrider (Vincent Gil). Einen Polizistenmörder, aber dummerweise auch Mitglied einer gefürchteten Motorradgang unter der Leitung des gefährlichen Toecutter (Hugh Keays-Byrne).

Eben jene Gang schwört den Tod des Nightrider zu rächen. Sie legen sich mit der Polizei an. Im Verlaufe dieser Konfrontation erwischt es zuerst Jim Goose (Steve Bisley), Max Kollegen und besten Freund, den sie nach zwei Unfällen (den ersten übersteht er noch) auf der Straße in Brand setzen. Max beschließt seinen Job als Polizist aufzugeben. Mit Frau (Joanne Samuel) und Kind fährt er weg, nach Norden. Dort ist es noch relativ sicher und friedlich. Doch nicht lange. Toecutters Gang findet ihn. Sie töten seine Frau und sein Kind. Von da an ist Max nicht mehr zu halten. Ab nun gibt es keinen Max Rockatansky, sondern nur mehr „Mad" Max. Er stiehlt einen schwarzen, aufgemotzten Pursuit Special aus der Polizeistation und verfolgt Toecutters Gang. Gnadenlos und unbarmherzig tötet er einen nach dem anderen.

Die Handlung des Films steht nicht so sehr im Mittelpunkt des Geschehens. Auch die Actionsequenzen halten sich in Grenzen. Dadurch wirkt der Film auf den ersten Blick beinahe langweilig. Aber die Handlung und Action steht nicht im Vordergrund. Vielmehr geht es um die Wandlung des Helden vom aufrechten Polizisten und liebevollen Familienmenschen, zum gnadenlosen Rächer und Vigilanten, der nur mehr nach seinen eigenen Gesetzen lebt. Zum anderen geht es um die Atmosphäre dieser düsteren und gewalttätigen Zukunft, in der nur mehr der Stärkere eine Chance zum Überleben hat.

Auf Grund des geradezu lächerlich mickrigen Budgets von 300 000 Australischen Dollars (davon gingen 15 000 an Mel Gibson), waren George Miller und sein Team natürlich sehr eingeschränkt in ihren Möglichkeiten spektakuläre Explosionen, Autoverfolgungsjagden und -Unfälle auf Film zu bannen. Dennoch gibt es die eine oder andere halsbrecherische Autofahrt mit mehreren Unfällen und Todesopfern. Doch eben wegen jenen beschränkten Mitteln, blieb Miller und seinen Co-Autoren Byron Kennedy und James McCausland nichts anderes übrig als das Hauptaugenmerk auf die Wandlung von Max zu „Mad" Max und die Atmosphäre des Films zu konzentrieren.

Gerade durch diese Atmosphäre jener gefährlichen Endzeitwelt, wird die Wandlung des „Helden" verständlich und nachvollziehbar. Nicht nur das, sie wird sogar erwünscht. Die (womöglich sogar perverse) Faszination von Mad Max geht genau davon aus. Wir als Zuschauer wünschen uns, dass Max die Mörder seiner Frau, seines Kindes und seines besten Freundes zur Strecke bringt. Aber er soll sie nicht einfach nur verhaften, nein, er soll sie jagen und töten. Es ist ein Vergnügen zu sehen, wie er Toecutter und seine Gang verfolgt und ihnen dabei sogar Angst einjagt. Es dient als Befriedigung zu sehen, dass sie nun das gleiche Schicksal ereilt, dass sie so vielen zugefügt haben.

Doch um welchen Preis? Letztlich wird „Mad" Max nicht nur so wie seine Feinde. Er wird sogar noch schlimmer. Während man merkt, dass Toecutter und seine Gang sichtlich Freude an ihren Taten haben, ist bei Max nicht mehr die geringste Gefühlsregung zu sehen. Er ist ein emotionsloser Rächer geworden, der keine Genugtuung aus seinen Taten gewinnt, da er weiß, dass sie sinnlos sind und ihm seine Familie nicht mehr zurück bringen werden. Er tut es einfach, weil er das Gefühl hat, dass es getan werden muss. Und auch wenn Max keine Genugtuung dadurch erlangt, so hat er doch die Gewissheit, dass diese Welt ohne Toecutter und seiner Gang besser dran ist.

Alles was im ersten Teil der Mad Max - Trilogie etabliert wurde, Max, die zerstörte und verwüstete Welt, der Zusammenbruch der Gesellschaft, Chaos und Anarchie, all das wird im zweiten Teil Mad Max II: The Road Warrior dann noch auf den Höhepunkt getrieben und sogar überboten. Obwohl es sich bei diesen Filmen streng genommen um mehr oder weniger zusammenhängende Geschichten handelt, so muss man Teil 1 und Teil 2 dennoch gesondert betrachten (Teil 3 wird momentan außen vor gelassen). Denn es sind zwei vollkommen unterschiedliche Filme. Was sie jedoch gemein haben ist (abgesehen von der Hauptfigur), dass beides Kultfilme sind und ohne Zweifel zum besten gehören was der Post-apokalyptische Sci-Fi Film zu bieten hat.

Fazit:

Mad Max ist ein Rachefilm aller höchster Güte, weil er es perfekt versteht die Rachegelüste des Zuschauers zu befriedigen. Es macht einfach ungeheuerlich viel Spaß ihn immer wieder und wieder zu sehen. Egal wie oft ich ihn gesehen habe, ich kann mich an diesem Film einfach nicht satt sehen. Und egal wie sehr ich es auch versuche, ich kann nichts negatives an diesem Film finden. „Mad" Max Rockatansky ist DER Antiheld der Kinogeschichte. Sozusagen einer der Prototypen des Antihelden, dessen Wandlung einem immer aufs neue fasziniert. Dazu gesellt sich noch eine großartige und dichte Atmosphäre und ein herrlich schmutziges und verwüstetes Endzeitszenario. Herausgekommen ist ein viel zitierter und oft kopierter Klassiker, der nur noch von seinem Sequel übertroffen wird.

Bewertung:

10/10 Punkte

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